Finde die passende Hochschule oder Fachhochschule

Hochschule oder Fachhochschule

Stehst du vor dem Beginn deines Studiums, stellt sich zunächst die Frage nach dem „richtigen“ Fach. Ist diese mehr oder minder eindeutig beantwortet, wirst du aller Voraussicht nach auf die Suche nach der zukünftigen Universität oder Fachhochschule gehen. Bei einigen Studenten kommt hingegen nur die heimatliche Hochschule in Frage – hier stellt sich das Problem nicht. Ist aber eine derartige Vorgehensweise sinnvoll?

Die „richtige“ Universität gibt es nicht

Zunächst muss der Irrglaube aufgeklärt werden, es gebe „die eine richtige“ Uni. Diese existiert nicht – es wird nur zahlreiche Universitäten geben, die teilweise als sehr passend erscheinen werden. Keine einzige dieser Universitäten wird deine Ansprüche zu 100% erfüllen – auch deine Schule wird in deinen Augen nicht perfekt gewesen sein.

Die Aufgabe besteht darin, das riesige und vielfach unübersichtliche Angebot weitestgehend zu sortieren. Welche Universitäten bieten das von dir gewünschte Fach an? Welche liegen in der Region, in der du studieren möchtest? Welchen „Ruf“ genießen diese Universitäten? Welche Schwerpunktsetzung erfolgt?

Die Schwerpunktsetzung der Universitäten

Die Universitäten sind in der Ausgestaltung deiner Lehre relativ bis komplett frei. So kann es durchaus der Fall sein, dass an zwei verschiedenen Universitäten das exakt gleiche Fach mit vollkommen anderer Schwerpunktsetzung gelehrt wird. Stelle dann kaum Gemeinsamkeiten im Lehrplan fest. Die Vernachlässigung der gesetzten Schwerpunkte  kann zu einer vollkommenen Enttäuschung hinsichtlich der Wahl des Fachs und der Universität führen. 

Eine weitere Frage, die auch von der Fachwahl abhängt, ist die, ob an einer Universität oder an einer Fachhochschule studiert werden soll. Die allgemeinen Unterschiede zwischen diesen Einrichtungsarten sind in der Regel recht klar. An der Universität wird stärker theoriebezogen und weniger praktisch ausgerichtet gelehrt. Zum Studium an der Uni gehört das Bestehen der Prüfungen und das Verfassen von Bachelor- und Masterarbeiten. Sei auch bereit, dass du zahlreiche Hausarbeiten schreiben sollen wirst, bei deren Bewältigung dir ein Ghostwriter helfen kann. An der Fachhochschule hingegen wird seit jeher ein recht verschultes Studium angeboten, das die Studenten vorwiegend für die Arbeitswelt qualifizieren soll. Die Vermittlung von praktischem Anwendungswissen steht hier im Vordergrund.

Hinsichtlich deiner Wahl solltest du vor allem auf deine individuellen Wünsche, Talente und Fähigkeiten achten. Du bist für die Praxis geboren? Studiere an einer Fachhochschule. Du möchtest eine umfassende und tiefgehende Bildung ohne größere praktische Bezüge? Die Universität ist deine Wahl. 

Staatlich oder privat

Private Universitäten sind in Deutschland nur selten zu finden – das prominenteste Beispiel ist die Universität Witten-Herdecke. Die meisten privaten Hochschulen sind „Business Schools“, die horrende Summen verlangen. Die Wahl zwischen einer staatlichen und einer privaten Hochschule ist letztendlich also nicht nur von deinen Neigungen, sondern auch von deinem Geldbeutel abhängig. 

Private Hochschulen können nur sehr selten andere Fächer bieten als staatliche Hochschulen. Zumeist werden die gleichen Fächer angeboten – allerdings mit weit weniger Studenten. So besteht ein Vorteil der privaten Hochschulen darin, dass auf einen Dozent weniger Studenten kommen, wodurch eine bessere Betreuung und Beratung gewährleistet wird.

Natürlich lassen sich nicht alle Studienanbieter über einen Kamm scheren. Vielfach wird eine hochklassige Lehre bei exzellenter Betreuung der Studenten angeboten – dies allerdings zu einem stolzen Preis. An staatlichen Universitäten und Fachhochschulen hingegen ist die Betreuung als eher mangelhaft einzuschätzen. Überfüllte Hörsäle, überlaufene Sprechstunden und Dozenten, für die man nur eine Nummer ist, gehören hier zum Alltag. Dennoch können die staatlichen Einrichtungen eine gute Lehre gewährleisten, da sie staatlich anerkannt und kontrolliert sind. 

Rankings – Wie sinnvoll sind sie?

Eine weitere Orientierungshilfe bieten Hochschulrankings an. Hier werden die Universitäten sowohl von Studenten, als auch von Dozenten und teilweise Arbeitgebern bewertet. Anschließend werden sie entsprechend der erreichten Punktzahlen aufgelistet. Letztendlich solltest du dich in deiner Entscheidung jedoch nicht davon beeinflussen lassen, ob die Hochschule auf Platz 3 oder auf Platz 5 liegt. Die sinnvollen Erkenntnisse, die aus Rankings gezogen werden können, beziehen sich vielmehr auf die Einschätzung der Lehr-, Lern-, Ausstattungs- und Forschungssituation. Der Rang sollte also nicht als entscheidendes Kriterium betrachtet werden.

Sonstige Möglichkeiten

Die „sonstigen Möglichkeiten“ beschränken sich auf ein duales Studium und ein Fernstudium. Noch praxisnäher als an den Fachhochschulen geht es im akademischen Bereich nur mit einem dualen Studium. Dieses ist ähnlich aufgebaut wie eine klassische duale Berufsausbildung. Du absolvierst Praxisphasen in einem ausbildenden Unternehmen und besuchst Theoriephasen an der Hochschule.

Das Studium an einer Fachhochschule, die duale Studiengänge anbietet, ist absolute Seltenheit. Das vermittelte Wissen ist nur auf die Praxis zugeschnitten. So erhältst du allerdings nur einen oberflächlichen Einblick in bestimmte Themengebiete, kannst nicht selbst entscheiden, welche Schwerpunkte du setzen willst. Ein Vorteil besteht jedoch darin, dass du bereits während des Studiums Geld verdienen und gute Chancen auf einen festen Arbeitsplatz nach dem Abschluss haben kannst.

Die letzte Möglichkeit besteht in einem Fernstudium. Es bietet sich besonders für Menschen an, die neben dem Studium in größerem Maße berufstätig sein wollen und somit große Flexibilität hinsichtlich Zeit und Ort benötigen. Aber wer ein klassisches Studentenleben genießen möchte, sollte hingegen kein Fernstudium wählen. Wenn du dich noch immer unsicher bist, welcher Hochschultyp zu dir passt, ist das nichts. Denke daran: du hast immer die Wahl. 

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