Wirtschaftsinformatikerinnen auf dem Vormarsch

Wirtschaftsinformatik ist einer der beliebtesten Studiengänge in Deutschland – bei Jungs. Aber die Frauen holen auf. Auf einem neuen Portal können sich Studieninteressentinnen jetzt über die Inhalte und Berufsperspektiven informieren.

„Studieren eigentlich nur männliche Nerds Wirtschaftsinformatik?“ Nein, nicht nur, aber überwiegend. Doch der Anteil der Studentinnen wächst kontinuierlich, das berichtet auch Lisa, Bachelor-Studentin der Technischen Hochschule Nürnberg, auf dem Portal www.Wirtschaftsinformatik-studieren.net: „Bisher ist der Großteil der Studierenden männlich, doch erhöht sich der Anteil der weiblichen Studierenden stärker.“ Und sie geht auch direkt auf ein weiteres Klischee ein: „Natürlich gibt es hier Studenten, die in das Stereotyp „Nerd“ reinpassen, jedoch sind diese nicht die Mehrheit. Dadurch, dass es sich bei der Wirtschaftsinformatik auch um den wirtschaftlichen Aspekt, mit Bezug zur Außenwelt und sozialer Kompetenz dreht, können gar nicht alle Studierenden – übertrieben gesagt – im Keller spielende Stubenhocker sein.“

Derzeit sprechen die Zahlen noch eine klare Sprache: Wirtschaftsinformatik ist Männersache. Aber die Frauen holen auf: Waren im Wintersemester 2011/2012 erst 7.784 weibliche Studierende eingeschrieben, sind es im Wintersemester 2014/2015 schon 10.512 Studierende gewesen. Ein Plus von 36 Prozent.

Wirtschaftsinformatikerinnen auf dem Vormarsch

Insgesamt hat ein Wirtschaftsinformatik Studium in den letzten Jahren immer mehr Bewerber angelockt. Grund dafür sind zum einen die interessanten Studieninhalte, die eine Verknüpfung von Betriebswirtschaft und Informationstechnologie darstellen, und zum anderen die sehr guten Karriereaussichten. So hat zum Beispiel beim Bosch-Konzern mittlerweile fast jede zweite freie Stelle einen Bezug zu IT oder Software. Dazu kommt eine große Nachfrage von Beratungsfirmen, die z.B. große Konzerne bei der Einführung oder Verknüpfung neuer IT-Systeme unterstützen.

Gerade Frauen, die an der Schnittstelle von Informatik und Ökonomie ausgebildet sind, müssen sich keine Sorgen um die berufliche Zukunft machen. „Die Situation ist eigentlich hervorragend, nie waren Frauen begehrter in dem Fach und nie waren die Türen weiter offen als sie im Moment sind. Auch wir suchen händeringend nach den Frauen in der Informatik“ sagt beispielsweise Christine Regitz, die bei der SAP AG, einem der größten Softwarekonzerne der Welt, arbeitet.

Studiensituation in Deutschland

Wer sich für Wirtschaftsinformatik interessiert, hat die Qual der Wahl: 317 Studienmöglichkeiten gibt es in Deutschland. Für Schulabgänger sind dabei vor allem die 205 Bachelor-Studiengänge interessant, die zum Großteil (66%) als klassisches Vollzeitstudium oder als duales Studium (27 Studiengänge, 8,5%) angeboten werden. Eine umfassende Statistik zum Studiengang gibt es auf academicworld.de.

Alle Details zum Studium hat wiederum der erwähnte Online-Studienführer Wirtschaftsinformatik-studieren.net zusammengestellt. Hier gibt es Erfahrungsberichte von Studierenden und Interviews mit berufstätigen Wirtschaftsinformatikern, die einen Einblick in die typischen Berufsfelder geben. Dazu jede Menge Basis-Infos zu NC, dualem Studium und der richtigen Studienwahl.

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