Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) startet erste Online-Kurse

Die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) hat ihre erste Online-Vorlesung ins Netz gestellt. Die ersten Vorlesungen/Kurse gibts für Betriebswirtschaftlehre, Zellbiologie, mathematische Philosophie und Vulkanologie.

Die “Massive Open Online Courses” (MOOCs), die es in den USA bereits an vielen Top-Unis gibt, sollen “hochkarätige Wissenschaft und aktuelle Forschungsergebnisse der LMU buchstäblich in die Welt zu tragen”, sagte LMU-Präsident Bernd Huber.

Die kostenlosen Angebote, die aus Videovorlesungen und interaktiven Übungen bestehen, sollen Interessierte auf der ganzen Welt ansprechen. Fast 120.000 Menschen haben sich für die vier Kurse registriert. Wenn es gelänge, nur ein Prozent davon an die LMU zu binden, wären das 1.200 neue Studierende, erläuterte Huber. “Das wäre ein großer Erfolg und ein eindrucksvoller Gewinn für unsere Universität.” Bayerns Wissenschaftsminister Wolfgang Heubisch (FDP) sagte, mit den Kursen gestalte die LMU die Zukunft des digitalen Lernens.

Studenten, die statt zur lästigen Morgenvorlesung zu gehen, lieber weiterschlafen und sie später im Netz nachhören wollen, liegen allerdings falsch: Die Online-Kurse ersetzen nicht die Anwesenheit. “Diese Kurse haben mit der Präsenzlehre an der LMU nichts zu tun und können und werden diese auch nicht ersetzen”, sagte Huber.

Angesichts des starken MOOCs-Trends regte der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft an, dieses neue Angebot bei der künftigen Hochschulfinanzierung zu berücksichtigen. “Wenn eine Institution weltweit Hunderttausende Onlinestudenten auf sich zieht, muss es dafür auch öffentliche Finanzierungsmodelle geben, ähnlich wie das derzeit für Präsenzstudierende gilt”, sagte der Vize-Generalsekretär des Stifterverbandes, Volker Meyer-Guckel, der “Deutschen Universitätszeitung” (duz). Als Beispiel nannte er Schleswig-Holstein. Es sei das einzige Bundesland, das auch Hochschulmittel für Online-Studierende zahle – und zwar 20 Prozent der Summe, die es für Präsenz-Studierende ausgebe.

Der Stifterverband hatte vor einiger Zeit den Wettbewerb “MOOC Production Fellowship – Lehren und Lernen im Web” gestartet und im Juni die besten zehn gekürt. Mehr als 250 Konzepte aus 20 Ländern waren laut Stifterverband vom 10. Juni eingereicht worden. Die Gewinner erhalten je 25.000 Euro Fördergeld sowie individuelle Beratung von “iversity” bei der Umsetzung ihrer Kurskonzepte. “iversity” entwickelt den Angaben zufolge eine Open-Course-Plattform zur Durchführung von universitären Online-Lehrveranstaltungen.

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