Studie: Welche Ziele verfolgen Studierende heute – Geld, Spaß oder gesellschaftliche Verantwortung?

Bildungsberater Andreas Peez

Bildungsberater Andreas Peez

Die Prioritäten junger Leute hinsichtlich Ausbildung und Beruf haben sich im Laufe der Jahrzehnte immer wieder verschoben. Frühere Generationen verknüpften mit ihrem Studium sicherlich oft die Hoffnung nach dem Berufseinstieg in ein großes, solides Unternehmen, in dem man stabil und sicher Karriere machen, entsprechend entlohnt und am Ende von dort aus in eine glückliche Rente gehen würde.

Dann gab es Phasen, in denen – durch Krisen und Kriege ausgelöst – plötzlich gesellschaftliche Fragestellungen in den Vordergrund drängten. Als die Globalisierung den Arbeitsmarkt allmählich immer schnelllebiger und weniger planbar werden ließ, begannen viele umzudenken und in erster Linie auf ihren eigenen, kurzfristigen (materiellen) Nutzen zu schauen. Banken- und Finanzkrise haben diesen Ansatz dann gehörig ins Wanken gebracht, und die letzten Jahre schienen vorwiegend von der Erkenntnis geprägt zu sein, dass es kaum noch Sicherheiten gibt und der Einzelne sehen muss, bei den unterschiedlichen und immensen Anforderungen an ihn langfristig gesund und fit zu bleiben – Stichpunkt „Burn-out“.

Das Bundesbildungsministerium wollte es etwas genauer wissen und beauftragte die Universität Konstanz mit der Befragung von 5.000 Studierenden an 25 unterschiedlichen Hochschulen:

  • Wie reagieren heutige Studenten auf die zahlreichen und wechselnden Herausforderungen, und welche Prioritäten setzen sie?
  • Wollen sie Geld, Spaß oder Verantwortung übernehmen?

In einem Satz lässt sich die Antwort so zusammenfassen: Heutige Studierende wollen am liebsten alles – den Forschern zufolge gelingt es ihnen besser als früheren Generationen, idealistische und egoistische Ziele zusammenzubringen.

Auffällig ist jedoch, dass das Geld – anders als früher – nicht mehr an erster Stelle steht. So beziehen sich die Top 3 der Wünsche der Studierenden an ihre Zukunft allesamt auf inhaltliche Themen: 79% möchten einen interessanten Job haben, 75% möchten im Studium einen tiefen Einblick in die gewählte Fachrichtung erhalten und 67% legen Wert auf eine wissenschaftlich fundierte Ausbildung. Erst dann geht es ums Finanzielle: 58% möchten sich ein gutes Einkommen sichern. Idealistische Ziele wie die Verbesserung der Gesellschaft (43%) und die Unterstützung von anderen im Job (40%) haben jedoch ebenfalls einen hohen Stellenwert bei den Befragten.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München bestätigt die Ergebnisse der Studie: „Es gibt zwar durchaus noch Schulabgänger, die zu mir kommen und in allererster Linie nach Geld und Karriere streben. Viel häufiger sind aber diejenigen, die nach einem Beruf suchen, in dem sie ihre Talente bestmöglich entfalten, somit einen sinnvollen Beitrag mit ihrer Arbeit leisten und am Ende dadurch auch entsprechend entlohnt werden. Denn das Leben insbesondere in den Großstädten ist teuer – das ist den meisten durchaus bewusst.“

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