Kreativität oder Perspektive? Was ist entscheidend bei der Jobwahl?

Kreativität vs. Rationalität

Jahr für Jahr stehen Schüler und Studenten vor der Frage, für welchen Beruf sie sich entscheiden sollen. Egal ob als Ausbildung oder in Form eines Studiums – die Wahl des Bildungsweges bzw. der Berufsgruppe sollte gut überlegt sein. Viele Jahre unseres Lebens verbringen wir zu einem großen Teil mit der Ausübung unseres Berufes und wollen natürlich, dass diese Zeit ebenso produktiv wie auch persönlich bereichernd ist. So stellt sich bei der Berufswahl auch immer die Frage, soll es vor allem Spaß machen oder möglichst viele Perspektiven bieten? Welche Kriterien spielen bei der Entscheidung die wichtigste Rolle?

Kreativität vs. Rationalität

Schaut man sich die aktuell beliebtesten Ausbildungsberufe an, so tauchen vor allem die kaufmännischen Berufe besonders häufig auf. Aber auch als Verkäufer oder Medizinische Fachangestellte lassen sich viele Menschen ausbilden. Bei diesen Berufsfeldern kann man durchaus von solchen mit Perspektive und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sprechen. Vielen jungen Menschen geht es also vor allem berufliche Sicherheit und ein breites Jobspektrum.

Beim Studium handelt es sich bei Medizin, Jura, Informatik oder Elektrotechnik um besonders beliebte Studiengänge. Aber auch kreative Berufe wie Fotograf, Designer, Musiker oder Tänzer erfreuen sich großer Beliebtheit. Eine pauschale Aussage kann man also nicht treffen, wenn es um die Antwort auf die Frage geht, was jungen Menschen bei der Berufswahl wichtig ist.

Eigene Interessen und Talente erkennen

Für welchen Beruf man sich schließlich entscheidet, hängt in erster Linie von individuellen Faktoren ab. Dabei spielen vor allem Neigungen und Talente eine Rolle. Was bringt ein zukunftsträchtiger Job in der IT-branche, wenn man schon immer der Klassenschlechteste in Mathematik und Informatik war? Auf der anderen Seite kann man sich noch so sehr eine Karriere als Musiker wünschen – ohne Talent bleibt der Wunsch nur ein Traum.

So sollte man sich zunächst einmal bewusstmachen, worin die eigenen Stärken überhaupt liegen. Neben Talenten sind auch die eigenen Interessen von Bedeutung, wenn es um die Berufswahl geht. Wer möchte sich schon Tag für Tag zu einem ungeliebten Job schleppen, nur weil man die Aufgaben, die dort zu tun sind, besonders gut kann?

Geld ist nicht alles

Wer dagegen ganz auf seine Neigungen verzichtet und nur Jura oder Medizin studiert, weil er sich davon einen gutbezahlten Arbeitsplatz verspricht, wird meist auch nicht glücklich. Denn so wichtig die berufliche Perspektive und Absicherung der Zukunft auch sein mögen, wer mit seinem Job unglücklich ist, lebt auch nicht. Immerhin verbringt ein durchschnittlicher Arbeitnehmer im Schnitt acht Stunden täglich an seinem Arbeitsplatz. Und da sollte man seine Tätigkeiten wenigstens ein kleines bisschen gut leiden können.

Die Mischung macht es

Alles in allem sollte es der Mittelweg sein, der bei der Suche nach dem eigenen Beruf eingeschlagen wird. Natürlich sind Geld und berufliche Perspektiven vor allem in heutiger Zeit besonders wichtig, aber auf keinen Fall sollte die Berufswahl gegen die eigenen Wünsche erfolgen. Bei der Suche nach einem Studienplatz oder einer Ausbildungsstelle sollten natürlich immer die Perspektiven und die Karrierechancen beachtet werden, aber es wäre falsch, diese Kriterien zu den alleinigen Entscheidungsmerkmalen zu machen. Und auch sogenannte „Orchideen-Fächer“ können, wenn sie gut geplant und um Praktika und passende Nebenjobs ergänzt werden, zu einem vielversprechenden Berufseinstieg verhelfen. So können sich Germanistikstudenten durchaus schon während des Studiums auf einen Schwerpunkt fokussieren um später in Redaktionen, bei Verlagen, beim Rundfunk, im Fernsehen, an Schulen, in Werbeagenturen oder im öffentlichen Dienst eingesetzt zu werden.

Es gibt mehr als nur einen Weg

Diejenigen, die erst nach der abgeschlossenen Berufsausbildung herausfinden, dass sie eine falsche Wahl getroffen haben, müssen allerdings nicht verzweifeln und für immer in einem Beruf stecken bleiben. Ein Musikstudent, der erst spät bemerkt, dass er auch als Buchhalter glücklich geworden wäre, muss noch nicht die Flinte ins Korn werfen. Es gibt viele Möglichkeiten, das Ruder herumzureißen. Eine davon ist die Anmeldung zum Fernstudium. Neben dem aktuellen Beruf lässt sich ein zweiter erlernen und das meistens von zu Hause aus. Gute Fern-Universitäten decken viele Berufsfelder ab und bieten den Studierenden eine umfassende Betreuung.

Auch während eines Studiums haben Studenten lange die Möglichkeit, sich für einen besser geeigneten Studiengang zu entscheiden. Der Wechsel gestaltet sich je nach Universität meistens unkompliziert. Nichtsdestotrotz sollten sich Schüler nicht zu sehr unter Druck setzen. Die Berufswahl ist für die meisten ein Findungsprozess und nicht immer ist der erste Weg auch der letzte.

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