Fernstudium online: Ja oder Nein?

Fernstudium online: Ja oder Nein?Wissen aktualisieren, Fähigkeiten vertiefen oder Fertigkeiten erweitern, das sind die Ziele eines jeden Fortbildungsangebotes.

Doch trotz einer immer breiter werdenden Angebotspalette seitens der Fortbildungsinstitute nimmt das Informationsinteresse der Bevölkerung in Deutschland an beruflicher Weiterbildung ab. Neue Modelle sind gefragt, die dieser Tendenz entgegenwirken.

Voll im Trend liegen derzeit Online-Seminare, die so genannten Webinare. Aus Sicht der Anbieter verwundert das kaum, denn Webinare lassen sich heutzutage kostengünstig und ohne viel Aufwand umsetzen. Sie sind mehrfach einsetzbar und erzielen für das Unternehmen, die Agentur oder den „Experten“ sowohl Reputationsgewinn als auch hohe Konversionsraten. Doch wie sieht es mit dem Mehrwert für die Teilnehmenden aus?

Webinare und ihr Mehrwert für den Teilnehmer

Aufgrund ihrer Flexibilität, der wiederholbaren Abrufbarkeit und der geringen Kosten (für Anfahrt, Verpflegung und Übernachtung) bieten Online-Angebote auf den ersten Blick viele Vorteile. Da verwundert es nicht, dass Anbieter vollmundig verkünden, die „Teilnehmer würden die Online-Seminare lieben, da sie äußerste Flexibilität bieten“. Doch ist dem wirklich so? Die Benotungen der Teilnehmer auf Portalen wie bildungscheck.de und Co. liefern ein anderes Bild. Für die schnelle Vermittlung eines inhaltlich begrenzten Sachverhaltes (z.B. neue Rahmenbedingungen, Regelungen oder gesetzliche Vorgaben) mag das zutreffen, die Vermittlung komplexerer Sachverhalte oder neuer Fertig-/Fähigkeiten scheint jedoch der Präsenzschulung zu bedürfen.

Vorteile des Präsenzunterrichts

Schon Konfuzius wusste: „Sage es mir, und ich werde es vergessen. Zeige es mir, und ich werde es vielleicht behalten. Lass es mich tun, und ich werde es können.“ In diesem mehr als 2.000 Jahre alten Satz steckt die Erkenntnis, dass es zum Erlernen bestimmter Fähigkeiten des Tuns bedarf. Wie vermittele ich beispielsweise die Fähigkeit des empathischen Zuhörens an einem Monitor? Wie gelingt einem Dozenten die Verbesserung persönlicher Kompetenzen, wenn zwei Monitore sowie eine Online-Verbindung zwischen Dozent und Teilnehmer liegen? Für Aus-, Fort- und Weiterbildungen mit praxisorientierten Zielen scheint die Kommunikation „auf Augenhöhe“ unerlässlich – Präsenzschulungen bieten hier deutliche Vorteile.

Optimal: Fernstudium und Praxis-Workshops

Die Frage, ob eine Weiterbildung in Voll- oder Teilzeit durchgeführt werden soll, erübrigt sich, wenn man weiterhin berufstätig sein möchte. Für alle, die sich berufsbegleitend weiterbilden möchten, bietet sich daher eine Kombination aus Fernstudium und Praxis-Workshops an – so lassen sich zeitliche und örtliche Flexibilität mit den Vorteilen des Präsenzunterrichts verbinden. Die über Studienbriefe vermittelten Informationen werden in ergänzenden Workshops in die Praxis umgesetzt und erweitern so das Kompetenzspektrum der Teilnehmenden.

Der Autor Christian Gertz ist Geschäftsführender Gesellschafter der complus Akademie für Kommunikation in Münster. Das ZFU- und AZAV-zertifizierte Weiterbildungsinstitut hat sich auf die berufsbegleitende Aus- und Weiterbildung von Kommunikationsexperten spezialisiert. In 6 oder 12 Monaten erhalten die Teilnehmenden bei complus das notwendige Rüstzeug für einen Job als PR-Berater, Pressesprecher, PR-Referent oder Kommunikationsmanager.

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