Karriere, Studium und Familie: Theoretisch unmöglich, praktisch machbar

Studieren mit KindKarriere, Studium und Familie – wer diese 3 Stichworte hört, sieht diese als nacheinander ablaufend vor sich. Nach der Schule wird zuerst das Studium als Direktstudium an einer Universität oder Hochschule absolviert.

Während des Studiums erhält man von den Eltern Geld oder, wenn man Glück hat, gibt es BAföG und nebenbei sowie in den langen Semesterferien bleibt einem nichts anderes übrig als jobben zu gehen, wobei man schlecht bezahlte Hilfsarbeiten verrichtet. Während des Studiums muss man sich recht mühsam Unternehmen suchen, wo man seine Pflichtpraktika machen kann.

Ähnlich schwierig ist es häufig ein Diplomarbeitsthema und das dazu erforderliche Equipment zu finden. Die meisten planen dann, sich nach dem Studium um die Karriere zu kümmern, was zuerst einmal bedeutet, Dutzende von Bewerbungen zu versenden und ebenso viele frustrierende Absagen zu erhalten. Man ist mobil, flexibel und geht auf alle Wünsche der Arbeitgeber ein. Irgendwann hat man Glück und man ergattert eine Einladung zum Vorstellungsgespräch und später auch eine Anstellung.

Einige Jahre wird die ganze Kraft in die Arbeit investiert, damit man die Chance erhält, auf der Karrierestufe einige Stufen höher zu steigen. Spätestens hier tickt – besonders bei den Frauen – die Uhr und es ist höchste Zeit, sich um das Thema Familie zu kümmern, damit man nicht erst als Rentner die Abifeier seiner Kinder erlebt.

Es geht auch anders

Aber man kann es auch anders machen; man kann die Themen: Karriere, Studium und Familie – die für die Meisten theoretisch unmöglich verknüpft werden können – verbinden. Dies ist beispielsweise über ein Duales Studium machbar.

Dabei schließt man mit einem Betrieb einen Ausbildungsvertrag ab und macht im Betrieb eine Ausbildung nebst der Gesellenprüfung an der IHK. Parallel dazu absolviert man ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität und beendet mit dem Bachelor-Abschluss. Diese kombinierte Ausbildung dauert in der Regel 1 Jahr länger als die Regelstudienzeit an der Hochschule, d.h. ca. 4 Jahre.

Seine studienbegleitenden Praktika macht man in seinem Ausbildungsbetrieb und gleichzeitig ist man in die Firma integriert. Der Betrieb nimmt einen meist auch in die mittelfristige Personalplanung auf. So ist die Wahrscheinlichkeit, dass man nach dem Dualen Studium vom Unternehmen übernommen wird, sehr hoch. Zusätzlich wird man beim Themensuchen und Bearbeiten der Diplomarbeit von der Firma unterstützt. Und was auf keinen Fall vergessen werden sollte, man erhält während der gesamten Zeit des Dualen Studiums eine Ausbildungsvergütung.

Das bedeutet, man ist nicht von den Eltern abhängig und man benötigt keinen Kredit über das BAföG, welchen man später zurückzahlen muss. Ein weiterer Vorteil des Dualen Studiums ist, dass man am Ende 2 Abschlüsse – einen Gesellenbrief und einen Bachelor-Abschluss – in der Tasche hat. Sollte jemand unerwarteter Weise den Studienabschluss nicht schaffen, hat er am Ende zumindest den Gesellenbrief und steht nicht ganz ohne Abschluss da, ein großer Pluspunkt dieses Bildungsweges.

Ein Duales Studium ist auch im Ausland möglich. In diesem Fall werden Teile der Ausbildung im Ausland durchgeführt und in Deutschland anerkannt. Unternehmen, die ein Duales Studium anbieten, sind häufig internationale Global Player. Bei diesen kann man z.B. ein Auslandssemester in einem ausländischen Betriebsteil der Firma machen und ist gleichzeitig mit seinen deutschen Kollegen vernetzt. Die Organisation für den Studenten ist einfach, denn den größten Organisationsanteil übernimmt die Personalabteilung. Häufig wird auch Wohnraum bereitgestellt. Während seines Auslandsaufenthaltes lernt man nicht nur die Sprache des Gastlandes sondern vor allem viel interkulturelle Werte und Toleranz. Zurück im Heimatland kann man als Führungskraft durch das erworbene Wissen besser auf die Gedankenwelten und Vorstellungen der internationalen Geschäftspartner eingehen.

Auch auf die Familienplanung wirkt sich ein Duales Studium positiv aus, denn nach Abschluss des Dualen Studiums ist man meist bereits fest in das Unternehmen integriert. Man muss nicht erst lange warten, bis man fest im Sattel sitzt, bevor man an das Thema Familie und Familienplanung denken kann. Denn das Unternehmen weiß, wie wertvoll man ist und wird einen gern – in Teilzeit – nach der Familienpause auf einer verantwortungsvollen Stellen weiter beschäftigen.

So kann man mit gutem Gewissen bereits mit Mitte bis Ende 20 ans Familie gründen und Kinderkriegen denken. Dies kommt dem Nachwuchs zugute. Jüngere Eltern haben noch mehr Vitalkräfte, sind spontaner als Ältere und die Kinder können länger mit ihren Eltern zusammenleben. Einer ausgeglichenen Work-Life-Balance und damit auch einer hohen Produktivität des Angestellten für den Arbeitgeber kommt das Leben in einer Familie sehr entgegen.

Mit ein wenig Ideenreichtum und Engagement ist es möglich, diese scheinbar gegensätzlichen Lebensaufgaben gut unter einen Hut zu bringen.

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