Das Drama nach dem Abitur – Wenn das Traumstudium unerreichbar scheint

Orientierungsberater Andreas PeezSchüler, die heute dem Abitur entgegenlernen, haben verglichen mit früheren Generationen eine anstrengendere Schulzeit hinter sich. Der (mittlerweile wieder aufgeweichte) Wechsel zum G8, also zum acht – statt neunjährigen Gymnasium, brachte nicht nur anfangs viel Chaos in den Schulbetrieb, er hat den Lernstress auch erhöht und das Arbeitspensum verdichtet.

Da ist es kein Wunder, dass sich viele Schüler erst einmal voll auf die Abschlussprüfungen konzentrieren und die inzwischen recht harte Realität auf dem Studienmarkt zunächst ignorieren oder verdrängen. Die Realität, dass der anhaltende Wunsch junger Leute, eine akademische Ausbildung zu absolvieren, mittlerweile zu einem teilweise recht heftigen Konkurrenzkampf um die Studienplätze führt – mit Gewinnern und Verlierern dieses Kampfes.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München stellt hierzu fest: „In meiner täglichen Beratungspraxis erlebe ich seit einigen Jahren immer mehr junge Menschen, die sich zu den Verlierern dieser Entwicklung zählen. Es sind nicht die Überflieger, sondern die „normalen“ bis guten Schüler, die sich sehr anstrengen, ein ordentliches Abitur zu schreiben, und zunächst recht froh über ihren Zweierschnitt sind.“

Diese Freude, so Peez, lege sich jedoch bei manchen recht schnell und weiche einer Ernüchterung oder manchmal sogar Verzweiflung. Diese stellt sich ein, wenn die jungen Leute realisieren, dass selbst ein gutes Abitur heute oft nicht mehr reicht, um einen Studienplatz zu bekommen. Zumindest nicht im gewünschten Fach. Oder an der gewünschten Hochschule. Oder wenigstens in der gewünschten Stadt oder Region. Orientierungsberater Andreas Peez ergänzt: „Es geht hier überhaupt nicht, wie manche denken, um überzogene Wünsche einer verwöhnten Generation: Wer aus einer finanziell eher schwachen Familie stammt, ist oft darauf angewiesen, weiterhin bei den Eltern wohnen zu können, und braucht daher einen Studienplatz in der Nähe des Wohnortes.“

Die Liste der Studienfächer, in denen die Plätze besonders knapp sind, wird indes immer länger: Es sind nicht mehr nur Fächer wie Medizin, Kommunikationswissenschaften und Psychologie, sondern zunehmend auch wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge und Programme aus den Bereichen Soziales und Gesundheit , in denen die Anforderungen an die Bewerber ständig zu steigen scheinen.

Die frustrierten Schulabgänger wieder aufzubauen und Ihnen neue Perspektiven aufzuzeigen, dies ist ein wichtiger Bestandteil der Beratungstätigkeit von Andreas Peez aus München. Er stellt fest: „Für manche Abiturienten wird das ursprüngliche Wunschstudium umso attraktiver, je unerreichbarer es scheint, und sie beginnen, sich auf eine „fixe Idee“ zu versteifen.“ Dabei verdrängen sie, so Peez, dass auch der ersehnte Traumberuf, sei es Tierarzt, Psychotherapeutin oder Journalist, vermutlich seine Schattenseiten hätte. Sie verdrängen auch, dass es höchstwahrscheinlich gute und realisierbare Alternativen gibt, die am Ende zu einem ganz ähnlichen Berufsbild führen, und dass in jedem Menschen unterschiedliche Interessen und Talente stecken, die beruflichen Erfolg und Zufriedenheit auch in ganz anderen, bisher nicht berücksichtigten Bereichen ermöglichen.

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