Berufsunfähigkeitsversicherung für Schüler (in Kürze Azubis)

Schüler, die in wenigen Wochen einen handwerklichen Beruf erlernen oder ausüben wollen, haben wahrscheinlich jetzt die letzte Möglichkeit, eine bezahlbare Berufsunfähigkeitsversicherung abzuschließen. Nach Beendigung der Schule wird dies teurer bis unbezahlbar.

In wenigen Wochen werden wieder viele Jugendliche die Schule beenden und nach den wohlverdienten Sommerferien eine Lehrausbildung beginnen. Dann stellen sich auch viele Auszubildende bzw. deren Eltern die Frage, welche Versicherungen für Azubis wichtig sind – und dabei zu dem Schluss kommen, dass es nun Zeit für den Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung wäre.

Das Problem:

Doch insbesondere Azubis in Berufen mit handwerklicher bzw. körperlicher Tätigkeit, müssen dann auch feststellen, dass der BU-Schutz für sie zwar sehr wichtig – aber auch sehr teuer oder gar unbezahlbar ist.

Die Versicherer unterscheiden nämlich verschiedene Risikoklassen (Berufsgruppen) und ordnen die zu versichernde Person je nach ausgeübter Tätigkeit der jeweiligen Risikoklasse zu. Dadurch müssen beispielsweise sowohl gelernte als auch in der Ausbildung befindliche Berufskraftfahrer, Bäcker oder Baufacharbeiter derzeit häufig das Drei- bis Vierfache von dem bezahlen, was ein Bankkaufmann für den gleichen Versicherungsschutz zu zahlen hätte.

Verursacht haben diese soziale Ungerechtigkeit die Versicherer selbst. Sie selbst haben im Streben nach immer mehr Marktanteilen die Berufsgruppen eingeführt und damit den BU-Schutz für Akademiker und Bürofachkräfte immer preiswerter – für die risikoreicheren Berufe aber immer teurer gemacht. Und diese Entwicklung geht weiter. Selbst der Vertriebsvorstand der LV 1871 beklagt in einem aktuellen Interview auf dasinvestment.com:

„Versicherer führen immer mehr Berufsgruppen ein, dadurch können sich die meisten Deutschen eine BU gar nicht mehr leisten. Wenn ein Handwerker zwischen 150 und 200 € für eine in der Höhe bedarfsgerechte BU zahlen soll, sind das etwa 10 Prozent seines Nettoeinkommens.“

Doch statt diese Fehlentwicklung zurückzunehmen und die Berufsgruppen wieder abzuschaffen, entwickeln die Versicherer lieber sogenannte Alternativen, wie z.B. Erwerbsunfähigkeits-, Invaliditäts- oder Grundfähigkeitsversicherungen. Diese sind dann zwar preiswerter, bieten aber auch deutlich weniger Versicherungsschutz und sind keineswegs wirkliche Alternativen zur Berufsunfähigkeitsversicherung. Was nützt einem Betroffenen beispielsweise eine Erwerbsunfähigkeitsversicherung, wenn er “nur” berufsunfähig wird und wegen seines angeschlagenen Gesundheitszustandes keine andere Arbeit angeboten bekommt?

Die Lösung:

Wer jetzt noch Schüler ist (dies gilt bei Schulabgängern normalerweise bis zum Beginn der Sommerferien des jeweiligen Bundeslandes) kann sich bei einigen Versicherern noch als Schüler versichern und sich somit eine günstige Berufsgruppe und damit auch einen relativ günstigen Beitrag für die gesamte Versicherungsdauer sichern. Wichtig dabei ist jedoch, dass:

  • der Tarif gute Versicherungsbedingungen bietet und die Versicherungsdauer möglichst bis zum erwartenden Renteneintrittsalter abgeschlossen wird,
  • es sich um eine echte Berufsunfähigkeitsversicherung handelt und der Versicherungsschutz auch während der Schul- und Ausbildungszeit nicht durch eine so genannte EU-Klausel auf einen Schutz gegen Erwerbsunfähigkeit reduziert wird,
  • die Aufnahme bzw. der Wechsel einer Berufstätigkeit dem Versicherer nicht gemeldet werden muss bzw. zu keiner Verschlechterung der Berufsgruppeneinstufung führt und
  • die versicherte BU-Rente später entsprechend des Bedarfs ohne erneute Risikoprüfung erhöht werden kann.

Achten Sie beim letzten Punkt insbesondere auf das Wort „Risikoprüfung“. Die meisten Versicherer bieten die Nachversicherungsgarantie nur „ohne erneute Gesundheitsprüfung“ an. Dies wäre jedoch unzureichend, da der Versicherer in diesem Fall durchaus einen neu ausgeübten Beruf oder auch hinzugekommene risikobehaftete Hobbys in der Beitragskalkulation für die BU-Rentenerhöhung berücksichtigen kann.

Natürlich werden die meisten Schüler bzw. deren Eltern keine monatlichen 60 bis 80 € aufbringen können, um eine für die gesamte Dauer angemessene BU-Rente zu versichern. Aber wer die oben genannten Punkte zur Nachversicherungsgarantie beachtet, kann sich auch schon mit einer kleineren BU-Rente und einem monatlichen Beitrag von 25 € die günstigen Gesundheits- und Berufsgruppeneinstufungen für die gesamte Versicherungsdauer sichern – auch für eventuell später angestrebte Erhöhungen der BU-Rente.

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