Krise nach dem Berufseinstieg: Wenn sich der erste Job als Fehlgriff erweist

Orientierungsberater Andreas PeezSchule, Ausbildung und Studium prägen die ersten 30 Prozent unseres Lebens erheblich, und wenn es dann endlich so weit ist und wir mit unserem Abschluss auf den Arbeitsmarkt kommen, um uns auf unsere erste feste Stelle zu bewerben, ist die Aufregung groß: Denn Hoffnungen und Ängste liegen oft dicht bei einander. Hoffnungen, dass sich die Mühe ausgezahlt hat und nun ein langfristiger Einstieg in ein Unternehmen gelingt, das einen fördert und weiterentwickelt. Und Ängste, dass genau dies eben nicht passiert und wir am Ende unglücklich im Beruf feststecken.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München hat recht häufig Klienten in seiner Beratungspraxis, die genau mit dieser Situation konfrontiert sind: Einige Monate bis ein Jahr nach dem Berufseinstieg ist die Enttäuschung groß, und es herrscht Katerstimmung. „Diese Klienten befinden sich oft in einer großen emotionalen Not, da sie ihren ganzen bisherigen Bildungsweg in Frage stellen und befürchten, alles falsch gemacht zu haben. Die Gründe für die Unzufriedenheit sind individuell jedoch ganz unterschiedlich und müssen daher auch individuell analysiert werden, um Abhilfe zu schaffen.“

Ein häufiges Thema ist finanzielle Entlohnung: Zwar ist den meisten klar, dass man am Anfang noch etwas weniger verdient, doch bisweilen sind die Einstiegsgehälter so gering, dass ein angemessener Lebensstandard zumindest in den teuren Ballungsräumen nicht möglich ist. Die jungen Berufstätigen haben das Gefühl, weiter auf „Studentenniveau“ zu leben, obwohl sie nun doch 40 Stunden und mehr in der Woche arbeiten. Andreas Peez aus München merkt hierzu an: „Die Einstiegsgehälter sind, z. B. in der Dienstleistungsbranche, tatsächlich niedrig. Aber es gibt große Unterschiede von Unternehmen zu Unternehmen. Da der Arbeitsmarkt im Augenblick auf den Seiten der Bewerber ist, kann ich ruhig noch ein bisschen warten, ob ich ein besseres Angebot bekomme, bevor ich den erstbesten Vertrag unterschreibe.“

Eine weitere häufige Ursache von Unzufriedenheit ist die Karriereentwicklung. Viele Berufsanfänger haben den Eindruck, sie würden nicht genügend gefördert und so gäbe es auch keine klare Karriereperspektive in dem fraglichen Betrieb. Orientierungsberater Andreas Peez meint hierzu: „Große Unternehmen haben oft klar definierte interne Karrierepfade. Kleine Firmen hingegen bieten häufig eher Training-on-the-job, was aber nicht schlecht sein muss. Es gibt durchaus viele Unternehmen, die ihre Mitarbeiter nicht aktiv fördern, aber es gibt auch junge Mitarbeiter, die zu schnell zu viel wollen. Hier ist es wichtig, vor Antritt des Jobs die gegenseitigen Erwartungen abzuklären.“

Schließlich, so empfiehlt Orientierungsberater Andreas Peez, ist es auch hilfreich, die gesamte Situation zu beleuchten, in der sich die Person gerade befindet: „Der erste Job ist eine große Hürde, die es für uns alle zu überwinden gibt. Sie ist mit Ängsten und Unsicherheit verbunden. Oft ziehen die Berufsanfänger in eine andere Stadt, finden zunächst nur eine nicht so schöne Wohnung, kennen niemanden und sind in den ersten Monaten sehr gestresst, weil sie alles richtig machen möchten.“ Diese Mehrfachbelastungen, so Andreas Peez, führten oft zu der beschriebenen Unzufriedenheit, aber die Situation am Arbeitsplatz ist nur ein Teil davon: „Wer das Gefühl hat, sich in einer Krise zu finden, der kann professionelle Unterstützung in Anspruch nehmen und gemeinsam mit einem Coach die Situation analysieren und Lösungsansätze entwickeln.“

bildungsdoc® empfiehlt – Infos, Hinweise & Tipps:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.