Wohnkomfort aus dem 3D-Drucker

3D-DruckerWas vor wenigen Jahren als technische Spielerei begann, zeigt jetzt sein volles Potential: der 3D-Druck. Vor allem im Bereich Recycling spielt diese Methode der Herstellung aller möglichen Teile eine immer größere Rolle. Das hat auch Einfluss auf den Umweltgedanken und hilft enorm beim Gestalten einer ökologisch verträglichen Lebensweise. Die Stadt Amsterdam hat im Rahmen ihres Großprojektes „Circulaire Expositezum ersten Mal Sofas vorgestellt, die aus alten Plastiktüten gedruckt wurden.

Der Grundgedanke ist einfach: Es geht darum, alle Arten von Müll aufzubereiten und neu zu nutzen. Grundsätzlich nichts Neues, doch der 3D-Druck eröffnet hier vor allem für Plastikmüll ungeahnte Möglichkeiten. Statt Tinte benutzt der 3D-Drucker einen Kunststoffsand, aus dem er schichtweise das vom Designprogramm vorgegebene Objekt ausdruckt. Das heißt, man muss die entsprechenden Kunststoffprodukte, die recycled werden sollen nur mahlen und kann sie vollständig weiter verwenden. Einer der führenden Softwareanbieter, Altium, hat darauf reagiert. Unter dem Schlagwort „High Performance made simple“ bietet er neueste Technologien an, die unter anderem auch in diesem Bereich Anwendung finden.

Entschärfung der Zukunftsfragen

Das Amsterdamer Projekt ist sicherlich aus ökologischer Sicht höchst lobenswert, da Müll wieder zum Rohstoff wird. Jedoch hat es auch noch einen anderen Aspekt. Gerade Kunststoffe spielen eine wichtige Rolle in unserem Alltag. Der Rohstoff für alle Kunststoffe ist Erdöl. Es ist schon seit 30 Jahren bekannt, dass uns das Rohöl in vergleichsweise kurzer Zeit ausgehen wird. Das hat nicht nur auf die Mobilität sondern auf das ganze Leben erheblichen Einfluss. Mit Hilfe solcher Projekte, dem Ideenreichtum der aus ihnen entsteht, könnte zumindest die Rohstoff-Frage deutlich entschärft werden. Es spricht rein gar nichts dagegen, Kunststoffe wieder zu verwenden, im Gegenteil. Seine enorme Langlebigkeit, als Müll ein gewaltiges Problem, könnte hier zum Vorteil genutzt werden.

Mit der 3D-Drucktechnik kann aus sand- oder harzförmigem Kunststoff Neues produziert werden und das mit vergleichsweise geringem Aufwand. So wäre auch die oft befürchtete Teuerung bei Recycling-Produkten enorm relativiert. Bereits vorhandenen Kunststoff in den für den Drucker nötigen Aggregatzustand zu bringen dürfte sogar noch günstiger sein, als neuen Kunststoff zu produzieren. Mit Sicherheit ist es umweltschonender und sinnvoller, da auch die langsam knapp werdenden Ressourcen unseres Planeten erheblich geschont werden könnten.

Angenehme Nebeneffekte

Wenn Müll auch im Bewusstsein der Menschen zum potentiellen Rohstoff wird, dürfte auch der Versuch, die Städte und Gemeinden sauber zu halten und gegen die Umweltverschmutzung anzukämpfen deutlich leichter werden. Spätestens die übernächste Generation könnte mit einem völlig neuen Verständnis des Begriffes „Müll“ aufwachsen, nämlich dem, dass es etwas ist das zurück in den Produktionskreislauf kommt, damit dieser weiter gehen kann.

Das Amsterdamer Projekt hat also nicht nur innovative und stylische Produkte für den Alltag hervorgebracht, sondern wird sich als wegweisend für unsere Zukunft, den Erhalt unseres Ökosystems und als wertvoller Beitrag zur Lösung unserer drängendsten Probleme erweisen. Es bleibt zu hoffen, dass die Förderung innovativer Konzepte wie es in Amsterdam geschieht, Schule machen wird. Die Niederländer zeigen: Die Ideen sind da. Mit der richtigen Technik und Software kann vieles besser werden.

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