Karrieresprungbrett Studium: Qualifikation im Ausland

Qualifikation im AuslandAn Hochschulen in Deutschland waren 2016 – laut Statistischem Bundesamt – mehr als 2,8 Millionen Studenten eingeschrieben. Circa 2,4 Millionen Studenten waren deutsche Staatsbürger, knapp 360.000 Studenten kamen aus dem Ausland. Letztere sehen das Studium in Deutschland als Karrieresprungbrett. Wie sieht die Situation anders betrachtet aus: Sprich zahlt sich Bildung im Ausland für deutsche Studenten aus?

In den letzten Jahren versucht die Politik vermehrt auf einen höheren Anteil unter den Studenten hinzuarbeiten, die sich für Bildungserfahrung im Ausland entscheiden. Einer Studie aus dem Jahr 2014 zufolge liegt der Anteil bei etwa einem Drittel. Dass nicht mehr Studenten Bildungsmöglichkeiten im Ausland in Anspruch nehmen, liegt auf der einen Seite sicher an der Angst vor den Kosten. Andererseits dürfte ein Teil der Studenten schlicht keine Vorstellung davon haben, welche Optionen heute möglich sind.

Von Auslandssemester bis Auslandsstudium

Zu den klassischen Formen des Auslandsaufenthalts als Student gehört das Auslands- bzw. Gastsemester. Die Vorteile liegen auf der Hand: Wer sich hierfür entscheidet, verbessert seine Sprachkenntnisse und sammelt zudem Erfahrung mit fremden Mentalitäten – es geht um Soft Skills. Der Auslandsaufenthalt passt zudem hervorragend in den Lebenslauf.

Aber: Ein Auslandssemester kann Studenten auch fachlich weiterbringen. Es wird Wissen vermittelt, das an der eigenen Hochschule eine vielleicht nur untergeordnete Rolle spielt. Beispiel: An Hochschulen in den USA ist Gründergeist wesentlich stärker verbreitet als in Deutschland.

Es muss nicht beim Auslandssemester bleiben. Immer wieder entscheiden sich Studenten dafür, längerfristig im Ausland zu studieren. Teilweise wird sogar direkt ein Abschluss im Ausland angestrebt. Hierfür bieten sich zwei Optionen an:

  • Studium im Ausland (Bachelor oder Master)
  • Kombination aus Studium in Deutschland und im Ausland.

Letztere werden als Internationale Studiengänge teilweise mit einem Doppeldiplom abgeschlossen.

Achtung: Auslandsaufenthalte an Hochschulen im Ausland können die Karriere voranbringen – wenn alles richtig gemacht wird. Im Hinblick auf die Anerkennung von Leistungen im Ausland hat sich in Deutschland in den letzten Jahren viel getan. Es ist dennoch vorab zu prüfen, wie die Situation für den konkreten Einzelfall aussieht.

Generell ist zu empfehlen, sich direkt an der Hochschule zu Auslandsangeboten zu informieren. Viele Hochschulen – wie zum Beispiel die Hochschule Fresenius – bietet entsprechende Beratungsangebote an. Hier können sich Interessenten nicht nur über den Ablauf, sondern direkt auch eventuell vorhandene Partnerhochschulen im Ausland informieren. Parallel sind entsprechende Infos auch über Austauschprogramme wie Erasmus oder Förderorganisationen – etwa den DAAD (Deutscher Akademischer Austauschdienst) verfügbar.

Sprachkurse und Studienreisen

Auslandssemester und Auslandsstudium nehmen Zeit in Anspruch. Es kann durchaus passieren, dass das Studium hierdurch etwas in die Länge gezogen wird – gerade wenn Leistungen aus der Studien-/Prüfungsordnung nachzuholen sind.

Wer sich dem nicht aussetzen, aber im Ausland trotzdem etwas lernen will, nutzt die Semesterferien für Sprach- oder Studienreisen. In der Regel erstrecken sich die Aufenthalte hier über wenige Wochen. Sprachkurse haben den Vorteil, dass Teilnehmer das Gelernte quasi 1:1 in die Praxis umsetzen können und zudem auch noch Erfahrung im Umgang mit anderen Mentalitäten sammeln.

Damit sich der Bildungstrip später auch für die Karriere bezahlt macht, ist auf die Zertifizierung zu achten. Schließlich kann mit der Bewerbung nur eingereicht werden, was man schwarz auf weiß hat.

Praktikum: Arbeiten und lernen

Praktika sind heute Bestandteil vieler Studienordnungen. Auf diese Weise soll Studenten – neben dem theoretischen Wissen – auch Berufspraxis vermittelt werden. Gerade in den Wirtschafts- und Ingenieurwissenschaften (aber weniger in den Geisteswissenschaften) ist diese Form der praktischen Ausbildung verbreitet.

Wie lange ein Praktikum sein muss und welche besonderen Inhalte es vermitteln soll, wird von den Hochschulen im Regelfall durch die Studienordnungen vorgeschrieben. Studenten können hier entweder den bequemen Weg gehen – und absolvieren das Pflichtpraktikum im Inland. Oder sie suchen nach Möglichkeiten, das Praktikum im Ausland zu machen.

Eine erste Anlaufstelle sind Konzerne und Mittelständler mit Tochtergesellschaften/Zweigstellen im Ausland. Parallel könnte die Bewerbung auch direkt an ausländische Firmen verschickt werden. In jedem Fall trägt das Auslandspraktikum nicht nur zum Studium bei, es kann im Idealfall auch den Einstieg in den Beruf erleichtern.

Tipp: In der Regel sehen Hochschulen die Semesterferien für das Pflichtpraktikum vor. Studenten haben aber auch die Möglichkeit, ein ganzes Semester für Praktika zu nutzen.

Visum & Co.: Worauf im Ausland immer achten

Aufenthalte im Ausland verschaffen Studenten einen Vorsprung im Hinblick auf die Karriere, punkten im Hinblick auf die Erfahrung im Umgang mit anderen Kulturen und verändern die Sicht auf die eigene Person.

Damit der Aufenthalt im Ausland die gewünschten Ziele erreicht, müssen verschiedene Voraussetzungen erfüllt sein. Besonders die Vorbereitung sollte auf den Punkt stimmen. Studenten müssen sich unter anderem um:

  • die Anerkennung von Prüfungsleistungen
  • Visumformalitäten/Einreisebestimmungen
  • den Versicherungsschutz
  • Wohnung usw.

kümmern. So blendet ein Teil in den Vorbereitungen mitunter aus, dass eine „normale“ Auslandskrankenversicherung für längerfristige Aufenthalte nicht ausreichend ist.

Außerdem muss es an diesem Punkt auch um die Finanzen gehen. Auslandsaufenthalte kosten Geld. Und das nötige „Kleingeld“ muss im Vorfeld zur Verfügung stehen, um am Ende im Ausland nicht mit leeren Taschen dazustehen. Wichtig: Ein Visum fürs Auslandssemester bedeutet nicht automatisch, dass Studenten auf dessen Basis jobben dürfen. Hinsichtlich der Finanzierung ist zu prüfen, ob sich die Qualifikation im Ausland nicht vielleicht sogar fördern lässt.

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