Digitalisierung von Schulen – so sieht es aus in Deutschland

Digitalisierung von SchulenDie Welt wird digital. Technisches Verständnis und der sichere Umgang mit den verschiedenen multimedialen Medienkanälen ist daher auch für Kinder ein wichtiger Lernfaktor.

In vielen Ländern wird das bereits in der Schule umgesetzt. Doch wie sieht die Lage in Deutschland, einem der eigentlich am weitesten entwickelten Länder, im weltweiten Vergleich aus?

Digitaler Rückschritt statt Fortschritt

Düster. So lässt sich die Lage am besten beschreiben. Den meisten Deutschen Schulen fehlt es an den nötigen Materialien und an Lehrkräften, die motiviert daran sind, den Unterricht digitaler und medienfreundlicher zu gestalten. Zwar gibt es Musterschulen, die modern und digital Unterrichten, doch diese sind meistens privat oder gelten bisweilen als Schulen, in denen die neuen Konzepte getestet werden. Dabei sollten sie längst vorangeschritten sein, zumal die meisten Schüler inzwischen bereits ab dem Grundschulalter ihre eigenen Smartphones besitzen.

Das bedeutet, dass sie bereits sehr früh mit dem Internet und all seinen Gefahren in Verbindung treten. Hier sollte von früh auf eine gewisse Aufklärung erfolgen, die nicht nur von den Eltern, sondern auch von den Lehrern aus erfolgt. Doch woran liegt es, dass Deutschen Schulen bislang der Fortschritt oft verwehrt bleibt?

Fehlendes oder mangelhaftes Equipment

Einer der Hauptgründe ist, dass viele Schulen gar nicht das entsprechende Equipment besitzen, um den Unterricht digitaler zu gestalten. Oftmals mangelt es auch am Geld. Tablets für die Schüler und spezielle Tafeln sind in der Regel nicht günstig. Ist entsprechendes Material bereits vorhanden, müssen schnell Abstriche in der Qualität gemacht werden. Das liegt oft daran, dass Schüler unsachgemäß mit den Geräten umgehen und sie damit beschädigen können. Außerdem kommt es oft personell in der Lehrerriege zu Missständen, was auch ein weiterer Grund ist.

Lehrer sind mit der Technik überfordert

Viele Lehrer sind auf den Einsatz multimedialer Kanäle gar nicht oder nur mangelhaft vorbereitet. Meistens ist es sogar so, dass nur ein einziger oder ein kleines Team für die Wartung und Verwaltung der Geräte verantwortlich ist. Das führt oft dazu, dass die Geräte auf Dauer stärkerer Abnutzung ausgesetzt sind und mit Fehlern behaftet werden.

Ausfälle sind die Folge. Des Weiteren sind die meisten Lehrer gar nicht für den dauerhaften Umgang mit digitalen Medien im Unterricht gewappnet. Teilweise durch die eigene Überforderung, sich mit den Geräten näher auseinander zu setzen. Hier würden entsprechende Lehrgänge und Hilfskurse aushelfen, die besonders von älteren Lehrkräften genutzt werden sollten.

Mangelhafte IT-Infrastruktur

Die meisten Schulen in Deutschland sind nicht mit einer stabilen W-LAN Verbindung ausgestattet. Diese ist eine wichtige Voraussetzung für den Einsatz digitaler Unterrichtsmaterialien. Viele Schulen verzichten dabei auch bewusst darauf, Schülern und Lehrern flächendeckendes W-LAN zu gewähren, damit die Schüler sich nicht zu sehr vom Unterricht ablenken. In vielen Schulen gibt es sogar nur in einzelnen Räumen eine, oftmals sogar sehr langsame und überlastete, Internetverbindung.

Warum ist eine Digitalisierung des Unterrichts dringend notwendig?

Mehr als die Hälfte der Jugendlichen können sich einfach nur wahllos durchs Netz klicken. Auf etwaige Gefahren, die auf manchen Websites lauern, sind sie nicht vorbereitet und auch nicht richtig aufgeklärt. Das ist ein wichtiger Ansatz, an dem auch die Schule die nötige Aufklärung bringen sollte. Allerdings ist es wichtig, dass nicht nur auf Gefahren im Internet hingewiesen wird. Auf das “Suchtpotential”, die Gefahr durch Viren und Schadsoftware sowie die schwerwiegenden Folgen, die durch Internetmobbing entstehen wird in der Regel auch in nicht digitalisierten Schulen hingewiesen.

Allerdings ist es nicht nötig, den Jugendlichen nur die Gefahren zu erklären. Ihnen sollte der richtige Umgang mit dem Medium gelehrt werden, damit sie mögliche Gefahren im Internet selbst erkennen und vermeiden. Die Zeit schreitet eben voran und die Welt wird von Jahr zu Jahr digitaler und abhängiger vom Internet und Multimedia. Daher ist ein frühes Lernen des Umgangs mit dem Internet für Kinder besonders wichtig. Im europäischen Vergleich hinkt Deutschland, insbesondere wenn man Nordeuropa betrachtet, dabei ziemlich hinterher.

Welche Lösungsansätze gibt es?

Zuerst sollten die vorhandenen Lehrkräfte auf den Einsatz digitaler Unterrichtsinhalte vorbereitet werden. Dazu gibt es entsprechende Lehrgänge, die von den Pädagogen aufgesucht werden sollten. Unterstützend hierfür gibt es Firmen, die sowohl Konzeption digitaler Klassenräume sowie die Schulung von Lehrkräften einheitlich anbieten. Beispiele hierfür sind AixConcept und Reitzner. Als nächsten Schritt sollten die Schüler auf die bevorstehenden Veränderungen vorbereitet werden. Der klassische Unterricht soll dabei nicht ganzheitlich abgeschafft werden, er soll eine Symbiose mit den digitalen Inhalten eingehen und durch die Verwendung der entsprechenden Technik modernisiert werden.

Auf diese Weise lernen Kinder den richtigen Umgang mit multimedialen Geräten und dem Internet neben den traditionellen Unterrichtsinhalten. Durch das crossmediale Konzept ist es den Schülern auch möglich, die traditionellen Inhalte quasi spielerisch mit der Hilfe spezieller Lernspiele bzw. Lernprogramme zu lernen, was besonders im Grundschulalter von großem Vorteil sein kann. Fakt ist: Die Welt wird digital und die künftigen Generationen müssen von klein auf viel besser darauf vorbereitet werden – das gilt sowohl für Lehrkräfte, als auch für die Eltern.

bildungsdoc®-Handbuch:

bildungsdoc® beantwortet die häufigsten Fragen zu:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.