Neue Arbeitsmodelle: Der Traum von der großen Freiheit

Orientierungsberater Andreas Peez
Orientierungsberater Andreas Peez

Christian sitzt in Thailand in einer Strandbar und stellt gerade sein Marketingkonzept für einen Unternehmensgründer in Düsseldorf fertig. Nathalie dreht mit ihrem Smartphone kurze Videos, in denen sie ihr neuestes Oberteil, ihr Lieblings-Make-up oder ein angesagtes Café in ihrer Stadt vorstellt und kommentiert – über YouTube verdient sie dann Geld damit. Und Markus versucht, als Vertriebspartner übers Internet ein neuartiges Nahrungsergänzungsmittel an den Mann zu bringen, seit er im Fitnessstudio von einem anderen Vertriebspartner angeworben wurde.

Selbständig, flexibel, mobil, global vernetzt – und reich? Mit diesen Erwartungen stürzen sich immer mehr Menschen in ein Abenteuer, das mit Begriffen wie „Digitale Boheme“ oder „Digitale Nomaden“ beschrieben wird. Diese beneidenswerten Arbeitnehmer sollen sich das ganze Jahr auf Weltreise befinden oder in ihrer Stadt in ihrem Lieblingscafé bzw. irgendwo am See sitzen und nur mit ihrem Telefon und Laptop Geld verdienen. Meistens machen sie dabei irgendwas mit Marketing, bloggen oder posten, skypen und verkaufen. Sie sind ihr eigener Herr, entscheiden selbst, was und wie viel sie wann erledigen möchten und wo sie sich dabei befinden.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München hat hierzu beobachtet: „Der Trend ging vor einigen Jahren spürbar los, als unzufriedene Arbeitnehmer in klassischen Angestelltenverhältnissen nach flexiblen Modellen des Geldverdienens gesucht haben und vielleicht auch noch die seit Jahren aufgeschobene Weltreise nachholen wollten. Als sich dann herumgesprochen hat, dass das funktionieren und man dabei auch noch Geld verdienen kann, gab es immer mehr Nachahmer.“

Peez kennt aus seiner Beratungspraxis etliche positive Beispiele und stellt fest: „Wer gut qualifiziert ist und schon als normaler Angestellter erfolgreich war, hat gute Aussichten, auch in einem solchen Modell seine Ziele zu erreichen. Neben einem soliden Know-How braucht es vor allem viel Disziplin, Planung und Durchhaltevermögen – sonst verheddert man sich womöglich in der grenzenlosen Freiheit.“

Mittlerweile gibt es eine zweite Gruppe, die sich sehr stark für diese neuen und flexiblen Arbeitsmodelle interessiert – die ganz Jungen. Die haben bei ihren Eltern erlebt, dass der klassische Angestelltenjob unter Umständen gar nicht so sicher ist, oder dass beruflicher Erfolg oft mit langen Arbeitszeiten und vielen persönlichen Einschränkungen einhergeht.

Orientierungsberater Peez meint: „Zu mir kommen immer mehr junge Leute in die Beratung, die gerade die Schule beendet haben, die Nase voll haben und mit einer vagen Geschäftsidee auf eine endlose Weltreise gehen möchten. Doch ohne Fachwissen und die nötigen Reife sind die Erfolgsaussichten meistens eher bescheiden. Ich erarbeite mit meinen Kunden dann Lösungen, bei denen sie ihrem Wunsch nach Freiheit nachgehen können und sich gleichzeitig eine solide Basis für die Zukunft erarbeiten. Mir ist es wichtig, dass auch langfristig eine gute Perspektive gegeben ist.“

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