Digitale Nomaden im Ausland: arbeiten, lernen & leben

Digitale Nomaden im AuslandNach der Ausbildung lockt die ganz große Freiheit: Einfach mal in der Welt herumtingeln, vielfältige Erfahrungen sammeln und sich auf die Suche nach sich selbst begeben. Nie war dieser Wunsch einfacher zu erfüllen als in Zeiten des Internets, denn das World Wide Web bietet zahlreiche Möglichkeiten, sich ein eigenes Online-Einkommen zu sichern und damit sogar einen mehrjährigen Auslandsaufenthalt zu finanzieren. Erfolgreiche Vorbilder gibt es mehr als genug.

Das Herumreisen auf eigene Faust formt die Persönlichkeit, stärkt das Selbstbewusstsein und regt dazu an, die eigenen Talente und Fähigkeiten auszuprobieren und zu verbessern. Sogenannte »digitale Nomaden« sind oft jahrelang unterwegs, ob am Mittelmeer, in Skandinavien, quer durch die USA oder an den schönsten Plätzen Asiens. Stets haben Sie ihren Rechner dabei, um immer und überall ihrem Job nachzugehen, den sie sich in den meisten Fällen selbst geschaffen haben. Ihr seht also: Schon bevor es überhaupt losgeht, müsst ihr eure Kreativität und euer Know-how entfalten, um die finanzielle Grundlage für euren Trip zu schaffen. Nur in seltenen Fällen besitzen digitale Nomaden eine Festanstellung in freier Heimarbeit, ohne regelmäßige Meetings und Termine vor Ort: Solche Jobs sind einfach allzu rar gesät. Selbständigkeit ist also angesagt, und zwar mit einer Dienstleistung, die auf eine möglichst große Nachfrage trifft. Blogger, Übersetzer, Designer, Werbetexter, Social Media Spezialisten und E-Book-Autoren zieht es besonders häufig in die Ferne, denn ihr Service lässt sich problemlos online abfragen. Ein paar einschlägige Beispiele gefällig?

Auf dem ersten Blick erscheint es äußerst naheliegend, sich einen Reiseblog zuzulegen und einer gespannten Leserschaft brühwarm über sämtliche Aktivitäten von unterwegs zu berichten. Patrick Hundt, der im Jahr 2012 die Webseite 101places ins Leben rief, gehört zu der oft beneideten Spezies der »Reiseblogger«, er erreicht im Monat mehr als 55.000 Menschen. Dies funktioniert vor allem deshalb, weil er seine Seite suchmaschinenfreundlich eingerichtet hat und zu vielen Keywörtern bei Google ganz oben erscheint. Aktuell befindet er sich immer wieder mal auf Reisen und bezieht seine Einnahmen aus den Werbeanzeigen auf seinem Blog.

Natürlich betätigt sich nicht nur die schreibende und fotografierende Zunft als Blogger, die sogenannten »Vlogger« – Videoblogger – nehmen in der Onlinewelt zunehmend Raum ein. Einige von ihnen führen eine eigene Webseite, andere wiederum nutzen hauptsächlich ihren Account bei Youtube oder Twitch. Jaime Staples, Mitglied im Team PokerStars, hat sich als erfolgreicher Kartenspieler darauf spezialisiert, seine Leidenschaft auf Twitch auszuleben – und sie über dieses Medium gleichzeitig in bare Münze zu verwandeln. Jaime präsentiert fünfmal die Woche frische Pokervideos für alle, die in Sachen Kartenspiel noch etwas dazulernen oder einfach nur spannende Games genießen möchten. Darüber hinaus nutzt er Videoblogs auf YouTube, um seine Reichweite zusätzlich zu erhöhen.

Auch Tim Chimoy hat es geschafft: Er siedelte sich vor einiger Zeit in seinem Traumland Thailand an, von wo aus er eine digitale Community leitet. Vorher betätigte er sich jahrelang als Blogger zu den Themen ortsunabhängiges Arbeiten und Geld verdienen auf Reisen. Nicht nur schriftliche Einträge, sondern auch regelmäßige Podcasts gehörten auf »Earthcity« zu seinem täglichen Brot, doch dann kam etwas Neues ins Rollen! Heute weiß er ein ganzes Team an seiner Seite, welches den sogenannten »Citizen Circle« betreibt: Das Netzwerk betreut digitale Nomaden und alle, die es werden wollen. Voraussetzung zum Beitritt: eine (angestrebte) Selbständigkeit als Unternehmer oder Unternehmerin, die das ganze Abenteuer finanziert.

Womit wir bei dem wichtigsten Thema angelangt sind, das die grundlegendste Voraussetzung für dein eigenes Nomadenleben darstellt: die solide Vorbereitung. Bevor es dich irgendwo in die Weltgeschichte verschlägt, solltest du zuerst jede Menge Informationen sammeln, Blogs lesen, dich mit erfahrenen digitalen Nomaden unterhalten, dein eigenes Business-Konzept entwickeln, dir ein gewisses finanzielles Polster zulegen … Es gibt noch so viel zu tun, um sicherzustellen, dass deine eigene Reise ein Erfolgserlebnis und kein krachender Reinfall wird! Denn so sehr die absolute Freiheit auch verlockt: In dieses Abenteuer solltest du nicht völlig blauäugig starten, dafür ist die Sache viel zu komplex.

Digitale Nomaden im Ausland

Auch für dein späteres, stationäres Berufsleben werden die Auslandsjahre kaum ein Hindernis darstellen: Menschen mit Mut, vielfältigen Erfahrungen, gemischten Sprachkenntnissen und selbständiger Handlungsweise sind beinah überall gern als Führungskräfte gesehen. Doch wenn es dir tatsächlich gelungen ist, dein eigenes Business über Jahre hinweg nicht nur aufzubauen, sondern gewinnträchtig zu erweitern, bringt dich wahrscheinlich kein noch so verlockendes Angebot mehr von der Selbständigkeit ab.

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