Für die Sicherheit von morgen

DUW ermittelt die wichtigsten Zukunftskompetenzen für die Sicherheitsbranche

Sicherheitsmängel bei Großveranstaltungen, Hackerangriffe auf Kundendaten, moderne Piraterie – das Thema Sicherheit berührt immer mehr Lebensbereiche. Was viele Menschen nur über die Medien erfahren, ist das Alltagsgeschäft vieler kleiner, mittlerer und großer Unternehmen sowie spezialisierter Sicherheitsdienstleister. Hier sind gut ausgebildete Fachkräfte gefragt, die Sicherheitsrisiken für Menschen, Produkte und Daten erkennen, angemessen bewerten und nachhaltig beseitigen. Das sind die Ergebnisse einer Befragung von Branchenexperten im Rahmen der Studie „Talent- und Kompetenzmanagement“[1] der Deutschen Universität für Weiterbildung (DUW).

Trend zur Akademisierung

Fach- und Führungskompetenz, Verantwortungsbereitschaft und Kommunikationsfähigkeit gehören nach Meinung der Experten zu den Kernkompetenzen in der Sicherheitsbranche. „Die Herausforderungen und Rahmenbedingungen rund um das Thema Sicherheit werden komplexer. Wem es an wichtigen Kompetenzen mangelt, der trifft in kritischen Situationen eventuell falsche Entscheidungen. Dies kann fatale Folgen haben, humanitär und wirtschaftlich“, sagt Lili Hammler, Rechtsanwältin und Studiengangleiterin des Masterstudiengangs Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit an der DUW. „Dennoch mangelt es der Branche oft noch an der notwendigen Aus- und Weiterbildung.“

Erst seit einigen Jahren werde die Wichtigkeit von Kompetenzentwicklung erkannt. Fach- und Führungskräfte nutzen zunehmend akademische Weiterbildungsangebote. Der berufsbegleitende Fernstudiengang der DUW zum Beispiel bietet die Möglichkeit, Fachwissen und Soft Skills fokussiert weiterzuentwickeln, auch ohne ersten Hochschulabschluss. „Kompetenzen wie Kundenverständnis oder Umgang mit Vielfalt und anderen Kulturen müssen zusätzlich zur externen Weiterbildung auch intern immer wieder ausgebildet werden“, bestätigt Florian Haacke, Leiter Konzernsicherheit der Metro AG.

Weiterbilden und Netzwerken

Gerade Bereiche wie internationale Expansion oder Cloud Computing stellen die Sicherheitsexpertinnen und -experten in den Unternehmen aktuell vor neue Herausforderungen. Eine konsequente Weiterbildung findet deshalb auch Florian Haacke wichtig: „Die Unternehmenssicherheit wird zunehmend im Topmanagement verankert, zumindest bei Großunternehmen.

Sicherheitsbeauftragte sind immer stärker in die strategischen und operativen Abläufe eingebunden. Dies erfordert eine kontinuierliche Weiterentwicklung der eigenen Kompetenzen.“ Ein weiterer wichtiger Aspekt für die Fachkräfte sei der Austausch mit anderen Spezialisten: „Die Sicherheitsbranche zeichnet sich durch ein intensives Networking aus“, beobachtet Haacke. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer sollten deshalb regelmäßig an Fachkonferenzen teilnehmen. „Der lebendige Dialog mit anderen trägt dazu bei, das eigene Wissen zu vertiefen, neue Impulse zu bekommen und immer auf dem Laufenden zu bleiben“, so Hammler.

Masterstudiengang Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit

Der berufsbegleitende Masterstudiengang Sicherheitswirtschaft und Unternehmenssicherheit der DUW bildet Fach- und Führungskräfte zu Sicherheitsexperten aus.

Angesprochen werden Sicherheitsmanagerinnen und -manager, die zum Beispiel in Kooperation mit staatlichen Stellen die Sicherheit kritischer Infrastrukturen wie Flughäfen, Justizvollzugsanstalten oder Großveranstaltungen verantworten oder für die personelle und wirtschaftliche Sicherheit in einem Unternehmen sorgen.

Der Studiengang ist transdisziplinär angelegt. Er schließt den Erwerb von Management- und Rechtswissen ebenso ein wie die Beschäftigung mit grundlegenden informationstechnischen Belangen und betrieblichen Fragestellungen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer lernen im Blended-Learning-Mix per Fernstudium und in Seminaren. Zulassungsvoraussetzungen sind zwei Jahre Berufserfahrung sowie ein erster Hochschulabschluss. Personen ohne ersten Hochschulabschluss können bei Vorliegen langjähriger Berufserfahrung sowie weiterer theoretischer und praktischer Qualifikationen über eine gesonderte Kompetenzprüfung zugelassen werden.


Im Rahmen der Studie „Talent- und Kompetenzmanagement“ der DUW befragte Forsa im August 2011 1.005 Erwerbstätige. Die Studie zeigte: Jeder fünfte Erwerbstätige (22 Prozent) fühlt sich im Beruf entweder über- oder unterfordert. Parallel befragte die DUW Personalexpertinnen und -experten aus Unternehmenspraxis und Wissenschaft zum aktuellen Stand des Kompetenz- und Talentmanagements deutscher Unternehmen.

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