2,3 Millionen Euro für Schüleraustausch zwischen Deutschland, China und Türkei

Stiftung Mercator erhöht Zahl der Stipendien und unterstützt Partnerorganisationen bei Suche nach Gasteltern in Deutschland

In den kommenden drei Jahren wird die Stiftung Mercator 2,3 Millionen Euro in den Schüleraustausch zwischen Deutschland und China sowie der Türkei investieren. Damit kann die Zahl der Stipendien für Jahres- und Kurzzeitprogramme von 690 auf 1.080 erhöht werden.

„Internationaler Austausch soll nicht an den finanziellen Möglichkeiten scheitern. Das ist der Grundgedanke unserer Stipendien“, sagt Bernhard Lorentz, Vorsitzender der Geschäftsführung der Stiftung Mercator, mit Blick auf eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) vom Mai 2013.

Diese zeigte, dass vor allem das Einkommen der Eltern darüber entscheidet, ob Kinder einen Teil ihrer Schulzeit im Ausland verbringen. Die Mercator-Schülerstipendien stehen für Schüler aller Schulformen zur Verfügung, die zwischen 15 und 18 Jahre alt sind und in Deutschland, der Türkei oder China derzeit die Schule besuchen.

Auch Efe Eroğlu kam mit einem Stipendium der Stiftung Mercator im Juni 2012 aus der Türkei nach Deutschland. Er fand ein zweites Zuhause bei Monika Hoffmann und ihrer Familie in Fürstenwalde. Schon zum dritten Mal hat die Familie einen ausländischen Jugendlichen bei sich aufgenommen. „Wenn man sich mit jungen Leuten umgibt, wird man selbst nicht so schnell alt“, nennt die 48-Jährige einen Grund für ihre Entscheidung, Gastfamilie zu werden. Außerdem erfahre man viel über andere Kulturen.

Jedoch begeistern sich nur wenige Familien so einfach dafür, einen Gastschüler aufzunehmen. Die Folge: Austauschorganisationen suchen dringend Gastfamilien für Schüler, die nach Deutschland kommen.

Dabei seien viele Bedenken potenzieller Gastfamilien unbegründet, sagt die dreifache Gastmutter Monika Hoffmann: „Man muss sich von dem Gedanken lösen, dass man mit einem Gastschüler eine fremde Person im Haus hat. Denn ein Gastschüler bleibt kein Fremder, sondern wird ganz schnell ein Teil der Familie.“ Dann probiere man auch selbst Neues aus. Efe nahm seine Gasteltern zum Beispiel mit auf Heavy Metal-Konzerte – so lernten auch Hoffmann und ihr Mann neue Seiten von Deutschland kennen.

Die Stiftung kooperiert für den Austausch mit China und der Türkei mit den Organisationen Deutsches Youth for Understanding Komitee (YFU), AFS Interkulturelle Begegnungen und Experiment. Im deutsch-türkischen Austausch ist außerdem Rotary International ein Programmpartner.

Bewerbungen für Mercator-Schülerstipendien sind direkt über die Austauschorganisationen möglich. Die Bewerbungsfristen variieren je nach Organisation und sind auf deren Websites zu finden. Die Partnerorganisationen stellen zudem Informationen für interessierte Gastfamilien zur Verfügung.

Um den Austausch zwischen Deutschland, China und der Türkei, weiter zu stärken und auch neue Zielgruppen zu erreichen, entwickelt die Stiftung Mercator zurzeit weitere Programme. Dafür wurden unter dem Dach „Mercator Exchange“ neben den 2,3 Millionen für den Schüleraustausch weitere 1,3 Millionen Euro bis 2016 für den Austausch zwischen Nachwuchsführungskräften und Multiplikatoren, wie Lehrer und Journalisten, bereit gestellt.

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