Run auf die Hochschulen – Wie komme ich an einen Studienplatz?

Orientierungsberater Andreas PeezIn den letzten Wochen hat die Vorlesungszeit an den deutschen Hochschulen begonnen, und ein Trend zeigt sich zum aktuellen Wintersemester schon jetzt: Der Ansturm an die Hochschulen hält an.

Orientierungsberater Andreas Peez aus München stellt fest: „Schon im Laufe des Jahres habe ich in den Beratungsprozessen festgestellt, dass der Wunsch zu studieren im Vergleich zu den Vorjahren nochmals deutlich zugenommen hat.“ Und so gibt es z. B. in München nun 19.000 neue Erstsemester und insgesamt deutlich über 100.000 Studierende in der Stadt mit ihren drei großen öffentlichen Hochschulen LMU, TUM und HM.

Doch der Trend ist bundesweit festzustellen, auch wenn der Run auf die großen Hochschulstädte, die (vermeintlich) ein besonders attraktives Studentenleben bieten, noch größer ist als auf Orte, die eher im ländlichen Bereich liegen. Und das hat Folgen: Denn die Konkurrenz um einen Studienplatz wird immer größer. Orientierungsberater Peez stellt fest: „Zu mir kommen nun angehende Abiturienten zu mir, die gute Schulnoten haben und sich dennoch große Sorgen machen, nächstes Jahr keinen oder keinen passenden Studienplatz zu finden.“ Und diese Sorge ist nicht unberechtigt, denn immer mehr Studiengänge sind durch einen Numerus Clausus beschränkt, und dieser Numerus Clausus wird von Jahr zu Jahr tendenziell strenger.

So sind im aktuellen Wintersemester 2017/2018 deutschlandweit nahezu die Hälfte aller angebotenen Studienprogramme mit einem NC belegt – jedoch mit großen regionalen Unterschieden. In Hamburg haben inzwischen 75,5 % (!) der Studiengänge einen Numerus Clausus, und in den anderen Stadtstaaten Berlin und Bremen sieht es nur geringfügig besser aus – hier liegt die Quote jeweils bei gut 62 %. Insgesamt lässt sich feststellen: Je ländlicher geprägt das Bundesland ist, desto mehr zulassungsfreie Studiengänge gibt es. Und es gibt nicht nur einen Unterschied zwischen Stadt und Land.

Orientierungsberater Andreas Peez stellt nämlich fest: „Auch heute noch sind die Vorbehalte bei vielen Abiturienten groß, zum Studieren nach Ostdeutschland zu gehen. Von wenigen Ausnahmen wie Dresden, Leipzig und Jena abgesehen, gelten die Hochschulstädte im Osten als weniger attraktiv, daher ist es dort viel leichter, einen Studienplatz zu finden.“ Hier muss sich also auch in den Köpfen wohl noch etwas ändern, denn in  der näheren Zukunft wird die Konkurrenz um Studienplätze wohl eher noch größer als kleiner werden, und wer kein Top-Abi hat oder sich eine Privathochschule leisten kann, sollte sich gedanklich öffnen für ein Studium in einer kleineren Stadt ,auch in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen-Anhalt. Denn auch wenn es sicherlich „cool“ ist, in Hamburg zu studieren – kleinere Hochschulen sind weniger anonym, bieten häufig eine bessere Betreuung der Studierenden, und das Leben in diesen Hochschulstädten ist meist wesentlich günstiger und somit weniger stressig.

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