Neuro-Leadership: Führung mit Hirn

Weiterbildung

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Neuro-Leadership ist Gegenstand aktueller Forschung. Einsichten der Hirnforschung in die Arbeitsweise des menschlichen Gehirns sollen für Führungskräfte einen Nutzen bringen. Unternehmen funktionieren wie Gehirne, so die zentrale These. Warum das so ist und wie sich das in konkretes Handeln umsetzen und in die Weiterbildung von Führungskräften auswerten lässt.

Die These: Unternehmen arbeiten wie unsere Gehirne

Unternehmen arbeiten vergleichbar dem menschlichen Gehirn, so die These von Prof. Dr. Gerald Hüther in einem Beitrag des Harvard Magazins. Er gilt als einer der führenden deutschen Neurobiologen und Gehirnforscher, ist Autor von Sachbüchern und Professor an der Universität Göttingen. Wie die F.A.Z. Online berichtet, sind es vier Hirn-Systeme, die den Erfolg von Neuro-Leadership ausmachen:

  • das Belohnungssystem,
  • das emotionale System,
  • das Gedächtnissystem und
  • das Entscheidungssystem

Was lässt sich aus der These lernen? Was macht demnach ein erfolgreiches Unternehmen aus, das auf lange Sicht bestehen kann? Firmen sind demnach ähnlich wie Gehirne:

  • dauerhaft flexibel und lernfähig,
  • lernen durch Versuch und Irrtum,
  • häufen Erfahrungen an und werten diese aus

Äußere Faktoren der Wirtschaft befinden sich im steten Wandel. Das bedeutet, dass die innere Organisation immer wieder neu an diese angepasst werden muss. Das gelingt über flache, eng vernetzte Strukturen. Auch das menschliche Gehirn arbeitet auf diese Weise. Es ist derart plastisch, dass es in seinen Möglichkeiten nahezu unbegrenzt ist und sich so auf Lebenszeit verändern kann.

Um schnell auf Veränderungen reagieren zu können, müssen die Gehirnhälften zusammenarbeiten. Die Zusammenarbeit zwischen „oben“ und „unten“ muss also gelingen. Alle Mitarbeiter eines Unternehmens müssen also miteinander kommunizieren, und zwar durch alle Abteilungen und Hierarchien hindurch. Dabei ist solches Personal wichtig, das kreatives Problemlösen und Kommunikation kennt und beherrscht.

Die Grundlage für neue Ideen bilden Begeisterungsfähigkeit, Neugier und die Freude an der Gestaltung. Für Führungskräfte bedeutet das, dass sie kreatives Potential hemmen, wenn sie Angst und Druck erzeugen und ihre Mitarbeiter kontrollieren. Innovationen und geistige Flexibilität werden hingegen gefördert, wenn selbständiges Denken anerkannt wird und Mitarbeiter Verantwortung übernehmen können.

Neuro-Leadership : Regeln für eine „gehirngerechte Führung“

Dass Weiterbildung für Führungskräfte als Chance begriffen werden kann, lässt sich auch weiteren Informationen zum Leadership Training entnehmen. Auf der Basis neurowissenschaftlichen Erkenntnisse sollen Führungskräfte in die Lage versetzt werden „gehirngerechtere“ Entscheidungen zu treffen. Ein Begriff von Christian Elger, Direktor der Universitätsklinik für Epileptologie in Bonn, wissenschaftlicher Geschäftsführer des dort beheimateten Unternehmens Life & Brain und Autor des 2009 erschienenen Buches „Neuro-Leadership“. Wie kann das in Leadership-Training umgesetzt werden?

Engagement, Motivation und Leistungsfähigkeit der Mitarbeiter werden durch vier Regeln für „gehirngerechte Führung“ ermöglicht:

  1. Sorgen Sie für neue Herausforderungen! Das Denken des Personals bleibt flexibel, wenn sie immer wieder neue Herausforderungen bekommen. Sinnvoll ist es deshalb, wenn diese immer wieder den Arbeitsplatz wechseln.
  2. Vernetzen Sie vorhandene Wissensbestände! Mitarbeiter sollten die Möglichkeit besitzen, kreativ zu sein. Ziel ist es, vorhandenes, doch bisher voneinander isoliertes Wissen im Unternehmen miteinander zu verbinden. Das gelingt etwa über eine Hospitanz in anderen Abteilungen oder die Bildung von Teams, die unabhängig von Abteilungen zusammengestellt werden.
  3. Sorgen Sie für eine positive Kultur der Fehler! Wie kann es Ihnen gelingen, dass Ihr Personal so wenig Angst und Druck wie möglich entwickelt? Beide sorgen im Gehirn für die Entstehung eines Notfallprogramms, das alle kreativen Leistungen blockiert. Fehler sollten vielmehr als Chance betrachtet werden und nicht bestraft werden.
  4. Schaffen Sie positive Erfahrungswerte! Damit in einer bestimmten Situation möglichst viele Netzwerke miteinander verbunden sind, müssen diese gleichzeitig aktiviert werden. Die Führungskraft sollte mit positiven Wahrnehmungen, Emotionen und Erfahrungen verbunden werden. Ein engagiertes Team hat derjenige, der jederzeit empathisch ist und auch in schwierigen Situationen treu zur Seite steht.

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