Gut beraten in die Karriere starten – wie Herkunft und gezielte Orientierung den Berufsweg beeinflussen

Orientierungsberater Andreas PeezEine kürzlich veröffentlichte Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung in Zusammenarbeit mit dem Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung hat Ergebnisse geliefert, die dem Bauchgefühl der meisten Berufs- und Studienberater entsprechen dürften: Welchen beruflichen Weg ein Schulabgänger einschlägt, das hängt maßgeblich von der familiären Herkunft ab und davon, ob und wie gut die berufliche Orientierungsphase begleitet wird.

Wer aus einer akademischen Familie stammt, wird nach Möglichkeit fast immer auch ein Studium anstreben, so ein Ergebnis der Untersuchung. Die Eltern dienen den jungen Leuten als positives Beispiel und üben – direkt oder indirekt – auch einen gewissen Druck aus, da man ja im Vergleich zu seinen Eltern ungern an „Status“ verlieren möchte. Orientierungsberater Andreas Peez aus München merkt hierzu an: „Ich kann dieses Ergebnis aus meinen alltäglichen Erfahrungen heraus bestätigen. Wenn junge Leute aus Akademikerfamilien zu mir in die Beratung kommen, geht es meist darum, die Studienwahl zu festigen oder sich aktuelle Informationen zu Studiengängen, Studienmodellen und unterschiedlichen Hochschulen einzuholen. Die Entscheidung, auf jeden Fall zu studieren, steht aber meist bereits fest und wird auch nicht hinterfragt.“

Umgekehrt verzichten über 40 Prozent der Abiturienten, deren Eltern keinen akademischen Abschluss haben, auf die Möglichkeit eines Studiums – obwohl sie die Voraussetzungen dafür ja mitbringen. Orientierungsberater Andreas Peez stellt fest: „Es fehlt in diesen Familien oft an Vorbildern, an denen man sich orientieren kann, weil sonst niemand studiert hat. Zudem gilt das Studieren bei den Eltern manchmal als teuer und zeitaufwändig, eine Lehre dagegen führt vermeintlich rasch zum Geldverdienen. Dass es finanzielle Unterstützungsmöglichkeiten gibt und ein Bachelorstudium heute auch nach drei Jahren beendet sein kann, das hat sich oft noch nicht herumgesprochen oder wird angezweifelt. Die berufliche Entwicklung wird eher kurz- als langfristig betrachtet.“

Doch auch bei Schulabgängern aus nichtakademischen Haushalten ist der Trend zum Studium spübar – die jungen Bildungsaufsteiger haben oft nur mehr Hürden und Widerstände zu überwinden als ihre Altersgenossen. Umso wichtiger ist daher eine gut begleitete Orientierungsphase im Vorfeld. Denn auch das ist ein Ergebnis der Untersuchung: Die zahlreichen Online-Angebote von Hochschulen, Unternehmen und anderen Organisationen verwirren tendenziell eher als dass sie Klarheit schaffen – vor allem wenn grundlegende Informationen zur Hochschulwelt und dem Studieren an sich noch fehlen.

Orientierungsberater Peez aus München rät daher: „Ich kann jedem jungen Menschen nur raten, die Angebote in Anspruch zu nehmen und sich im Bedarfsfall persönliche Unterstützung zu holen. Die Berufswahl ist eine der wichtigsten Entscheidungen im Leben – daher lohnt es sich, etwas Zeit und Aufwand in diese Entscheidung zu investieren.“

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