Deutschland hat in puncto Bildung Aufholbedarf

Deutschland hat in puncto Bildung Aufholbedarf

Im Bereich der Bildung hat sich in Deutschland in den vergangenen Jahren einiges bewegt. So ist viel in den Ausbau von Krippen, Kindergärten und Ganztagsschulen investiert worden, und auch dem Lehrermangel wurde durch die Schaffung zahlreicher neuer Stellen begegnet.

Dennoch werden zunehmend Stimmen lauter, denen zufolge dem Thema Bildung hierzulande noch nicht in ausreichendem Maße Aufmerksamkeit geschenkt wird. Die Kritik basiert auf im Rahmen von internationalen Vergleichsstudien gewonnenen Zahlen. Letztere deuten vielfach darauf hin, dass Deutschland in puncto Bildung abgehängt wird.

Investitionen in Bildung mangelhaft

Deutschland investiert zu wenig in Bildung. Dass sich Deutschland beim Thema Bildung im internationalen Vergleich nicht gerade mit Ruhm bekleckern kann, liegt vor allem daran, dass hierzulande immer noch zu wenig in die Bildung investiert wird. Im Jahr 2015 flossen lediglich 4,2 Prozent des Bruttoinlandsproduktes in den Bildungshaushalt. Die Dänen, Schweden und Belgier investierten hingegen weit über 6 Prozent in die Bildung. Bei durchschnittlichen öffentlichen Bildungsausgaben von 4,9 Prozent in der EU schneidet Deutschland folglich eher schlecht ab. Zu diesem Schluss kommt auch die 2018 veröffentlichte OECD-Studie “Bildung auf einen Blick”, in der angemerkt wird, dass “die Finanzierung der Bildungseinrichtungen mit der wirtschaftlichen Entwicklung der vergangenen Jahre nicht Schritt gehalten hat”. Das von Angela Merkel und den Ministerpräsidenten während des 2008 stattgefundenen “Bildungsgipfels” genannte Ziel, ab 2015 7 Prozent in Bildung zu investieren, ist demnach weit verfehlt worden.

Laut der genannten Studie hätte den deutschen Grund- bis Hochschulen ein Mehr-Etat von 66,9 Milliarden Euro zur Verfügung gestanden, hätte Deutschland mit 6,4 Prozent seines BIP genauso viel in die Bildung investiert wie Norwegen. Besonders sichtbar ist der Mangel an Finanzierung in den Schulen, in denen es nicht nur an Computern fehlt. Einer 2018 durchgeführten Studie der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) zufolge müssen sich 11,5 Achtklässler einen Computer teilen. In Norwegen und Australien sind es hingegen nur 3 Schüler. Ähnlich verhält es sich mit der Ausstattung mit Tablets. Lediglich 6,5 Prozent der Achtklässler stehen Tablets im Unterricht zur Verfügung. Dass in deutschen Schulen insbesondere beim digitalen Unterricht erheblicher Aufholbedarf besteht, wird auch daran deutlich, dass weniger als 30 Prozent der Schüler einer Schule über ein schulisches Mail-Postfach verfügen.

Verbesserung der digitalen Kompetenz

Zwar begrüßt die Mehrheit der Deutschen digitale Lehrinhalte in den Schulen, doch sieht die Realität vielerorts anders aus. Neben der häufig mangelhaften technischen Ausstattung ist es auch die Unfähigkeit der Schüler, sich mit den digitalen Medien kritisch auseinanderzusetzen. Da gemäß der internationalen Vergleichsstudie ICILS von 2013 fast jeder dritte Vierzehnjährige weder inhaltlich noch technisch mit digitalen Medien routiniert umzugehen versteht, gibt es in diesem Bereich einen hohen Aufholbedarf. Angegangen wird letzterer seitens der Bundesländer mit einem ab dem Schuljahr 2018/2019 geltenden Kompetenzrahmen, welcher vorsieht, in sämtlichen Schulfächern digitale Kompetenz zu fördern. Wichtig sei es laut Experten ebenfalls, Lehrkräfte hinsichtlich eines gezielten Einsatzes digitaler Medien zu schulen, und bereits in der Grundschule ein entsprechendes Fach einzuführen.

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