Mehrfachbelastung im Studium – der Spagat aus Lernen, Arbeiten und Leben

Orientierungsberater Andreas PeezTimo L. studiert Wirtschaftsingenieurwesen in München: ein anspruchsvolles Studium, das ihn im Grunde in Vollzeit ausfüllt und seine ungeteilte Aufmerksamkeit benötigen würde. Gleichzeitig aber studiert er in der teuersten Stadt Deutschlands, und so ist das Geld trotz BAföG und Unterstützung durch die Eltern immer knapp.

Einen zeitlich flexiblen Job, der sich mit seinem Studium vereinbaren lässt, hat er zunächst nur in der Gastronomie gefunden – das ist weder sonderlich gut bezahlt, noch hat die Tätigkeit etwas mit seinem späteren Berufsfeld zu tun. Und so fragt er sich allmählich, wo er die relevante Praxiserfahrung sammeln soll, die seine späteren Arbeitgeber offenbar so gerne sehen möchten.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München kennt viele derartige Fälle aus seiner Beratungspraxis. Die Studierenden verzweifeln an den vielen Herausforderungen, die sie gleichzeitig erfüllen sollen, und befinden sich bereits vor Eintritt in das Berufsleben manchmal an der Schwelle zum Burn-out. Und dass die Herausforderungen an den akademischen Nachwuchs in den letzten Jahren immer stärker gestiegen sind, ist nicht nur ein diffuses Gefühl, sondern inzwischen auch durch Zahlen belegt.

So sind nach der aktuellen Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks inzwischen über zwei Drittel der Studierenden berufstätig: Weil die Mieten in den letzten Jahren kontinuierlich gestiegen sind, das BAföG aber nicht entsprechend angepasst wurde und gleichzeitig immer weniger junge Menschen überhaupt BAföG bewilligt bekommen, müssen immer mehr Studierende immer stärker selbst dazuverdienen – zumal wenn die Eltern über begrenzte finanzielle Mittel verfügen.

Orientierungsberater Peez stellt hierzu fest: „In meiner Beratungspraxis kann ich ganz deutlich erkennen, dass diese Situation die soziale Spaltung verschlimmert: Einerseits die jungen Studierenden, deren Eltern gerne für das teure Studium an einer Privatuniversität aufkommen und die sich sorgenfrei aufs Lernen konzentrieren können. Und andererseits diejenigen, die mehrere Nebenjobs haben und sogar teilweise Kredite aufnehmen müssen, um überhaupt studieren zu können.“

Doch, so Orientierungsberater Andreas Peez, gibt es Lösungsansätze, um die geschilderten Herausforderungen zu meistern und gut strukturiert das Studium erfolgreich zu bewältigen. So bieten Hochschulen und Unternehmen duale Studiengänge an, die Theorie und Praxis sinnvoll kombinieren und den Studierenden zumindest ein gewisses Basiseinkommen sichern.

Insbesondere in wirtschaftlichen und ingenieurswissenschaftlichen, aber immer stärker auch in sozialen Berufssparten werden diese dualen Studiengänge angeboten. Wichtig ist hier, sich frühzeitig zu informieren und neutrale Beratung einzuholen, denn der Erfolg dieser Studienform hängt maßgeblich vom dualen Ausbildungspartner ab.

Auch Studiengänge auf Teilzeitbasis werden immer mehr angeboten und ermöglichen den immatrikulierten Studenten, mehr Zeit in das Sammeln von Praxiserfahrung und somit in das Verdienen des Lebensunterhaltes zu investieren. Auch hier empfiehlt es sich, sich frühzeitig und umfassend zu informieren und von einer neutralen Person beraten zu lassen, da die Qualität der Programme und Hochschulen schwankt. Auch erfordert diese Form des Studiums mehr Selbstorganisation als das klassische Studium.

bildungsdoc®-Handbuch:

bildungsdoc® beantwortet die häufigsten Fragen zu:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.