Wann weiß man genug, um sein eigenes Unternehmen zu gründen?

SmartBusinessPlan für ExistenzgründungZuallererst: Gründen ist kein Hexenwerk. Ein Unternehmen anmelden kann so ziemlich jeder. Der Teufel liegt im Detail. Denn das eigentliche Gründen ist nicht die Schwierigkeit, sondern was danach kommt.

Um Erfolg im hart umkämpften Gründungsbereich zu haben muss man gut vorbereitet sein. Über je mehr nützliches Wissen man verfügt, desto höher sind die Chancen, dass das eigene Unternehmen ein Erfolg wird.

Da das mögliche Wissen, das man sich im Gründungsbereich aneignen kann, sehr umfangreich ist, haben wir dir eine Übersicht erstellt. Diese soll dabei helfen, deine Energie in das richtige Wissen zu stecken.

1. Die Grundidee

Hier legst du die Grundlage für eine effiziente Wissenssammlung. Kein Mensch kann alles wissen. Indem du deine Idee detailliert formulierst, kannst du ungefähr abstecken, welche thematischen Bereiche für dich am wichtigsten sind. Der Betreiber eines Sägewerks muss nicht wissen, welche Hygienevorschriften für ein Sushi-Restaurant gelten. Ebenso sollte der Sushi-Restaurant-Besitzer keine Zeit in das Kennenlernen der aktuell stark nachgefragten Holzarten investieren. Je mehr du hier ins Detail gehst, desto weniger Zeit verschwendest du später mit unnützem Wissen.

Empfohlene Quellen: Dein Kopf für die Idee und das Internet für Grundinformationen

2. Das Produkt

Weißt du, was du verkaufen willst? Ja? Gut. Aber weißt du auch, was alles an deinem Produkt dranhängt? Vor allem für Produkte in Deutschland gelten oft sehr genaue Regeln. Auch Dienstleistungen gelten hier als Produkt, da sie meist mit Verhaltensregeln belegt sind. Wie viel Energie hier aufgeboten werden muss hängt wieder vom Gründungsbereich ab. Lebensmittelproduzenten sollten hier viel Zeit investieren, da ihre Regeln zu den strengsten gehören.

Wenn das Gesetzliche klar ist bleibt zu klären, woher dein Produkt kommt. Wenn du selbst produzieren willst, brauchst du Lieferanten für Rohmaterial. Falls du nur weiterverkaufst musst du dich um Transport und Lagerung kümmern. Du solltest ein Experte für dein Produkt werden, denn nichts ist schlimmer als im laufenden Betrieb von vermeidbaren Problemen überrascht zu werden.

Empfohlene Quellen: Praktikum in ähnlichen Betrieben, offizielle Internetseiten und deine Bibliothek für Fachbücher

3. Die Kunden

Selbst das beste Produkt ist ziemlich nutzlos, wenn es niemand kaufen will. Zu wissen, ob und bei wem Interesse an deinem Produkt besteht, ist der halbe Sieg. Dann gilt es, die richtige Ansprache zu finden – und diese dort vorzunehmen, wo dein Kunde sich aufhält. Du solltest dir einen gesunden Grundstock an Marketingwissen aneignen. Falls du ein Internetunternehmen gründen willst, ist es unerlässlich, dass du dich mit dem Thema Suchmaschinen und Content Marketing auseinander setzt.

Neben diesem Spezialwissen kannst du aber auch auf ganz klassische Methoden setzen. Erstelle dir einen kleinen Fragebogen und geh einfach mal auf die Straße. Du wirst überrascht sein, was man alles über seine Kundschaft erfahren kann. Wenn du weißt, an welche Zielgruppe sich dein Angebot richtet, wird dir Marketing sehr viel einfacher fallen.

Empfohlene Quellen: Umfragen, Blogs und deine Bibliothek für Fachbücher

4. Die Finanzen

Der große, böse Wolf. Einen kompletten und realistischen Finanzplan zu erstellen ist eine Aufgabe, die du nicht unterschätzen solltest. Sie ist allerdings tatsächlich nicht die unmögliche Herausforderung, zu der sie einige machen. Wie alles besteht auch der Finanzplan aus einzelnen Teilen. Umsatz-, Liquiditäts- und Kapitalplanung sind alles wichtige Aspekte. Mit ihrer Hilfe kannst du die Erfolgschancen deines Unternehmens bestimmen.

Nimm dir alle Teilbereiche nacheinander vor, so wird aus einer riesigen Aufgabe eine Reihe kleinerer Aufgaben. Wenn dir Zahlen so gar nicht liegen kannst du auch die Hilfe eines Spezialisten in Anspruch nehmen oder dir eine technische Lösung suchen.

Empfohlene Quellen: Spezialisten, Internet und deine Bibliothek für Fachbücher

Diese vier Punkte sind eine grobe Übersicht über die Bereiche, in denen du firm sein solltest – und zwar bevor du dein eigenes Unternehmen gründest. Es gibt noch diverse andere kleinere Bereiche über die du Bescheid wissen solltest. Eine Übersicht über die Wichtigsten findest du in eigentlich jedem Businessplan.

Das wichtigste ist allerdings, dass du verinnerlichst, dass Wissen in diesem Fall eine Investition ist. Finde heraus, welche Bereiche am meisten zum Erfolg deines Unternehmens beitragen werden und fokussiere dich auf eben diese. Wenn du versuchst, in allem Experte zu werden, wird diese Arbeit kein Ende nehmen. Hüte dich vor der Ablenkung durch irrelevantes Wissen in der Gründungsphase. Für zusätzliches Wissen ist nach der Gründung immer noch genug Zeit.

Wenn dir die Unterscheidung von relevantem und irrelevantem Wissen nicht gelingen will, dann wende den Vorschlag aus Punkt 2 an. In einem Praktikum in einem passenden Betrieb kannst du sehr genau erfahren, was unverzichtbar ist in der entsprechenden Branche. Hast du keine Zeit dafür, kannst du z.B. Fachgruppen in Xing zum Fragen nutzen. Frag auch bei der IHK nach Informationsmaterial, das gezielt auf deine Unternehmensrichtung eingeht.

Denk auch darüber nach, ob es nicht sinnvoll wäre, dir einen Partner für die Gründung zu suchen. Zwei Köpfe lernen schneller als einer.

Um zu testen, ob du genug über dein zukünftiges Unternehmen weißt, lass dich von einem Experten testen. Du kannst, falls vorhanden, deinen Mentor bitten, dich zu deinem Unternehmen zu befragen. Falls du eine Bankfinanzierung brauchst, wirst du um diesen Test ob des Bankgesprächs gar nicht herumkommen.

Du hast für die Aspekte in diesem Artikel schon selbstbewusste Antworten und weißt in etwa, wie du vorgehen musst? Super, dann steht dir jetzt nichts mehr im Weg. Gründe dein Unternehmen!

Autor-Information
Julius Pankoke hat einen Abschluss in Wirtschaftswissenschaften und lebt in Berlin. Seine Spezialgebiete sind Entrepreneurship und Business Development. Julius teilt sein Wissen gern mit Gründern und Startups bei SmartBusinessPlan.

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