Bewerbungstipps: Auslandserfahrung in Großbritannien

Jobben im AuslandWer im Bewerbungsprozess erfolgreich sein möchte, muss den richtigen Mix aus sozialer Kompetenz und Fachkompetenz mitbringen. Einige Arbeitgeber beurteilen die harten Faktoren wie Noten und Qualifikationen weniger kritisch und haben eher hohe Ansprüche an den sozialen Soft-Skills wie Kommunikation- und Teamfähigkeit.

Auslandserfahrung kann ein Vorteil im Bewerbungsprozess sein, da im Ausland fachliche und besonders soziale Fähigkeiten entwickelt werden können. Firmen mit ausländischen Niederlassungen sehen es gern, wenn Bewerber dieses Extra mit sich bringen. Betriebe die weniger Wert auf Sprachkenntnisse und interkulturelle Kompetenz legen, schätzen dabei umso mehr das Engagement, die Flexibilität und die offensichtliche Anpassungsfähigkeit des Kandidaten. Wer im Ausland studiert oder gearbeitet hat, beweist, dass er belastbar ist und mit drastischen Veränderungen umgehen kann; Eigenschaften welche beim Berufsstart wesentlich sind.

Da Englisch in vielen Branchen in Zeiten der Globalisierung sehr wichtig geworden ist, sind besonders die englischsprachigen Länder wie USA oder Großbritannien bedeutsam für Auslandserfahrungssuchende. Jacqueline Rose, welche selbst in Großbritannien gearbeitet hat, teilt ihre Bewerbungstipps für den englischen Arbeitsmarkt.

Englischer CV vs. Lebenslauf

Im Gegensatz zu deutschen Bewerbungen, welche mit Zertifikaten und Zeugnissen bestückt werden, besteht eine Bewerbung in England lediglich aus Anschreiben und Lebenslauf (CV). Unter Umständen ist eine Bewerbung nur mit einem CV möglich, welcher nicht länger als zwei Seiten sein sollte. Ein weiterer Unterschied ist, dass in Deutschland vielmehr die eigene Person vorgestellt wird, wobei man in England primär versucht, die eigene Qualifikation für eine Position hervorzuheben.

Da keinerlei Nachweise zu den Qualifikationen versandt werden, greift man in Großbritannien auf „Referees“ zurück. Diese können vorherige Vorgesetzte oder Professoren sein, welche in der Lage sind, englischen Arbeitgebern professionelle Auskunft zum Bewerber zu geben. In der Regel werden die Referees, mit Namen, Position, Beziehung und Kontaktdaten am Ende des CVs aufgeführt.
Da es für ausländische Bewerber schwer sein dürfte, zwei geeignete, englischsprachige Referees zu finden, ist der Weg über eine „Recruitment“ Agentur oft weniger steinig. Denn nachdem der Agenturmitarbeiter den Bewerber kennengelernt hat, ist er anstelle des Referees in der Lage eine persönliche Empfehlung zu formulieren. Es wird empfohlen, mit einer Agentur zusammen zu arbeiten, die sich auf das eigene Berufsfeld spezialisiert hat. Internationale, spezialisierte Agenturen sind beispielsweise Earthstaff für die Energiebranche und Eurostaff für Jobs im Finanzwesen.

Aus Diskriminierungsgründen verzichtet man auf das in Deutschland üblich Bewerbungsfoto und auf Angaben bezüglich Alter, Eltern, Familienstand, Ethnische Zugehörigkeit, und Religionszugehörigkeit. Die Nationalität hingegen kann, muss aber nicht angeben werden, jedoch braucht der englische CV kein Datum und keine Unterschrift.
Der größte Unterschied ist, dass im CV alles in umgekehrter Reihenfolge, stichpunktartig aufgelistet ist, d.h. die aktuellsten Punkte stehen am Anfang. Die goldene Regel ist hierbei, hervorzuheben was für die angezielte Position relevant ist, und jegliche irrelevante Punkte kurz zu fassen. Am Anfang sollte auch ein zweizeiliges, persönliches Statement zur eigenen Qualifikation und Motivation stehen.

Covering Letter vs. Bewerbungsanschreiben

Der Covering Letter ist dem deutschen Bewerbungsschreiben äußerst ähnlich, und ist wie ein englischer Geschäftsbrief aufgebaut. Im Unterschied zum deutschen Pendant wird im covering letter das Datum ohne Ort angegeben und auf eine Betreffzeile verzichtet.
Obwohl er nicht immer ausdrücklich verlangt wird, ist es oft lohnenswert einen covering letter anzufertigen. Er sollte als weitere Chance gesehen werden, den Arbeitgeber von der persönlichen Qualifikation zu überzeugen, ohne dabei den CV zu wiederholen oder ungenannte Fakten aufbringen.

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