Studieren mit Tücken: Welche Fallen beim Studienstart lauern

Orientierungsberater Andreas PeezIn diesen Wochen beginnt für viele Studierende der Studienalltag wieder oder hat schon begonnen, und auch wenn die endgültigen Zahlen noch nicht vorliegen, so wird vermutlich wieder über eine halbe Million Erstsemester dabei sein. Diese Studienanfänger haben besondere Hürden zu meistern, den sie müssen sich vom Schul- auf den Unibetrieb umstellen, sich eventuell an eine neue Stadt gewöhnen, neue Kommilitonen und Freunde kennen lernen.

Besonders groß ist die Enttäuschung dann, wenn sich das Studium nicht so entwickelt, wie man es sich gewünscht hat. Orientierungsberater Andreas Peez aus München berät täglich junge Menschen, die mit ihrem Studienverlauf unzufrieden sind, und hat im Laufe der Jahre einige typische „Fallen“ identifiziert, die vor und zu Beginn des Studiums lauern.

Der Zeitpunkt der Studienwahl ist so eine Falle: Manche haben noch wenige Tage vor Bewerbungsschluss keinerlei Ahnung, was sie studieren sollen, und schreiben sich kurz vor knapp in mehr oder weniger zufällig ausgewählte Studiengänge ein. Andere glauben schon sehr frühzeitig, oft Jahre vor dem Abitur, zu wissen, was sie studieren möchten, und blenden ab da jegliche Alternativen aus.

Beides kann problematisch sein, meint Orientierungsberater Peez: „Die Berufswahl ist wie jeder Entscheidungsprozess auf einen gewissen Zeitraum hin angelegt, es gibt unterschiedliche Phasen, Höhen und Tiefen, bevor man sich festlegt.“ Diesen Prozess abzukürzen, so Andreas Peez, bringt das Risiko böser Überraschungen mit sich: „Manch einer beendet dann das Studium, dessen er sich immer so sicher war, und bemerkt beim Einstieg in den Arbeitsmarkt, das die beruflichen Möglichkeiten ganz anders als gedacht aussehen oder gar nicht zur Person zu passen scheinen.“

Ein anderer typischer Fehler ist, Warnzeichen auszublenden. „Manche Studierende ahnen ab dem 1. Semester, dass sie im falschen Studiengang gelandet sind. Aber sie machen tapfer weiter – Studieren um des Studierens willen.“, beobachtet Andreas Peez aus München. Ein Studienabbruch wird tabuisiert, oder es scheinen die Alternativen zu fehlen.

Wer also vermutet, im „falschen Film“ gelandet zu sein, wer ungewöhnlich schlechte Noten schreibt, wer mit seinem Lehrstuhl und seinen Kommilitonen nicht warm wird, wer die Praktika uninteressant findet oder wenn das Studium die gesamte Energie aufzusaugen scheint… – diese Studierenden sollten die Warnzeichen ernst nehmen und gemeinsam mit einem Profi auf die Suche nach den Ursachen und nach möglichen Alternativen gehen. Denn selbst in einer aussichtslos erscheinenden Situation steckt eine oder mehrere Chancen – Chancen, die man zunächst erkennen und dann ergreifen kann.

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