AC statt NC: Bewerben an privaten Hochschulen

Bewerben an privaten HochschulenImmer mehr Studierende immatrikulieren sich lieber an privaten als an öffentlichen Hochschulen, so das Ergebnis eines aktuellen Berichts des Statistischen Bundesamts.

Im Mai beginnt die Bewerbungshochphase für das Wintersemester 2015/16. Statt eines Numerus Clausus (NC) müssen sich Bewerber an privaten Hochschulen im Assessment-Center (AC) beweisen. Was erwartet die Studienanfänger bei den Zulassungstests?

Immer mehr Studierende immatrikulieren sich lieber an privaten als an öffentlichen Hochschulen, das zeigt ein im Januar 2016 veröffentlichter Bericht des Statistischen Bundesamts Destatis). Demnach ist die Zahl der Studienanfänger/innen im Studienjahr 2014 (Sommersemester 2014 und Wintersemester 14/15) bei den privaten Trägern um elf Prozent auf fast 44.000 angestiegen, während bei öffentlichen Trägern ein Rückgang von etwa zwei Prozent zu verzeichnen war. Dieser Trend hält an: Auch im Studienjahr 2015 meldet Destatis, dass die Zahl der Studien­anfängerinnen und -anfänger an öffentlichen Hochschulen gegenüber dem Vorjahr leicht um 0,2 % auf 503.600 gesunken ist. „Die Gründe für das steigende Interesse an privaten Hochschulen liegen vor allem in der guten Qualität von Lehre und Betreuung sowie in der starken Vernetzung mit der Industrie – die Anbindung an die Praxis wird für Studierende immer wichtiger,“ sagt Tim Kaltenborn, Leiter der Studienberatung an der IUBH School of Business and Management in Bad Honnef.

Praxisbeispiel: Ablauf eines Assessment-Centers

Während an den öffentlichen Hochschulen bei zulassungsbeschränkten Studiengängen meist die Abiturnote als Numerus Clausus (NC) über die Zulassung entscheidet, stellen private Hochschulen über Assessment-Center (AC) und Zulassungstests die Studierfähigkeit ihrer Bewerber sicher. An der IUBH in Bad Honnef läuft der Assessment Day so ab: Der Tag startet um 8.45 Uhr. Im Durchschnitt versammeln sich 6 bis 15 Kandidatinnen und Kandidaten vor dem Café am Eingang des Campus. Nach der Begrüßung durch einen Studienberater und eine kleine Einführung zur Hochschule gibt es eine viertelstündige Kaffeepause. Die Studierenden haben so die Möglichkeit in Ruhe anzukommen und sich vor den anschließenden schriftlichen Test nochmals zu sammeln. „Die Stimmung am Assessment Day war unter den Teilnehmern locker und angenehm. Vor der Prüfung war ich natürlich aufgeregt. Herr Kaltenborn konnte uns allen jedoch während der Einführung die Nervosität nehmen“, erzählt Dominik Balzer. Der 20-Jährige hat sich an der IUBH für den englischsprachigen Studiengang Aviation Management beworben und den Assessment Day im Januar erfolgreich bestanden. „Die Prüfung war fordernd, aber nicht unlösbar. Ich habe mich durch die Materialien der IUBH gut vorbereitet gefühlt. Das Gespräch mit dem Prof empfand ich sehr ungezwungen – wir haben viel gefachsimpelt.“

Die schriftlichen Prüfungen beginnen um 9.45 Uhr und dauern drei Stunden. Sie setzen sich aus Multiple-Choice-Aufgaben und offenen Fragen zusammen. Es werden Grundkenntnisse in Mathematik und Englisch geprüft. Auf der Website der IUBH können sich die Bewerber im Voraus Materialien zur Vorbereitung auf die Tests herunterladen. Ein „Bestanden“ ist trotzdem keine Selbstverständlichkeit: Im Durchschnitt bestehen rund 20 Prozent der Bewerber die Aufnahmeprüfungen an der IUBH School of Business and Management nicht, im Dualen Studium sind es mit 28 Prozent sogar über ein Viertel.

Nachdem die Teilnehmenden die schriftlichen Tests hinter sich gebracht haben, gibt es in der Mensa ein Mittagessen – und die Möglichkeit, die Atmosphäre an der Hochschule und einige der Studierenden kennenzulernen. Im anschließenden Gespräch mit dem Studienberater werden offene Fragen geklärt, bevor ab 14 Uhr auf Englisch die 20-minütigen Einzelinterviews mit den Dozenten stattfinden.

Unterschiede in der Zulassung zum Dualen Studium

„Am Assessment Day sollen sich die Teilnehmenden mit sich selbst – also ihrer Motivation, ihren Stärken und Wünschen – sowie mit ihrer künftigen Branche auseinander setzen. Dies gilt es in der mündlichen Prüfung auf Englisch überzeugend rüberzubringen. Dabei sind auch Erscheinungsbild und Auftreten wichtige Auswahl­kriterien“, erklärt Tim Kaltenborn. „Beim Bewerbungsprozess zu unseren dualen Studiengängen übernehmen wir zusätzlich die Rolle eines Recruiters: Die Bewerber müssen zeigen, dass sie die entsprechenden Kompetenzen mitbringen, um einen Praxisplatz in einem Unternehmen zu bekommen.“ Die Zulassungs­prüfungen für das Duale Studium an der IUBH setzen sich ebenfalls aus einem schriftlichen und einen mündlichen Test zusammen. Allerdings finden diese in Einzelterminen statt.

