Bildung und Weiterbildung lohnen sich – mehr denn je

Orientierungsberater Andreas PeezKarin W. aus München hat nach ihrem Schulabschluss etwas Handfestes gelernt, einen Beruf mit einem klaren Aufgabenfeld und den man immer brauchen kann: Sie hat eine Ausbildung zur Medizinischen Fachangestellten absolviert.

Ihre beste Freundin Petra B. hat auch etwas Handfestes gelernt: Sie ist Steuerfachangestellte geworden. Dass Petra immer schon besser verdient hat als sie, hat Karin nie gestört: Schließlich mag sie den Kontakt mit Patienten, die Abwechslung in der Praxis. Als es nach einigen Jahren jedoch bei beiden darum geht, sich beruflich weiterzuentwickeln, werden die unterschiedlichen Perspektiven deutlich: Während ihre Freundin Petra über eine Ausbildung zur Fachwirtin und/oder ein Studium z. B. die Möglichkeit hat, Steuerberaterin zu werden, kann Karin zwar unterschiedliche Weiterbildungen besuchen, aber an ihrem Arbeitsalltag und den mauen Gehaltsaussichten wird sich dadurch vermutlich nichts Wesentliches ändern. Frustriert denkt Karin darüber nach, noch einmal von vorne zu beginnen und etwas ganz Neues zu lernen.

„So banal es klingt“, sagt Orientierungsberater Andreas Peez aus München, „Bildung lohnt sich – immer noch und mehr denn je!“. In einer Zeit, in der einerseits aufgrund des günstigen Arbeitsmarktes auch schwach qualifizierte Personen eine Anstellung finden, andererseits sich aber immer mehr Menschen akademisch ausbilden, wird die Schere zwischen denen, die gut verdienen und Weiterentwicklungsmöglichkeiten haben, und denen, die eher schlechte Arbeitsbedingungen vorfinden und vor sich hindümpeln, immer größer. Und den Unterschied macht das Bildungsniveau, das belegen auch aktuelle Zahlen einer Studie, die das ifo Institut veröffentlicht hat.

„Gerade in Familien, in denen es bislang keine Akademiker gab, möchten Eltern ihre Kinder oft immer noch motivieren, schnell eine Ausbildung zu absolvieren und dann gleich Geld zu verdienen – weil es bei ihnen selbst so gut funktioniert hat“, beobachtet Orientierungsberater Andreas Peez. Doch sie verkennen, dass ein Studium zwar erst einmal Zeit und Geld kostet, sich aber rückblickend immer auszahlt, auch wenn die lebenslangen Einkommensunterschiede je nach Geschlecht, Branche und Region stark schwanken. So wird nach den Zahlen der Studie des ifo Instituts ein Hotelkaufmann im Laufe seines Lebens 224.000 EUR weniger verdienen als ein studierter Touristiker, eine Bankkauffrau 263.000 EUR weniger als eine studierte Betriebswirtin und ein Rechtsanwaltsfachangestellter  gar 657.000 EUR weniger als ein studierter Jurist. Die zeitlichen und finanziellen Investitionen in ein Studium, sie lohnen sich also immer.

In Hinblick auf das Beispiel von Karin W. resümiert Orientierungsberater Peez: „Es geht nicht darum, dass jeder studieren muss oder dass ein Ausbildungsberuf nichts wert ist – das überhaupt nicht. Es geht aber darum, dass man frühzeitig die Weichen stellen und einen Weg einschlagen sollte, der einem später im Bedarfsfall die Möglichkeit bietet, sich weiterzuentwickeln und beruflich besser positionieren zu können. Und wir alle müssen im Hinterkopf behalten, dass Lernen und Bildung heute ein lebenslanger Prozess ist.“

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