Irrwege durch den Bachelor- und Master-Dschungel: Wie du dein Studium richtig planst

Orientierungsberater Andreas Peez

Orientierungsberater Andreas Peez

So umstritten die Umstellung der meisten Studiengänge auf das System von Bachelor und Master auch war, einige Vorteile hat sie den Studierenden von heute doch gebracht: eine bessere internationale Anerkennung, einen ersten akademischen Abschluss schon nach drei Jahren und nicht zuletzt die Möglichkeit, Bachelor und Master individuell zu kombinieren und sich so ein individuelles Profil zu geben.

Doch genau hier liegen auch die Tücken des Systems: Denn seit die meisten Studierenden auf einen Bachelor oder Master hinarbeiten, ist die Anzahl der in Deutschland angebotenen Studiengänge explosionsartig gestiegen. Zuletzt zählte man hierzulande 18.000 akademische Programme.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München kennt die Klagen verwirrter Schulabgänger und das Stöhnen ihrer Eltern, wenn sie versuchen, sich in diesem Dickicht zurechtzufinden. Denn Masse ist eben nicht gleich Klasse. „Es gibt viele offene Fragen hinsichtlich der Qualität der angebotenen Studiengänge und ihrer Zukunftsfähigkeit – und das aus gutem Grund, wie ich finde“, so Peez. Denn ellenlange Bezeichnungen für Studiengänge, teilweise in zweifelhaftem Denglisch, wirken nicht immer unbedingt vertrauenserweckend. Orientierungsberater Peez meint hierzu: „Das Angebot an Studienmöglichkeiten wirkt oft auch größer, als es eigentlich ist: Denn schaut man sich die Inhalte der Studienprogramme genauer an, so wird die gleiche Soße oft einfach nur ein bisschen anders verpackt und bezeichnet.“ Und das kann nicht nur irreführend und verwirrend sein, sondern sich am Ende auch noch als Problem für den Absolventen herausstellen.

Denn bei Orientierungsberater Peez tauchen immer mehr Bachelor-Absolventen in der Beratung auf, die keinen passenden Master finden, der sinnvoll auf ihren Bachelor aufbaut und für den sie auch die nötigen Voraussetzungen erfüllen. „Bei der Entscheidung für den Bachelor denken viele natürlich noch gar nicht weiter. Drei Jahre später merken sie dann, dass ihr Bachelor-Studium schon so spezialisiert war, dass der Master gar keine sinnvollen weiteren Vertiefungsmöglichkeiten mehr zulässt. So wird die goldene Regel, nach einem eher breit angelegten Bachelor einen spezialisierten Master anzuschließen, ad absurdum geführt“, so Peez.

Denn wer im Bachelor-Studium beispielsweise „Internationale Seetouristik“ oder „E-Commerce“ studiert hat, hat zwar auf zwei aktuelle Trend- und Wachstumsbranchen gesetzt, aber nicht bedacht, dass diese Bereiche vielleicht irgendwann nicht mehr so boomen oder aber eine berufliche Weiterentwicklung in einen andere Richtung gewünscht wird. Und dass die Wahl eines passenden Masters spätestens dann zu einer wirklichen Herausforderung werden kann. „Daher empfehle ich immer, sich vor Beginn des Erststudiums umfassend informieren und beraten zu lassen, um diese und andere Faktoren zu berücksichtigen und eine sinnvolle Karriereplanung aufzustellen“, so Peez.

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