Multilingualität als Tor zur internationalen Karriere

Mit der Internationalisierung und der damit einhergehenden Globalisierung wurden im 20. Jahrhundert die Grenzen wirtschaftlichen Handelns endgültig aufgebrochen, sodass es für größere Unternehmen seitdem zunehmend wichtiger wurde, auch international konkurrenzfähig zu sein. Dies haben zu Beginn auch Großkonzerne wie zum Beispiel Microsoft, Samsung oder Sony verinnerlicht. Unternehmen wie diese, die über ihre politischen Grenzen hinwegsehen und mit Geschäftspartnern aus aller Welt kommunizieren, verfügen mit aller Wahrscheinlichkeit über die neuesten Technologien, etablieren sich eher in bisher unerschlossenen Märkten und wachsen so zu Global Playern heran. Damit dies möglich ist, benötigen Unternehmen immer häufiger kompetente Führungskräfte, die mehrere Sprachen sicher beherrschen.

Wirtschaftliche Neuorientierung gen Osten

Wer sich zuvor in der internationalen Karrierewelt durchsetzen wollte, benötigte neben der Muttersprache gute Kenntnisse in der englischen Sprache. Zwar hat sich diesbezüglich nichts geändert, allerdings zeigt die aktuelle Situation auf dem Weltwirtschaftsmarkt, dass eine Neuorientierung in osteuropäische und asiatische Regionen unausweichlich zu sein scheint. Westliche Unternehmen werden in Zukunft aufgrund der überwiegend in Asien gelagerten Seltenerdmetalle und der geringen Produktionskosten gezwungen sein, vor allem mit China bilaterale Abkommen und Partnerschaften zu schließen, um eine nachhaltige Rohstoffversorgung aufrechtzuerhalten. Ein Indikator für Chinas immer größer werdenden wirtschaftlichen Einfluss ist das Bruttoinlandsprodukt, welches, ausgehend von den Angaben des Statistikportals Statista, sich von 2004 bis 2014 mehr als verfünffacht hat. Dies ist auch der Grund, weshalb immer mehr Gymnasien und Privatschulen in Deutschland die Sprache chinesisch als Schulfach eingeführt haben.

Mehrsprachigkeit hat in Deutschland hohen Stellenwert

Eine interkulturelle Kompetenz ist wichtiger als je zuvor und heute einer der stärksten Garanten für Karrieremöglichkeiten im In- und Ausland. Diese umfasst nämlich neben der interkulturellen Kompetenz auch die Beherrschung ihrer Landessprache. Besonders für deutsche Arbeitnehmer ist es wichtig, dass sie mindestens zwei Fremdsprachen beherrschen, wenn sie im Ausland Fuß fassen möchten. Die deutsche Sprache ist für Ausländer aufgrund der vergleichsweise komplexen Grammatik und schweren Aussprache schwer zu erlernen und verliert im Ausland daher an Attraktivität. Deutsch wird außerhalb von Deutschland nur in Ausnahmefällen als Businesssprache gehandelt, sodass Deutschen ohne entsprechende Fremdsprachenkenntnisse bei einer internationalen Bewerbung kaum Chancen zuteilwerden.

Sprachen als Garant für neue Karrieremöglichkeiten

Im Zuge der Globalisierung hat die Kommunikation nicht nur zwischen Unternehmen, sondern auch in supranationalen und in intergouvernementalen Institutionen zugenommen. Alleine in der Europäischen Union gibt es mittlerweile 23 unterschiedliche Amtssprachen, dessen Umgang neu etablierte Berufsfelder regeln. Während Unternehmen händeringend auf der Suche nach Fremdsprachenkorrespondenten, die eine reibungslose Kommunikation zwischen ihren international agierenden Partnern sicherstellen sollen, sind, existiert in Brüssel momentan ein Mangel an Dolmetschern und Übersetzern. Besonders letztere haben mit einem Zweifach-Bachelor oder einem Master gute Zukunftsperspektiven in der Europäischen Union, da in Brüssel viele Sprachtalente gesucht werden. Hier ist jedoch erstrangig wichtig, welche Sprachen der Bewerber beherrscht.

So gäbe es viele Dolmetscher, die beispielsweise die englische in die deutsche Sprache übersetzen. Allerdings herrsche ein großes Defizit an Dolmetschern, die skandinavische und slawische Sprachen übersetzen können. Hinzu kommt, dass supranationale Institutionen wie die Europäische Union mit der Wirtschaft konkurrieren. So verliert Brüssel viele potenzielle Dolmetscher und Übersetzer, die sich stattdessen auf überdurchschnittlich gut bezahlte Positionen in Unternehmen bewerben, denn der Bedarf speziell an professionellen Business-Übersetzungen in Unternehmen ist enorm und wird weiter zunehmen. Zwar ist hier meistens eine kaufmännische Lehre in Kombination mit den Fremdsprachenkenntnissen die Mindestvoraussetzung, allerdings verzichten viele Unternehmen auf ein abgeschlossenes Studium in der Sprachwissenschaft.

Kompetenzen durch Fremdsprachenkenntnisse erweitern

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten Fremdsprachenkenntnisse zu erwerben und auszubauen. Supranationale und intergouvernementale Institutionen setzen in erster Linie Dokumente, welche die Kenntnisse eines Bewerbers bestätigen, voraus. Diese können beispielsweise im Studium oder an ausgewählten Hochschulen erworben werden. Auch bei einer Bewerbung für einen Fremdsprachenkorrespondenten oder Fachübersetzer im Unternehmen können derartige Zeugnisse hilfreich sein, werden jedoch nicht immer verlangt. Personaler überprüfen stattdessen im Lebenslauf, ob der potenzielle Mitarbeiter praktische Erfahrungen in den angegeben Fremdsprachen gemacht hat. Besonders interessant sind für die betroffenen Unternehmen Bewerber mit einschlägigen Sprachkenntnissen, die durch längere Auslandsaufenthalte erworben oder gefördert worden sind. So kann der Bewerber seine Chancen auf einen linguistischen Beruf durch Work & Travel, Au Pair, Auslandspraktika, Freiwilligenarbeit im Ausland oder Sprachreisen erhöhen.

Abschließend lässt sich also festhalten, dass multilinguale Bewerber gute Zukunftsperspektiven auf Führungspositionen in Unternehmen oder auf sichere Arbeitsplätze in Institutionen wie dem Europäischen Parlament oder den Vereinten Nationen haben. Hierbei spielt allerdings weniger die Tatsache, dass der Bewerber mehrere Sprachen spricht, sondern eher, welche Sprache der Anwärter spricht, eine Rolle. Wer als Dolmetscher, Übersetzer oder Fremdsprachenkorrespondent im Unternehmen arbeiten möchte, sollte Erfahrungen in Businesssprachen wie englisch, spanisch und chinesisch mitbringen. Wer jedoch in einer anerkannten Institution arbeiten möchte, sollte eine akademische Laufbahn in der Sprachwissenschaft anstreben.

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