Frauen und die Verhandlungen um das Gehalt

Gehaltsverhandlung
© BananaStock/Thinkstock

Jedes Jahr kommt sie wieder, die Diskussion um Gehälter und die Frauenquote. Diskriminierung beim Berufseinstieg und im Job selbst sind längst keine fantastischen Gespinste mehr, sondern Realität. Frauen müssen Initiative ergreifen.

Woran liegt der Gehaltsunterschied?

Immer noch bekommen Frauen rund 20% weniger Gehalt bei dem gleichen Beruf gegenüber ihren männlichen Kollegen. Über die genauen Gründe streitet man noch:

  • Liegt es am alten gesellschaftlichen Bild über Frauen, Ehe und Alleinverdiener?
  • Liegt es am Kinderkriegen?
  • Sind die Geschäftsleiter misogyn?

Eine Studie an der Uni Pforzheim konnte zumindest einen Faktor begründen: Frauen verhandeln zu schlecht um ihr eigenes Gehalt.

Frauen verhandeln nicht gut genug für ihr Gehalt

Rund 700 Studenten haben an fiktiven Vorstellungsgesprächen teilgenommen und hierbei über ihr Gehalt verhandelt. Das Ergebnis ist deutlich: Frauen haben niedrigere Gehaltsvorstellungen als Männer, sie bleiben häufig sogar noch unter ihren niedrigen Gehaltsforderungen und 60% von ihnen akzeptieren sofort das erste Gehaltsangebot. Männer sind da risikofreudiger und verhandeln im Vorstellungsgespräch.

Auch im Beruf fragen Frauen seltener nach einer Gehaltserhöhung, während Männer keine Scheu haben, mehr Geld zu verlangen. Frauen ist das Gespräch über Geld unangenehm. Sie hoffen, dass der Chef von allein erkennt, wie gut ihre Arbeit ist und ihnen mehr Lohn anbietet – das sind jedoch utopische Vorstellungen.

Frauen reden sich dann gern mit “Hauptsache die Kollegen sind nett” heraus. Kein Wunder: Mädchen werden schon in der Kindheit eingebläut nett, kollegial und nicht gierig zu sein, während der Egoismus bei Jungen nicht negativ aufgefasst wird. Der Gleichstellung im Beruf bringt das keinen Fortschritt. Was sollten Frauen also bei Gehaltsverhandlungen tun?

Wie verhandle ich richtig um mein Gehalt?

Vorbereitung: Frauen müssen sich gut auf das Gespräch vorbereiten. Harte Fakten zählen. Beim Bewerbungsgespräch sollte man daher mit bisherigen Erfahrungen aufwerten, bei Verhandlungen im Jahresgespräch am besten direkte Daten und Zahlen für erbrachte Leistungen im Kopf haben.

Das richtige Auftreten: Die Körpersprache, Mimik und Gestik sind im Vorstellungsgespräch wichtig, bei Frauen umso mehr, da sie schnell falsche Signale aussenden können. Frauen sollten daher keine lasziven oder duckmäuserischen Körperhaltungen einnehmen. Das Auftreten eines Mannes zu kopieren ist jedoch auch ungünstig und kann schnell falsch interpretiert werden.

Das richtige Aussehen: Die Kleidung zum Vorstellungs- oder Jahresgespräch sollte professionell wirken. Damenröcke für den Geschäftstermin sollten nicht zu kurz oder in Signalfarben sein, Kostüme sind in Ordnung solang die Dame nicht versucht sich zu damit verstecken. Ein absolutes No-Go: Starkes Make-up, rote Lippen, zu hohe Pumps und verspielt wirkende Frisuren.

bildungsdoc empfiehlt zum Artikel – Infos, Hinweise & Tipps:

bildungsdoc®-Handbuch:

bildungsdoc® beantwortet die häufigsten Fragen zu:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.