Jedes Studium ist finanzierbar – Fünf Möglichkeiten, die weiterhelfen

Nach dem Abitur beginnt für immer mehr junge Menschen die Zeit des Studiums an einer Universität. Hier stellen Studierende die Weichen für ihre berufliche Zukunft und eine erfolgreiche Karriere. Natürlich ist das Studentendasein auch ein wichtiger Abschnitt im Leben jedes Einzelnen, in dem, neben der Erfüllung von Studienanforderungen, das Training von Eigenständigkeit und Selbstverantwortung im Mittelpunkt stehen.

Entscheidend sind hier, wie bei so vielen Fragen im Leben, finanzielle Grundlagen. Da nur wenige in der glücklichen Situation sind, ein gesamtes Studium aus eigener Tasche bestreiten zu können, ergibt sich die Notwendigkeit einer passenden Studienfinanzierung. Von nahezu jeder Ausgangssituation aus können dabei Wege gefunden werden, die ein intensives Studium erlauben, ohne dass ein finanzieller Druck, weder während noch nach der Zeit an der Universität, entsteht.

Finanzierungsmöglichkeiten rechtzeitig in Erfahrung bringen

Da es kein Geheimnis ist, dass ein Studium Geld kosten wird, ist es empfehlenswert, schon frühzeitig Planungen zu machen, die entsprechenden Mittel zu finden. Vorausschauende Eltern treffen bereits in frühster Jugend ihres Kindes Vorbereitungen. Jedoch spätestens im letzten Drittel der gymnasialen Oberstufe, also zu der Zeit, in der das zukünftige Studienfach einschließlich des Studienortes konkrete Formen annimmt, ist es höchste Zeit, sich mit den Möglichkeiten einer Studienfinanzierung zu beschäftigen.

BAföG deckt nur Grundbedürfnisse

Als staatliche Förderung nimmt das BAföG einen hohen Stellenwert ein. Als Höchstsatz gelten hier derzeit monatlich 670 Euro bei einem Studium in Deutschland sowie Kranken- und Pflegeversicherungspflicht. Außerdem wird diese Höhe nur bewilligt, wenn der Studierende nicht bei den Eltern oder im Elternbesitz sondern zur Miete wohnt, kein weiteres Einkommen oberhalb bestimmter Grenzen hat und ihn auch kein Ehe- oder eingetragener Lebenspartner versorgen kann.

Um eine konkret mögliche BAföG-Förderung zu ermitteln, gibt es im Internet einige Rechner, in denen persönliche Eckdaten eingegeben werden können. Grundsätzlich verlässt man sich beim BAföG auf eine staatliche Förderung, mit der Studierende sich so gerade über Wasser halten können. Jedes Zusatzeinkommen, gerade auch durch Jobs, reduziert die BAföG-Ansprüche. Eine 100prozentige Förderung ist dies jedoch auch nicht, da, außer wenn hervorragende Studienergebnisse erreicht werden, die Hälfte des BAföG nach dem Studium rückzahlpflichtig ist.

Günstiges Darlehen durch einen Bildungskredit

Seit 2005 haben Studierende die Möglichkeit, auf Bildungskredite durch die öffentlich rechtliche Förderbank KfW zuzugreifen. Für die Darlehen zwischen 1.000 und 7.000 Euro gilt ein Zinssatz, der weit unter marktüblichen Konditionen liegt. Die Gewährung erfolgt unabhängig von der Einkommenssituation des Studierenden oder seiner Eltern. Allerdings kommt dieser Bildungskredit nur für spätere Phasen des Studiums in Frage.

In der Situation zum Beispiel, in der Studierende durch die Vorbereitung auf das Examen keine oder weniger Zeit haben, Nebenjobs auszuführen, kann der Bildungskredit zur Überbrückung dienen. Das Darlehen erreicht den Studierenden über maximal 24 Monate monatlich in einer Höhe von bis zu 300 Euro. Für studienbezogene Zwecke kann auch eine einmalige Auszahlung von 3.600 Euro erfolgen. Als sehr günstiges Darlehen, bei dem keine erhöhte Bedürftigkeit nachweispflichtig ist, stellt der Bildungskredit ein Angebot dar, das in der zweiten Hälfte des Hauptstudiums sicher überlegenswert ist. Freilich muss der Studierende auch hier sicherstellen, das Darlehen zurückzuzahlen.

Stipendien und Sponsoring nicht nur für Hochbegabte

Mehrere 100 verschiedene Stipendien bieten Studierenden nach unterschiedlichen Auswahlkriterien, die nicht nur besondere Leistungen umfassen, sondern sich auch an bestimmte Zielgruppen richten, die Chance auf breit gefächerte Unterstützungsvarianten. Staatliche wie private Stellen gewähren über Stipendien Darlehen, Zuschüsse aber auch Sach- und Ausbildungsleistungen.

Das Internet bietet hier Datenbanken, die individuell zutreffende Stipendien auflisten. Neben der Hilfe, die ein Stipendium bietet, hat es den Vorteil, dass es im Lebenslauf eine Referenz darstellt, die Personalchefs gerne sehen. Dies ist bei renommierten Instituten, Auslandstipendien und Examensarbeiten besonders relevant. Gerade für Abschlussarbeiten und Promotionen ist auch der Kontakt zu Unternehmen empfehlenswert. Bestimmte Themen finden gerne, auch durch ein Sponsoring, Unterstützung. Dadurch kann sich der Studierende nicht zuletzt auch die Chance auf ein Arbeitsverhältnis nach dem Studienabschluss sichern.

Das eigene Einkommen mit einem Studentenjob

Gewiss ist das Studium eine Vollzeittätigkeit. Dennoch schaffen Studentenjobs, vielleicht sogar in der Nähe von Studieninhalten, bei weniger als 20 Wochenstunden Belastung, ein Einkommen, das nicht nur tägliche Ausgaben deckt, sondern auch den gelegentlich notwendigen Austausch in Studentenkneipen finanziert. Die im Job gemachten Erfahrungen wirken zudem positiv im Lebenslauf.

Wohneigentum statt Miete

Bei der Wahl des Studienortes stellt sich oft heraus, dass an attraktiven Standorten Wohnraum zur Miete rar und empfindlich teuer ist. Dazu gibt es jedoch eine Alternative, die sich am Ende sogar als recht lukrativ herausstellen kann, allerdings eine gewisse Vorbereitung benötigt

Statt eine “Studentenbude” zu mieten, kann, in der Regel mit Hilfe der Eltern, auch die Finanzierung einer Wohnung in Frage kommen. Dies ist übrigens auch für Normalverdiener oft im Rahmen des Machbaren und stellt gerade an einem Universitätsstandort, bei entsprechender Wahl des Objektes, eine sinnvolle Investition dar. So können Eltern ihren studierenden Kindern eine wertvolle Unterstützung zukommen lassen.

Studierende, die nebenher ein Einkommen erwirtschaften, haben die Möglichkeit, mit im Vergleich zur Miete etwas höheren Ausgaben, sich schon im Studium Eigentum aufzubauen, das nach einem erfolgreichen Examen einen ansehnlichen Grundstock darstellt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.