Die geringen Abbruchquoten zeigen, dass die Assessment Days an der IUBH erfolgreich sind: Nur fünf Prozent der Studierenden haben ihr Bachelorstudium 2015 ohne Abschluss aufgegeben, im dualen Studium brechen 18 Prozent vorzeitig ab. Laut dem Deutschen Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsforschung liegt der Umfang des Studienabbruchs an den staatlichen Hochschulen im Bachelorstudium bei 28 Prozent.

Bis Ende August läuft die Bewerbungsphase für das Wintersemester 2016/17. Wer sich für ein Studium an einer privaten Hochschule interessiert, dem gibt Tim Kaltenborn folgende Tipps:

  • Achten Sie bei der Auswahl der Hochschule auf die Qualität und das Praxis-Netzwerk: Wie verläuft die Akkreditierung? Welche Berufserfahrung haben die Dozenten? Zeichnet sich die Hochschule durch Siegel oder Platzierungen in Rankings besonders aus? Wie sind die Kontakte zur Wirtschaft? Werden moderne Unterrichtsmethoden eingesetzt?
  • Warum gerade hier? Sie sollten beantworten können, warum Sie gerade an dieser Hochschule studieren möchten. Tauschen Sie sich dazu auch mit Studierenden auf dem Campus aus. So erhalten Sie einen authentischen Einblick in den Studienalltag und die Betreuung an der Hochschule.
  • Bleiben Sie auf dem Laufenden: Informieren Sie sich in den Nachrichten über Politik und Wirtschaft sowie über die Branche, in der Sie nach dem Studium arbeiten möchten.
  • Nutzen Sie die Angebote der Hochschulen: Einige Hochschulen informieren über den Ablauf der Assessment-Center und stellen Materialien zur Vorbereitung zur Verfügung. Studienberater beantworten Ihre offenen Fragen zum Bewerbungsprozess und zum Studium.
  • Setzen Sie sich mit Berufsbildern und Branche auseinander: Warum haben Sie sich für diesen Studiengang entschieden? Was reizt Sie an der Branche? Welche aktuellen Entwicklungen gibt es in diesem Berufszweig?
  • Prüfen Sie Ihre Finanzierungsmöglichkeiten. Was viele nicht wissen: Auch für das Studium an privaten Hochschulen kann Bafög beantragt werden, sofern diese staatlich anerkannt sind. Zudem stehen Stipendien und Studienkredite zur Verfügung. Einige private Hochschulen, wie die IUBH, bieten Finanzierungsmodelle an, bei der die Rückzahlung der Studiengebühren erst nach Abschluss des Studiums erfolgt.
  • Bleiben Sie im persönlichen Gespräch authentisch. Nur so können Sie auch für sich selbst feststellen, ob Fachrichtung, Dozenten und die Hochschule wirklich zu Ihnen passen.

Studium an der privaten Hochschule: Alles eine Frage des Geldes?

Private Hochschulen werden häufig mit dem Vorurteil konfrontiert, dass hier nur der finanzielle Hintergrund zählt und ein Studienabschluss erkauft werden könne. Im Zulassungsverfahren entscheidet jedoch nicht der Geldbeutel der Eltern, sondern das eigene Wissen und die Motivation der Bewerber. „Das Klischee von den Kindern reicher Eltern ist bei der IUBH definitiv nicht zutreffend. Beim dualen Studium übernehmen die Unternehmen die Studiengebühren, die Finanzkraft der Eltern ist also irrelevant. Bei unseren Präsenzstudiengängen an der School of Business and Management stellen wir einen Trend zu immer stärkerer Eigenverantwortung unter den Studierenden fest: Unsere Studienanfänger tragen die Kosten für ihr Studium zum Beispiel mit Hilfe des IUBH Bildungsfonds vermehrt selbst“, sagt Kaltenborn.

Drei Tipps von einem IUBH-Studenten an Bewerberinnen & Bewerber:

Kurzporträt von Dominik Balzer

Hintergrund

Internationale Hochschule Bad Honnef·Bonn (IUBH)
Die Internationale Hochschule Bad Honnef·Bonn (IUBH), die 1998 gegründet wurde, versammelt unter ihrem Dach drei voneinander unabhängige Hochschulbereiche mit insgesamt über 7.000 Studierenden: das Campusstudium mit internationaler Managementausrichtung an der IUBH School of Business and Management, das IUBH Duale Studium und das IUBH Fernstudium. Das Campusstudium beinhaltet englischsprachige Bachelor- und Masterstudiengänge mit klarem Branchenfokus, beispielsweise auf Tourismus, Hotellerie oder Aviation. Das duale Studium der IUBH umfasst Bachelorstudiengänge mit wöchentlichem Wechsel zwischen Theorie und Praxis. Die flexiblen Fernstudiengänge der IUBH bieten ein breites betriebswirtschaftliches Spektrum von Marketing über Gesundheitsmanagement bis Wirtschaftsrecht. Die IUBH betreibt Standorte in Bad Honnef, Bad Reichenhall, Berlin, Bremen, Düsseldorf, Erfurt, Hamburg, München und Frankfurt am Main. Im CHE Hochschulranking 2015 schnitt sie wiederholt als beste private Fachhochschule Deutschlands im Fach Betriebswirtschaft ab. Die Akkreditierungsagentur FIBAA verlieh der IUBH, als erster Hochschule Deutschlands, für fünf ihrer Studiengänge das Premiumsiegel. Träger der IUBH ist die Career Partner GmbH.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.