Der Weg zum Traumstudium – Eine Studienplatzklage im Fach Medizin

Ein Studium der Medizin ist der Traum vieler Abiturientinnen und Abiturienten, jedoch ist es nicht ganz einfach, einen der begehrten Studienplätze zu ergattern, da es mehr Bewerber als Studienplätze gibt. Wer Medizin studieren möchte, muss die Voraussetzungen der Stiftung für Hochschulzulassung erfüllen und einige weitere wichtige Aspekte bei der Bewerbung berücksichtigen .Auch muss bedacht werden, dass die Stiftung für Hochschulzulassung die Plätze zentral vergibt. Zwar können Ortswünsche angegeben werden, eine Garantie, dass es an einem dieser Orte klappt, gibt es jedoch nicht.

Chancen im Vergabeverfahren für Studienplätze in Medizin

Um überhaupt einen Studienplatz in Medizin zu erhalten, ist es grundsätzlich günstig, einen hervorragenden Abiturschnitt vorweisen zu können. Zwar gibt es keinen Beweis dafür, dass ein Abiturient mit einem Schnitt von 1,3 im Abi ein besserer Arzt wird als jemand, der nur eine 3,0 auf dem Abiturzeugnis stehen hat, trotzdem spielt die Note eine sehr wichtige Rolle bei der Vergabe der Studienplätze.

Der Schlüssel bei der Vergabe lautet wie folgt: 20% der Zulassungen werden über die Abiturbestenquote vergeben, 20% über die Wartezeit und 60% über die Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH). Die einzelnen Hochschulen berücksichtigen dabei ebenfalls den Abischnitt der Bewerbe. Das Vergabeverfahren soll an dieser Stelle nicht im Detail erläutert werden, da dies den Rahmen dieses Artikels sprengen würde. Ausführliche Informationen dazu finden sich zum Beispiel auf der Seite hochschulstart.de. Zusammengefasst kann festgehalten werden, dass ein Bewerber mit sehr guten Abiturnoten bessere Chancen auf einen Studienplatz in Medizin als ein Bewerber mit mittelmäßigen Noten hat.

Studienplatzklage als Weg zum Traumstudium

Was nun aber tun, wenn der Abiturschnitt nicht gut genug ist, um eine realistische Chance bei der Studienplatzvergabe zu haben? Es bieten sich zwei Möglichkeiten: Wartesemester ansammeln oder eine Studienplatzklage im Fach Medizin. Das Warten kann je nach Notenschnitt sehr lange dauern und Wartesemester werden nur angerechnet, wenn der Bewerber nicht für ein anderes Fach an einer Hochschule eingeschrieben ist. Offiziell ein anderes Fach zu studieren und innoffiziell für Medizin zu lernen bis genügend Wartesemester angerechnet werden, ist daher nicht möglich.

Darüber hinaus sollte angesichts der Dauer eines Medizinstudiums die Wartezeit nicht zu lang werden, da ansonsten der Eintritt in den Beruf erst sehr spät erfolgen kann. Eine oftmals bessere Möglichkeit, um doch noch recht bald nach dem Abitur das Studium der Medizin zu beginnen, ist eine sogenannte Studienplatzklage. Bei diesem alternativen Hochschulzugang handelt es sich um eine außerkapazitäre Zulassung, deren Rechtsgrundlage Art. 12 Abs. 1 des Grundgesetzes ist; die sogenannte „Berufsfreiheit“.

Wie funktioniert eine Studienplatzklage?

Mit einer Studienplatzklage wird versucht, der beteiligten Universität oder Fachhochschule eine Prüfung der Anzahl von Studienplätzen aufzuerlegen, die durch die Höchstzahlenverordnung im entsprechenden Fach vergeben wurden. Jedes Jahr wird die Anzahl der Studienplätze, die vergeben werden sollen, mittels eines komplizierten Verfahrens errechnet. Die dabei ausschlaggebenden Faktoren sind spezialisierten Anwälten des Kapazitätsrechts bekannt. Diese können daher abschätzen, bei welchen Hochschulen eine Kapazitätsklage die besten Chancen auf Erfolg hat. Solche Klagen sind auf jeden Fall erfolgversprechend.

Regelmäßig stellen Gerichte fest, dass zu wenige Studienplätze vergeben wurden. Diese freien Plätze werden dann unter den Klägern verteilt beziehungsweise verlost, falls es mehr Kläger als nicht vergebene Plätze gibt. Dies ist neben der Humanmedizin auch in der Tier- und Zahnmedizin sowie in Psychologie der Fall. Im Normalfall kann ein Kläger damit rechnen, dass 4-5 Studienplatzklage-Verfahren notwendig sind, um mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Studienplatz in Medizin zu erhalten. Wichtig ist dabei auf jeden Fall, so früh wie möglich einen spezialisierten Anwalt für Studienplatzklagen zu beauftragen. So rückt der Traum vom Medizinstudium auch bei schlechten Abiturnoten in greifbare Nähe.

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