Azubis für kompetentes Handeln auf globalen Märkten fit machen

In Northeim werden Europa- und China-Kaufleute ausgebildet

Der Schüleraustausch in der Oberstufe und der Auslandsaufenthalt während des Studiums sind schon lange gang und gäbe. Doch immer öfter nutzen auch Auszubildende die Chancen, über den heimischen Tellerrand zu blicken. Warum das so ist und warum auch die Ausbildung insgesamt sich ändert erläutert Dirk Kowallick, Oberstudiendirektor an den Berufsbildenden Schulen Northeim in Niedersachsen.

Mittlerweile gehen viele Jugendliche während ihrer Ausbildung zu Praktika ins Ausland. Wie kommt es zu dieser Entwicklung?

Dirk Kowallick: Ein zusammenwachsendes Europa und eine globalisierte Welt erfordern auch eine internationale Ausrichtung in den Schulen und in der dualen Ausbildung. Der Erwerb interkultureller Kompetenzen ist für Auszubildende wichtig, denn Außenhandelskenntnisse der Mitarbeiter sind für viele Unternehmen ein ganz entscheidender Baustein. Viele – auch kleine und mittelständische Unternehmen – sind weltweit tätig und brauchen entsprechende Handlungskompetenzen aufseiten ihrer Mitarbeiter. Und die die klassischen Berufe können nur Teile dieser internationalen Qualifizierung vermitteln.

Wie hat Ihre Schule auf diese Entwicklungen reagiert?

Dirk Kowallick: Wir haben in Zusammenarbeit mit den Berufsbildenden Schulen Osterode eine Zusatzqualifikation in der dualen Ausbildung konzipiert und machen so unsere Auszubildenden fit für die globalen Märkte. Sie können bei uns die Zusatzqualifikation Europa- oder China-Kaufmann/frau erwerben. Diese Qualifikation beinhaltet 480 Unterrichtsstunden, unter anderem mit einer zweiten Fremdsprache – Spanisch oder Französisch, beziehungsweise Chinesisch – und einem mindestens dreiwöchigen Auslandspraktikum einschließlich einer interkulturellen Vorbereitung. Die Europafachleute können dieses Praktikum in verschiedenen europäischen Ländern absolvieren und die Chinakaufleute reisen zum Praktikum nach China. Dort arbeiten wir mit vier Partnerschulen und dort ansässigen Unternehmen zusammen. Gegenwärtig bilden wir 84 Europakaufleute und 15 Chinakaufleute aus.

Welche Erfahrungen machen die Jugendlichen und mit welchen Eindrücken kommen sie zurück?

Dirk Kowallick: Sie sind sehr stolz, dass sie es allein geschafft haben. Und sie berichten, dass sich ihre sprachlichen und interkulturellen Kompetenzen deutlich verbessert haben.

Und wie profitieren die Ausbildungsbetriebe?

Dirk Kowallick: Nach ihrem Abschluss werden die Azubis gern von den Unternehmen übernommen, um zum Beispiel Auslandskontakte hier vor Ort zu betreuen oder um bei der Auslandsniederlassung des Betriebs arbeiten.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.