Worauf sollte beim Schulsponsoring geachtet werden?

Schulsponsoring ist in aller Munde. Die Kassen der Gemeinden und damit auch der Schulen sind leer, die Bildungsangebote in vielen Regionen dennoch vielfältig. Bundesweit leiden Schulen und andere Bildungseinrichtungen unter massiven Budgetkürzungen. Doch was können Schulen tun, damit diese Lücke im Haushalt ausgeglichen wird? Welche Angebote sind aus der freien Wirtschaft nutzbar?

Ein schmaler Grat zwischen Hilfe und Ausbeutung

Immer wieder hört man von Schulen, welche sich mit dem Schulsponsoring beschäftigt haben. Dabei geht es vor allem um die Zusammenarbeit der Wirtschaft (z.B. in Form von Unternehmen oder Verbänden) und einer einzelnen Schule. Der Wirtschaftspartner stellt dem Unternehmen finanzielle Mittel zur Verfügung erwartet im Gegenzug Leistungen der Schule. In den meisten Fällen konzentrieren sich diese Leistungen auf Werbeflächen, Veranstaltungen im Schulgebäude, Ausbildungsvermittlungen und Praktika.

Doch manche Unternehmen nutzen die Not der Schulen aus und versuchen mit großzügigen Sponsorings den eigenen Abverkauf zu steigern oder fragwürdige Inhalte im Unterricht zu platzieren. Dabei sind die PR-Abteilungen der Unternehmen schon so gut ausgebildet, dass es einer Schule schwer fallen kann, zwischen wirklich guten Bildungsangeboten und platter Meinungsmache zu unterscheiden.

Ist Schulsponsoring legal?

Ob Schulsponsoring erlaubt ist, unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland. Teilweise von Stadt zu Stadt. Viele Bundesländer haben sich in den letzten Jahren für bildungsnahes Schulsponsoring geöffnet. Die Hoffnung einen starken Wirtschaftspartner zu finden, überwiegen vieler Orts die Gefahren einer solchen Zusammenarbeit.

Doch Schulsponsoring ist nicht immer schlecht oder gar gefährlich. Viele Unternehmen bieten heutzutage einen großen Mehrwert für Schüler, Eltern und Lehrer. So verteilt die Automobilindustrie sehr hochwertig und didaktisch mehrfach geprüfte Unterrichtseinheiten, welche sich strikt am Lehrplan orientieren. Als Beispiel für Motortechnik, Antriebe und Kurbelwellen dienen dann eben die Modelle des Unternehmens. Ein anderes Positivbeispiel sind die großen Handelsunternehmen, welche unter einem massiven Nachwuchsproblem leiden. Sie geben kostenfreie Bewerbungstrainings von spezialisierten Personalern oder bieten auch leistungsschwächeren Schülern Praktika an.

Worauf sollte man beim Schulsponsoring achten?  

Die Erfahrung zeigt, dass der Erstkontakt über eine erfahrene und seriöse Agentur viele Risiken ausschließt. Die Agentur möchte sich den eigenen Ruf nicht mit fragwürdigen Anfragen zerstören und dient als Schnittstelle zwischen Schule und Wirtschaft. Des Weiteren hat sich gezeigt, dass bei Interessenverbänden und politischen Organisationen (nicht nur Parteien) höchste Vorsicht geboten ist. Eine versuchte Einflussnahme auf den Unterricht ist hier sehr wahrscheinlich.  

Die Schulleitung sollte im Vorfeld genau prüfen, welche Intention das Sponsoring verfolgt und was die genauen Leistungen sind. Schulsponsoring ist ein schwieriges Thema. Schulen und auch Lehrer sind gut beraten sich in eine offene Diskussion zu begeben und nicht dem finanziellen Druck oder Anreizen zu erliegen. Dennoch gibt es viele sehr gute und wertvolle Angebote, welche der Schule nicht nur finanziell sondern auch pädagogisch weiterhelfen.

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