Duales Studium auf eigene Faust

StudienwahlDer Begriff des dualen Studiums beschreibt eigentlich verschiedene Möglichkeiten, ein theoretisches Studium mit praktischen Erfahrungen zu versehen. Das macht insofern Sinn, dass die meisten Studiengänge (vor allem an Universitäten, aber auch an Fachhochschulen) sehr theoretisch ausgerichtet sind.

Berufsanfänger brauchen aber praktische Erfahrungen, und nicht jeder Studiengang erlaubt oder fördert freiwillige Praktika. Wer sich für ein duales Studium interessiert, findet auf www.duales.de alle wichtigen Informationen.

Verschiedene Arten des dualen Studiums:

  • ein ausbildungsintegrierter dualer Studiengang
  • ein praxisintegrierter dualer Studiengang
  • ein berufsintegrierter dualer Studiengang
  • ein berufsbegleitendes Studium

Der ausbildungsorientierte duale Studiengang

Das ausbildungsintegrierte duale Studium ist ein Studiengang an Berufsakademien, Fachhochschulen und wenigen Universitäten, der theoretischen Fachunterricht mit praktischen Phasen in einem Ausbildungsbetrieb abwechselt.

Der Vorteil liegt darin, dass die Auszubildenden eine sehr hochwertige theoretische Basis erhalten und gleichzeitig praktische Fähigkeiten erlangen können. Drei bis fünf Jahre dauert die Ausbildung, die Studierenden erhalten in der Regel eine Vergütung und schließen ihre Berufsausbildung sowohl mit dem praktischen Ausbildungszeugnis als auch mit dem Bachelorgrad ab. Diese Art des dualen Studiums findet man überwiegend (aber nicht nur) in den Bereichen Wirtschaft, Informatik und Technik.

Der praxisorientierte duale Studiengang

Das praxisintegrierte duale Studium endet für den Studierenden mit einem akademischen Grad, nicht mit einer abgeschlossenen Ausbildung. Das ist der wohl größte Unterschied zum ausbildungsorientierten dualen Studium.

Ein weiterer Unterschied liegt in der Organisation: Das praxisintegrierte duale Studium besteht aus Blöcken theoretischen Unterrichts und eines praktischen Teils. Die praktischen Bestandteile des Studiums liegen in der Regel in der vorlesungsfreien Zeit und machen etwa 50 % des Studiums aus, allerdings regelt jedes Ausbildungsinstitut das etwas anders. Der praktische Ausbildungsteil während der vorlesungsfreien Zeit wird normalerweise von den Betrieben vergütet.

Das berufsintegrierte duale Studium

Ein berufsintegrierter dualer Studiengang soll es Berufstätigen ermöglichen, neben der Ausübung ihres Berufs zu studieren. Die Idee an sich ist gut, denn so kann der berufliche Alltag durch die theoretischen Kenntnisse erweitert werden.

Während “normale” Studenten in der vorlesungsfreien Zeit Lernstoff vor- und nachbereiten, ihrem Freizeitvergnügen nachgehen und sich schlicht erholen und organisieren, müssen Studierende des berufsintegrierten dualen Studiums ihrem Beruf nachgehen – Vollzeit. Klausurvorbereitungen sind in dieser Zeit kaum möglich. Die Inhalte des Studiums werden von den Arbeitgebern mitbestimmt und der berufliche Alltag wird studienkonform organisiert.

Das berufsbegleitende duale Studium

Das berufsbegleitende duale Studium ist meist selbst organisiert und läuft schlicht nebenher ab – in der freien Zeit nach der Arbeit, am Wochenende und im Urlaub. Das Studium ist insofern selbstbestimmt, dass Studierende frei aus allen verfügbaren Studiengängen wählen können. Arbeitgeber haben kein Mitspracherecht und sind nur dann involviert, wenn sie Studierende für Prüfungen oder Präsenzphasen freistellen oder das Studium anteilig finanzieren. Dazu sind sie berechtigt und es wird sogar angeraten, dass Berufstätige sich im Falle eines berufsbegleitenden Studiums mit ihrem Arbeitgeber verständigen.

Die Belastung eines berufsbegleitenden Studiums, das im Endeffekt nichts anderes ist als ein Fern- oder online-Studium, ist enorm, auch wenn der Lerndruck in erster Linie von den Studierenden selbst ausgeht.

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