E-Learning: Wieso alle vier Sinne stimuliert werden sollten

lernen-internet Nicht nur im Weiterbildungssektor ist E-Learning sehr beliebt, auch viele Hochschulprofessoren setzen mittlerweile darauf, ihre Vorlesungen aufzuzeichnen und dann mittels Podcast oder Video online zu stellen. Im Netz finden sich mittlerweile Vorlesungen, Arbeitsmaterialien und Lernprogramme zu fast jedem Themengebiet. Doch die digitale Vermittlung von Wissen kann oft nicht das gleiche leisten, wie eine persönliche Unterrichtsstunde. Denn der Mensch lernt am besten, wenn alle vier Sinne angesprochen werden – reines Zuhören reicht meist nicht aus. Hier sind die Lernenden selbst gefordert.

Vom Gesprochenen zum Verstandenen

E-Learning-Angebote sind vor allem für Berufstätige eine sehr praktische Möglichkeit, um sich nebenbei weiterzubilden. Abends oder am Wochenende können so virtuell Kurse besucht werden. Oftmals findet Wissensvermittlung hier mittels Podcast oder Video statt – das heißt, mittels gesprochener Sprache. Der Lernende muss also über das Hörverstehen aufnehmen.

Beim Hören nimmt unser Gehirn zunächst die Grammatik wahr und löst den Satz innerhalb der ersten 200 Millisekunden in seine Bestandteile – Nomen, Verben, Präpositionen, etc. – auf. Erst in den darauffolgenden 400 Millisekunden kann unser Hirn anfangen, die Bedeutung des Satzes zu erfassen. Anschließend werden dann Grammatik und Sinnhaftigkeit miteinander verbunden und das Hirn versteht, was gesagt wurde.

Das Kniffelige am Zuhören ist, dass die aufgenommene Information zunächst ins Kurzzeitgedächtnis wandert und das Gehirn nun quasi vor der Herausforderung steht, die Information zu verinnerlichen. Zudem müssen wir beim Zuhören schneller aufnehmen, als etwa beim Lesen, wo wir „notfalls“ auch einfach nochmal den ganzen Satz von vorne lesen können. Wer also bei einem Podcast nicht immer wieder zurückspulen möchte, der muss zum einen konzentriert zuhören und zum anderen auf gute Qualität hoffen.

Denn wie gut wir mittels Zuhören lernen können, hängt auch von der Art des Sprechers ab. Nicht nur seine Stimme, sondern auch die Formulierung seiner Sätze ist essentiell. Hier im Ratgeber von Sprechersprecher zur richtigen Sprachaufnahme für E-Learning-Angebote wird ebenfalls auf die Bedeutung der Texterstellung eingegangen. Die Profis raten zu kurzen Sätzen ohne große Verschachtelung durch Nebensätze oder Gedankensprünge.

Die vier Lerntypen vereinen

Neben einer sauberen Vertonung der Angebote gilt es aber auch die vier Lerntypen bei der Erstellung von Lerneinheiten zu beachten. Unterscheiden lassen sich der auditive, der visuelle, der kommunikative und der motorische Lerntyp. Diese „Reinformen“ an Lerntypen wird man aber selten antreffen, denn die meisten von uns lernen am besten, wenn unterschiedliche Sinne angesprochen werden.

Bei bloßem Zuhören liegt die Erinnerungsquote bei etwa 20% und bei reinem visuellem Eindruck (lesen) liegt sie bei 30%. Gemeinsam können aus auditiven und visuellen Lernreizen bereits 50% Erinnerungsquote erzielt werden. Ergänzt man das Angebot nun noch durch diskursive und motorische Elemente, dann kann eine Quote von bis zu 90% erreicht werden. Motorisch kann dabei natürlich oftmals schwierig werden, da etwa Experimente oder Rollenspiele zuhause vor dem Computer kaum umsetzbar sind. Aber schon Aufschreiben kann zu einer Steigerung der Erinnerungsquote führen, da die Bewegung der Hand nochmals einen Erinnerungsprozess in Gang setzt.

Ein E-Learning-Angebot sollte also immer mindestens aus einem Teil Zuhören und einem Teil Lesen bestehen. So kann schon etwa die Hälfte davon ins Gehirn vordringen. Werden nun noch durch Online-Diskussion im virtuellen Klassenzimmer oder durch schriftliche Aufgaben weitere Sinne angesprochen, dann steigt die Quote an. Das heißt aber nicht nur für Lehrende, das sie das Angebot vielfältig gestalten, sondern auch für Lernende, dass sie selbstständig arbeiten müssen. Eine Möglichkeit wäre es etwa, beim Zuhören des Podcasts mitzuschreiben – so wie das auch bei einer realen Vorlesung üblich ist. Anderen hilft es auch, sich die Sprachaufzeichnungen auf einem MP3-Player abzuspeichern und dann beim Sport anzuhören.

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