Sorgenkind Berufsunfähigkeit – ein bedrohlicher Trend zieht seine Kreise

Die Saison der allgemeinen Arbeitsunfähigkeit hat längst begonnen. Kalte Temperaturen und ein Mangel an Sonnenlicht fordern ihren Tribut, sodass hierzulande tausende über Erkältungen, Grippe oder die berühmt berüchtigte Winterdepression klagen.

Zu allem Überfluss stieg der Anteil an durch Stress hervorgerufene Berufskrankheiten in der Vergangenheit rapide an und führt immer häufiger zu vorzeitigem Ruhestand. Gut 75.000 aller 2012 gestellten Anträge auf Erwerbsminderung ließen sich auf psychische und nervliche Erkrankungen zurück führen, die ihren Ursprung im hektischen Berufsleben der Betroffenen haben.

Der Anteil derjenigen, die aus psychischen Gründen vorzeitig in Rente gehen, beträgt somit über 30% in der Gesamtheit aller Frühverrentungen. Die Dunkelziffer derer, die unter dem sogenannten Burnout Syndrom leiden, dürfte allerdings noch deutlich höher liegen. So sprach die Techniker Krankenkasse kürzlich allein für den Raum Sachsen Anhalt einen Fehlzeitenanteil aufgrund psychischer Beeinträchtigungen von bis zu 60 Prozent aus. Im Rest der Bundesrepublik sieht es wahrscheinlich nicht viel anders aus.

Die ausgebrannten Seelen der Gesellschaft

Einst bescheinigte man den vorzeitigen Ruhestand wegen Ausgebranntheit überwiegend Fachkräften aus dem sozialen Sektor. Sie waren damals am stärksten von nicht abreißen wollendem Stress im Berufsalltag betroffen und hielten darum selten bis zum vorgeschriebenen Rentenalter durch. Alleine sind sie mit dieser Problematik inzwischen aber nicht mehr.

Gerade Schicht- und Zeitarbeiter teilen die Leiden der Pädagogen und Sozialarbeiter wie kein zweiter Berufszweig. Konzentrationsschwächen, chronische Schlafstörungen sowie manisch depressive Tendenzen sind hierbei nur einige der vielseitigen Folgen eines Arbeitsalltags, in dem ausreichende Ruhephasen Mangelware sind. Besondere Sorge bereitet den Krankenkassen in diesem Zusammenhang auch die dauerhafte Überbelastung des deutschen Pflegepersonals. Angesichts des demografischen Wandels ist zu erwarten, dass ihre Berufsunfähigkeitsstatistik sich in den kommenden Jahren noch stärker nach oben entwickelt. Grund genug, um rechtzeitig Vorkehrungen zu treffen.

Berufsunfähigkeitsversicherung als Standardvorsorge fürs Alter

Für Menschen, die in einem der genannten Berufsfelder tätig sind, sollten die eigene Gesundheit und eine entsprechende Absicherung im Alter stets an erster Stelle stehen. Dies bedeutet aber auch, im Notfall rechtzeitig die Reißleine zu ziehen, wenn der Job droht, einen zu zermürben. Ein solcher Schritt ist jedoch nur dann möglich, wenn der Lebensunterhalt trotz Berufsunfähigkeit gesichert ist. Aus diesem Grund ist eine gute Berufsunfähigkeitsversicherung unerlässlich, denn nur mit ihr kann gewährleistet werden, dass ausbleibende Gehälter Betroffene nicht in den finanziellen Ruin treiben.

Darüber hinaus sollten sich Arbeitnehmer, unabhängig von ihrer beruflichen Orientierung, immer über ihre Rechte im Klaren sein. Unzulässigen Überstunden, unzumutbaren Sonderschichten und Wochenendarbeit sind laut Arbeitszeitengesetz nämlich gewisse Grenzen gesetzt.

Vorbeugen ist besser als heilen. So schützen Sie sich effizient gegen Burnout und Depressionen

Die wichtigste Regel bei der Burnoutvorbeugung lautet: Hören Sie auf die Warnsignale ihres Körpers!

Des Weiteren gilt:

