Mit Hanfstecklingen eine uralte Nutzpflanze großziehen

Mit Hanfstecklingen eine uralte Nutzpflanze großziehenEine der ältesten Nutz- und Zierpflanzen ist sicher der Hanf. Ursprünglich in Zentralasien beheimatet ist die Pflanze inzwischen fast weltweit in allen gemäßigten bis tropischen Klimazonen zu finden.

Hanf ist nicht nur wegen seiner Vielseitigkeit, sondern auch wegen seiner einfachen Zucht sehr beliebt. Er ist extrem pflegeleicht und schädlingsresistent. In der Industrie wird er gerade wegen seiner hohen Haltbarkeit, Umweltverträglichkeit und niedrigen Energiebilanz geschätzt.

Besonders leicht ist die Aufzucht mit Hanfstecklingen. Diese werden aus einer besonders kräftigen und starken Mutterpflanze gewonnen, indem der Kopftrieb abgeschnitten wird. An den Seitentrieben entstehen neue Hauptriebe aus denen dann die Stecklinge gezogen werden können. Außer der wesentlich leichteren Aufzucht bieten Stecklinge den Vorteil, dass sie eine direkte Kopie mit den guten Eigenschaften der Mutterpflanze sind. Somit ist eine qualitativ hochwertige Pflanze garantiert, während sich bei der Aufzucht von Samen die DNA verändert. So kannst du auch als Hobbygärtner Stecklinge kaufen und eine wunderschöne und hochwertige Pflanze erhalten.

Uralte Nutzpflanze

Ihre Verbreiterung verdankt die Pflanze ihrer nützlichen und vielseitigen Eigenschaften. Schon die alten Chinesen wussten die Pflanze für ihre besonders langen und nahezu unverwüstlichen Fasern zu schätzen.

Eine entscheidende Rolle für die Entwicklung der Menschheit spiele der Hanf bei der Papierproduktion, denn die Herstellung von Papier aus Holz war wesentlich komplizierter und wurde erst 1850 industriell möglich. So wurde die berühmte Gutenberg-Bibel 1455 auf Hanfpapier gedruckt wie auch die amerikanische Unabhängigkeitserklärung.

Auch bei der Erkundung der Meere spielte der Hanf eine unverzichtbare Rolle. Kein Schiff konnte damals auf Hanfseile und Segeltuch aus Hanf verzichten, denn Baumwolle wäre für diese Anwendung völlig unpraktikabel. Die Baumwolle würde bei Regen zu viel Wasser aufnehmen und so schwer werden, dass die Masten brechen würden. Hanffasern dagegen nehmen nur wenig Wasser auf und zeichnen sich durch ihre hohe Widerstandsfähigkeit gegenüber Salzwasser aus. So verdankte das Handelszentrum Venedig nicht zuletzt seine Macht der hohen Qualität seiner Hanfseile.

Eine unverzichtbare Industriepflanze

Auch heute noch ist der Hanf ein hoch geschätzter Rohstoff, der zu einer Vielzahl von Produkten verarbeitet werden kann. Nicht nur können die Fasern zu widerstandsfähigen Textilien weiterverarbeitet werden, es finden sich auch immer neue Möglichkeiten der Verarbeitung seiner Bestandteile. So ist es sogar möglich mit einem neuen Kaltpressverfahren den Hanfsaft aus dem oberen Teil der Pflanze zu Tierfutter zu verarbeiten. Auch als Bestandteil von Farben, Lacken und Waschmitteln macht sich Hanf hervorragend. Weiterhin dienen die Samen der Pflanzen, dank ihres hohen Fettgehalts, als hervorragende Futtermittel für Vögel und Nager.

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