6 Knigge-Tipps: Wie Ausbilder ihre Azubis begeistern

BerufsausbildungAusbildungsbetriebe erwarten gute Umgangsformen von ihren Auszubildenden. Aber wie sieht es mit den eigenen Umgangsformen aus? Sind diese immer optimal? Die Motivation der Auszubildenden kann sehr schnell zerplatzen, wenn Erwartungen nicht erfüllt werden und diese sich nicht angemessen behandelt fühlen.

Die Trainerin und Rednerin Sabine Bleumortier gibt Ausbildern 6 Knigge-Tipps an die Hand, mit denen diese ihre Auszubildenden begeistern können und selbst mehr Freude an der Ausbildung haben.

6 Knigge-Tipps für Ausbilder

1. Wertschätzung zeigen
Wertschätzung und Respekt gegenüber allen Mitmenschen zu zeigen, ist das A und O der guten Umgangsformen. Auszubildende sind in ihrer eigenen Individualität wertzuschätzen und respektvoll zu behandeln. Es ist wichtig, Auszubildende ernst zu nehmen und Interesse an ihnen zu zeigen. Eine faire Behandlung und Lob gehören ebenso dazu, wie die Ausbildung und Arbeit an realen Aufgaben. Ausbilder sollten sich immer wieder selbst fragen, ob sie diese Wertschätzung dem Auszubildenden gegenüber ausreichend zeigen.

2. Kniggeregeln kennen und anwenden
Freundlichkeit jedem im Unternehmen gegenüber, egal in welcher Position sich dieser befindet, sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Diese zeigen wir schon mit einem Grüßen am Morgen. Der Vorgesetzte gibt das Zeichen zum Handschlag (und nicht der Auszubildende). Zu den Kniggeregeln gehört die richtige Vorstellung ebenso wie die optimale Meldung am Telefon – mit Begrüßung, Firmennamen, Vor- und Nachnamen. Und Besprechungen sollten pünktlich beginnen. Sind die Kniggeregeln nicht bekannt, können Ausbilder ein Seminar besuchen oder ein Buch darüber lesen.

3. Vorbild sein
Wenn Ausbilder von den Auszubildenden gute Umgangsformen einfordern, sollten diese sich selbst entsprechend verhalten. Das klang im vorherigen Tipp schon an. Aber halten sich alle daran? Oder wie sieht es mit der Nutzung des privaten Handys während der Arbeitszeit aus? Perfekt muss deswegen niemand sein. Wenn Fehler passieren, sollten diese allerdings zugegeben werden. Es ist wünschenswert, dass Ausbilder sich ihres Vorbildcharakters bewusst sind.

4. Mit den Auszubildenden reden
Den Auszubildenden ist klar zu kommunizieren, welche Wirkung ihr Verhalten hat und was gut bzw. nicht gut ankommt. Sonst wird sich nichts ändern. Die persönliche Entwicklung der Auszubildenden kann nur dann gefördert werden, wenn ihnen Stärken wie Schwächen aufgezeigt werden. Auszubildende müssen ein regelmäßiges Feedback erhalten. Dabei sollten Ausbilder auch um eine Rückmeldung vom Auszubildenden zur eigenen Betreuung bitten.

5. Vorbereiten
Gut gestaltete Einführungsveranstaltungen zum Ausbildungsbeginn sorgen für einen positiven ersten Eindruck. Aber auch die Ausbildungsbeauftragten in den Fachbereichen müssen sich auf den Praxiseinsatz eines Auszubildenden vorbereiten. Ist ein Schreibtisch mit PC und Telefon oder ein Werkzeugkoffer vorhanden? Eine ausführliche Checkliste für ausbildende Fachkräfte kann unter www.bleumortier.de (unter Service in der Rubrik Downloads) kostenlos herunter geladen werden.

6. Sich selbst motivieren
Manchmal wird versucht, die Auszubildenden zu motivieren und davon ausgegangen, dass diese nicht motiviert sind. Oft hilft es, einfach selbst motiviert zu sein. Denn wer ist schon motiviert, wenn er als Auszubildender neben einem Mitarbeiter sitzt, der demotiviert und mit seiner Arbeit unzufrieden ist, und vielleicht noch schlecht über den Arbeitgeber spricht? Ausbilder sollten herausfinden, was sie selbst motiviert und sich auch den Nutzen der eigenen Ausbildertätigkeit bewusst machen.

Die Ausbildungsexpertin rät: „Fragen Sie sich einfach selbst: Würde ich mich in dieser Situation als Auszubildender wohl fühlen?“ Wenn die Auszubildenden begeistert sind, werden diese gerne im Unternehmen bleiben, Positives weitererzählen und die betreffende Firma wird zum attraktiven Ausbildungsbetrieb.

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