  • Vermeiden Sie Überarbeitung und gönnen Sie sich nach stressreichen Arbeitstagen ausreichende Erholung. Geregelte Schlafzeiten spielen hierbei eine große Rolle, denn ist der Schlafrhythmus erst einmal ins Wanken geraten, lässt er sich nicht so leicht wieder herstellen.
  • Erkundigen Sie sich bei Ihrer Krankenkasse bzw. Ihrem Arzt nach möglichen Kursangeboten zum Erhalt ihrer Ausgeglichenheit. Meditatives Training, Yoga, aber auch sportliche Aktivitäten, wie Fahrradfahren stärken nicht nur Ihre Abwehrkräfte, sondern sorgen zudem für einen klaren Kopf.
  • Die Wirkung von Heilkräutern und Tees wird oft unterschätzt. So helfen Johanniskraut, Lavendel und Hopfen beispielsweise dabei, depressive Neigungen in den Griff zu bekommen und können psychischen Erkrankungen bei regelmäßiger Einnahme erfolgreich entgegen wirken.
  • Sollten Sie bedingt durch die Jahreszeit an einer Winterdepression leiden, könnte eine Lichttherapie möglicherweise genau das richtige für Sie sein. Durch die Behandlung mit speziell dafür konzipierten Lampen kann der saisonal bedingte Mangel an Sonneneinstrahlung größtenteils kompensiert und das damit verbundene Defizit an Glücks- sowie Schlafhormonen behoben werden.
  • Zu guter Letzt ist es ratsam, den Arbeitgeber von ihren gesundheitlichen Bedürfnissen in Kenntnis zu setzen. Er ist verantwortlich für die Unversehrtheit seiner Arbeitnehmer und deshalb auch dazu verpflichtet, den Erhalt Ihrer Gesundheit zu gewährleisten, was auch in seinem Interesse ist, damit die seine Arbeitskräfte Leistungsfähig sind.

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2 thoughts on “Sorgenkind Berufsunfähigkeit – ein bedrohlicher Trend zieht seine Kreise

  1. Der Artikel erklärt sehr gut, was uns blüht, wenn wir nicht auf die Signale unseres Körpers hören und uns weiter mit Arbeit belasten. Daher ist es umso wichtiger, dass man für den Notfall abgesichert ist. Denn man kann nie sicher davor sein, nicht doch durch unvorhergesehene Ereignisse in die Berufsunfähigkeit zu gelangen. Zudem dürfte es bekannt sein, dass im Falle einer Berufsunfähigkeit, die danach erhaltene Erwerbsminderungsrente zum Leben allein nicht ausreichen wird. Umso mehr Sinn macht der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, damit man nicht nur finanziell abgesichert ist ,sondern auch durch die Berufsunfähigkeit benötigte Untersuchungen problemlos in Anspruch nehmen kann. Gerade die Berufsgruppen, die schwerer Arbeit ausgesetzt sind oder stundenlang am Computer arbeiten und infolgedessen über Rückenprobleme oder Stresssituationen klagen sind sehr anfällig in die Berufsunfähigkeit zu rutschen und müssen geschützt werden. Jedoch ist es längst nicht für jeden leicht sich versichern zu lassen. Gerade Berufe, wie das Handwerk, die ein hohes Berufsrisiko erfordern haben es schwer von einer Versicherung angenommen zu werden. Werden sie aber angenommen dann häufig zu erhöhten Beiträgen. Deswegen ist es jedem zu empfehlen, sich vor der Entscheidung, eingehend über die verschiedenen Versicherer und Leistungen zu informieren. Denn so kann man sicher sein, sich für den Versicherer zu entscheiden, der einen auch trotz seines risikoreichen Berufes annimmt und das zu angemessenen Versicherungsbedingungen.

  2. Ist es wirklich ratsam, den Arbeitgeber von meinen gesundheitlichen Bedürfnissen in Kenntnis zu setzen? Oder organisiere ich mir damit noch mehr Stress, weil mich der AG auf die “Abschussliste” setzen könnte?

    Der Rat bezüglich einer Berufsunfähigkeitsversicherung ist gut. Allerdings ist es für Berufstätige in so genannten risikoreichen Berufen (z.B. Lehrer, Berufskraftfahrer sowie körperlich/handwerklich Tätige) schwierig bis unmöglich, bezahlbaren BU-Schutz bis zum benötigten Endalter zu bekommen. Die Einführung von immer mehr Berufsgruppen durch die Versicherer hat in den letzten Jahren dazu geführt, dass der BU-Schutz für Akademiker und Bürofachkräfte immer preiswerter – für die so genannten Risikoberufe aber immer teurer geworden ist. Das ist traurig, aber wahr.

    Wer schon als Schüler weiß, dass er Dachdecker, Gerüstbauer, Maurer, Berufskraftfahrer oder Lehrer werden möchte, sollte sich möglichst noch als Schüler versichern und darauf achten, dass
    – auch die Tätigkeit eines Schülers als Beruf gilt,
    – ein Berufswechsel nicht meldepflichtig ist und
    – die versicherte BU-Rente nach Beendigung der Lehre/des Studiums ohne erneute Risikoprüfung erhöht werden kann.
    Nur der bei Nachversicherungen übliche Verzicht auf eine erneute Gesundheitsprüfung wäre in diesem Fall nicht ausreichend, da der Versicherer dann trotzdem den neuen Beruf in die Beitragskalkulation einfliessen lassen kann.

    Von einem Schüler wird man wohl weder die Weitsicht, noch die finanziellen Mittel erwarten können. Hier können nur vorsorgende Eltern helfen.

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