Der nationale Bildungsbericht: “Bildung in Deutschland 2012”

Bildung in DeutschlandAlle zwei Jahre nehmen unabhängige Experten im Auftrag von Bund und Ländern eine Art Generalinventur des deutschen Bildungssystems vor – den Bildungsbericht!

Die Erziehungswissenschaftler, Soziologen und Statistiker recherchieren und interpretieren das neue Zahlenmaterial und berichten von Fortschritten und Problemen.

Konkrete Empfehlungen für die Bildungspolitik wollen sie dabei nach eigenen Worten bewusst nicht abgeben. Doch schon die Auflistung brisanter Zahlen setzt die politisch Verantwortlichen regelmäßig unter Zugzwang. Wichtige Erkenntnisse waren diesmal u.a.:

  • 20% der unter Dreijährigen wurden 2011 in Kitas betreut. Das sind 10% mehr als 2007. Um den von 2013 an geltenden Rechtsanspruch auf Betreuung umzusetzen, müsste die Qoute innerhalb von zwei Jahren um weitere 17% in die Höhe schnellen.
  • Der Anteil der Kinder mit sonderpädagogischen Förderbedarf erhöhte sich in den vergangen zehn Jahren von 5,3 auf 6,4%. Ob der Bedarf tatsächlich gewachsen ist oder nur häufiger diagnostiziert wurde, ist unklar.
  • Immer mehr Schüler erreichen immer höhere Schulabschlüsse. Zwischen 2006 und 2010 kletterte der Anteil der Abiturienten von 29,6 auf 33,9%. Die Quote der Hauptschüler fiel dagegen von 26,5 auf 25,2%. Besonders erfreulich ist dabei, dass “nur” 6,5% der Schüler die Schule ohne jeden Abschluss verlassen haben. Vier Jahre zuvor waren es noch 8%.
  • Während Firmen über einen Lehrlingsmangel klagen, herrscht nach Beobachtung der Forscher in vielen Bereichen noch ein Mangel an Ausbildungsplätzen. Zudem gelten 29%(!) der Berufsschüler als nicht ausbildungsfähig und landen in Warteschleifen. Immerhin ein Rückgang um 10% gegenüber 2005.
  • Die Studienanfängerzahl ist geradezu explodiert – um 40% gegenüber 2005. Und sie soll hoch bleiben. Noch immer gibt es aber auffällige soziale Disparitäten bei der Studienentscheidung: Während 81% der Akademikerkinder mit Abi studieren, tun dies nur 62% der Abiturienten, deren Elten selbst nur eine Lehre oder gar keinen Abschluss haben.
  • Der Weiterbildungsmarkt stagniert. Vom lebenslangen Lernen ist fast nichts zu spüren!

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