Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?

StellensucheFast 60 Prozent der 4,5 Millionen erwerbsfähigen ALG II-Empfänger (Hartz IV) sind schon seit zwei Jahren auf die staatliche Unterstützung angewiesen. In einigen Regionen Deutschlands liegt der Prozentsatz dieser Langzeitarbeitslosen über 80 Prozent.

Trotz der günstigen Beschäftigungsentwicklung in den letzten Jahren ist die Zahl der Hartz IV-Empfänger in den letzten zweieinhalb Jahren nur wenig zurückgegangen. Hartz IV-Arbeitslose sind deshalb nicht weniger leistungsbereit als die anderen Erwerbslosen. Ihnen mangelt es vielmehr häufig an entsprechenden Qualifikationen. 20 Prozent von ihnen hat keinen Hauptschulabschluss und jeder Dritte hat keine Berufsausbildung. Extreme Unterschiede bezüglich der Qualifikationsstruktur bestehen zwischen arbeitslosen Hartz IV-Beziehern und den übrigen Erwerbslosen in Westdeutschland. Im Osten Deutschlands sind die Arbeitslosen zwar formell besser ausgebildet, jedoch gibt es ein insgesamt unzureichendes Angebot an passenden Arbeitsplätzen.

Langzeitarbeitslose gibt es in fast allen Zielgruppen: Ältere Arbeitnehmer, Personen mit gesundheitlichen Problemen, Alleinerziehende, Migranten, berufstätige Aufstocker, Migranten und Berufsrückkehrer.

Fakt ist auch, dass für viele Arbeitgeber der lange Leistungsbezug abschreckend wirkt. Denn haben Menschen erst einmal das Stigma der langen Arbeitslosigkeit, wird es schwierig, sie wieder in den Arbeitskreislauf zu bringen. Kommen weitere Vermittlungshemmnisse, wie z.B. fehlende Qualifikationen, hinzu, sinkt die Wahrscheinlichkeit, einen Job zu finden, noch einmal deutlich.

Beschäftigungsfähigkeit erhöhen

Wichtig ist, bei diese Menschen die Beschäftigungsfähigkeit zu erhöhen und sie wieder sozial teilhaben zu lassen. Dafür ist unter anderen ein sozialer Arbeitsmarkt mit öffentlich geförderter Beschäftigung hilfreich. Diese Förderung sollte allerdings erst dann beginnen, wenn alle anderen Maßnahmen ausgereizt sind.

Hartz-IV-Bezieher bilden sich mittels Bildungsgutschein weiter

Arbeitslosengeld II-Empfänger haben einen Anspruch auf Bildungsgutscheine. Die Bildungsgutscheine berechtigen zur Teilnahme an Weiterbildungskursen und Seminaren. Grundsätzlich gelten für die Gutscheine die gleichen Regelungen wie für Bezieher des Arbeitslosengeldes I.

Grundvoraussetzungen für die Vergabe der Bildungsgutscheine sind:

  • die Weiterbildung des Antragstellers/Arbeitslosen
  • die individuelle Beratung durch einen Mitarbeiter des Bundesamtes für Arbeit bei Antragstellung
  • Weiterbildungsträger und Bildungsmaßnahmen müssen zugelassen sein

Hilfe für (arbeitslose) Arbeitnehmer und Arbeitgeber geben auch Beratungsunternehmen, wie z.B. personalmanagement.info, die mit entsprechenden Know-how ausgerüstet, vorausschauend ihr Klientel vorausschauend beraten bzw. eine Wiedereingliederung in der Arbeitsmarkt unterstützen. So ist es beispielsweise durchaus möglich, dass die Aushilfe im Supermarkt beim Einräumen der Regale beginnt, bei guter und fleißiger Arbeit irgendwann allerdings auch zum Abteilungs- oder gar Marktleiter werden kann. Entscheidend ist für eine solche Entwicklung letztendlich auch das Arbeitsumfeld, positives, konstruktives Feedback und der Verzicht von ungesundem, übertriebenem Leistungsdruck.

One thought on “Einmal Hartz IV, immer Hartz IV?

  1. Das halte ich für ein “modernes” Märchen das man Menschen über eine Art Bürgerarbeit wieder in den Arbeitsmarkt integrieren kann weil fast ALLE diese “wild auf den Markt” geschmissenen Arbeitsgelegenheiten NICHTS mit dem RICHTIGEN Arbeitsleben zu tun haben … warum sollte also eine Arbeitgeber gerade DIESE Leute dann einstellen wenn er es jetzt auch nicht tut ? Arbeitgeber werden NICHT von langer Arbeitslosigkeit ( im Gros ) abgeschreckt sondern durch die Vorurteile die sich im Volk in den letzten Jahren breit gemacht haben + ganz selten werden Menschen Ü50 eingestellt !! das ist Fakt ! Das Menschen ohne Ausbildung es sicher schwieriger haben sollte einleuchten aber wenn Menschen nicht einmal mit 2 oder 3 Ausbildungen einen Job finden wie soll das dann nach einer “Nach-Ausbildung” funktionieren ? Wenn überhaupt ein Arbeitgeber qualifizierte Menschen sucht dann gleich mit 10 Jahren Berufserfahrung :-((

    Einzige Lösung : VOR einer Ausbildung zielgerichtet mit Firmen Bedarf ermitteln + schon im Vorfeld eine Garantie auf Arbeit absprechen sonst haben die Menschen zwar ne nette Ausbildung die Ihnen aber NIX bringt … schon jetzt kommen minimum 7 Menschen auf 1 Arbeitsstelle !! Da werden IMMER 6 Menschen leer ausgehen 🙁

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