Employer Branding und die Bedeutung für Unternehmen

Employer Branding und die Bedeutung für UnternehmenEin Unternehmen lebt nicht nur von seinen Produkten und Kunden, sondern in erster Linie von seinen Mitarbeitern. Entsprechend wichtig ist einem Unternehmen auch die Rekrutierung und Entwicklung fähiger Fachkräfte. Um diese zu bekommen, reicht es aber längst nicht mehr, mit einem dicken Gehaltsscheck zu wedeln.

Top-Arbeitnehmer sind anspruchsvoller und wählerischer geworden. Sie wollen in einem Unternehmen arbeiten, das sie als vielseitig positiv wahrnehmen. Genau hier kommt das sogenannte Employer Branding ins Spiel, also das Image eines Unternehmens als Arbeitgeber.

Die Bedeutung der Arbeitgebermarke

Denkt man an das Image eines Unternehmens, so denkt man in erster Linie an dessen Wirkung für den Absatz der Produkte. Zahlreiche Skandale und Enthüllungen in der Wirtschaftswelt schlugen sich oft direkt auf die Verkaufszahlen nieder. Doch ebenso fatal kann ein schlechtes Image für ein Unternehmen in puncto Bewerberqualität sein. Die besten Fachkräfte gehen nämlich ungern zu einem Unternehmen, von dem sie wissen, dass es in der Öffentlichkeit schlecht dasteht. Doch es muss gar kein großer Skandal sein, der das Image des potentiellen Arbeitgebers belastet. Oft sind es viele Kleinigkeiten, aus denen sich ein eher ungutes Bild ergibt. Schafft es ein Unternehmen nicht, dem Bewerber vom Mehrwert einer Anstellung jenseits des Gehaltsschecks zu überzeugen, geht dieser nämlich direkt zur Konkurrenz.

Einflussfaktoren und Wirkungsbereiche

Die Wichtigkeit der Faktoren, die ein Unternehmensimage bilden, divergiert je nach Branche und Bewerber. Doch gewisse Muster sind durchaus zu erkennen. So sind den meisten Bewerbern die internen Entwicklungschancen wichtig. Nur mit Aufstiegschancen und Weiterbildungsangeboten kann ein Unternehmen Führungskräfte binden und Karrieren ermöglichen. Ebenso müssen die Produkte eines Unternehmens wertig sein. Niemand vergeudet sein Können an minderwertige Fabrikate.

Die Identität und die kommunizierten Werte des Arbeitgebers sind ebenfalls von Belang, sofern sie im Alltag auch gelebt werden. Wer sich beispielsweise Familienfreundlichkeit auf die Fahnen schreibt, aber keine Anstrengungen unternimmt, um seine Mitarbeiter auf diesem Feld zu entlasten, macht sich unglaubwürdig und schädigt sein Arbeitgeberimage. Besonders in den letzten Jahrzehnten ist die Gestaltung des direkten Arbeitsumfeldes sehr bedeutend geworden. Moderne Fachkräfte müssen sich wohlfühlen, um Leistung abzurufen. Dazu gehören innovative Bürokonzepte, Gleitzeit und Home Office Lösungen, aber auch die Unterstützung einer gesunden Work Life Balance.

Personalmarketing im digitalen Zeitalter

Wir leben in Deutschland bekanntermaßen in einer Dienstleistungsgesellschaft, die in den letzten Jahren und Jahrzehnten deutlich mobiler, flexibler und beschleunigter geworden ist. Vor allem in den computergestützten Branchen hat die Digitalisierung fast alles verändert. Auch die Menschen, die nach wie vor die Arbeit leisten, sind diesem Transformationsprozess unterworfen worden. Von ihnen wird Flexibilität, Mobilität und Anpassungsfähigkeit erwartet. Gleichzeitig werden sie aber auch für moderne Unternehmen viel wertvoller – eben weil sie bereit sind, sich diese Eigenschaften anzueignen.

Im Umkehrschluss wird der mobile und flexible Arbeitnehmer aber auch rastloser und neigt eher zum Orts- oder Arbeitgeberwechsel, wenn er unzufrieden ist. Anders gesagt: Wer flexible und mobile Mitarbeiter möchte, darf sich nicht wundern, wenn diese ganz mobil mal eben den Wohnort und Arbeitgeber wechseln. Da gilt es, Maßnahme zu ergreifen, gerade die Topleute bei der Stange zu halten.

Das leisten Employer Branding Agenturen

Die wenigsten Arbeitgeber, besonders im Mittelstand, können es sich leisten, eigene Kräfte auf das Employer Branding anzusetzen. Doch es zu vernachlässigen, können sie sich noch viel weniger leisten.

Deshalb gibt es einige hochspezialisierte Agenturen, die diese Aufgabe übernehmen und im Grunde mit Unternehmensnamen gegenüber Bewerbern das tun, was Marketing-Experten mit Produkten gegenüber Kunden tun – nämlich Menschen davon zu überzeugen, wie gut sie sind und wie gut sie ihnen tun werden. Solche Agenturen im Employer Branding haben in der Akquise oft einen schweren Stand, weil ihre Arbeit sich nicht durch so etwas wie Verkaufszahlen messen lässt. Doch die Wahrnehmung der Wichtigkeit eines Imageaufbaus als Arbeitgeber wächst – nicht zuletzt dank solcher Plattformen wie kununu oder jobvote, auf denen Mitarbeiter den eigenen Arbeitgeber bewerten können. Auch das ist eine Begleiterscheinung des digitalen Zeitalters, die man als Unternehmen nicht unterschätzen sollte.

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