Sollte man sich über 5G und Huawei Sorgen machen?

Sollte man sich über 5G und Huawei Sorgen machen?

Nicht erst seit der Entscheidung des amerikanischen Präsidenten, die chinesische Firma Huawei auf den Index zu setzen, ist eine Debatte um 5G entbrannt. Sie wird zum einen von Gegnern von Mobilfunktechnik geführt, zum anderen vor allem von Politikern und Sicherheitsexperten. Dabei werden oft einige Aspekte vermischt. Grund dafür ist, dass Huawei der Marktführer in 5G-Netzwerktechnik ist. Das Unternehmen ist den amerikanischen und europäischen Mitbewerbern weit voraus. Deshalb überlegen vor allem Regierungen, aber auch manche Telekommunikationsfirmen, die Technik aus China beim Aufbau eines 5G-Netzwerkes zu verwenden.

Ist 5G gefährlich für den Körper?

Mit der 5G-Technik sollen die Übertragungsraten schneller und die Bandbreite größer werden. Mobilfunkgegner fürchten, dass das Funkspektrum von 5G dem Menschen Schaden verursachen kann. Dabei verweisen sie meistens auf Studien, die aber fehlinterpretiert wurden. In diesen Versuchen wurde in der Tat festgestellt, dass Funkstrahlen Hautgewebe erwärmen können. Es waren aber meistens Laborstudien, die zum Beispiel außer Acht lassen, dass am menschlichen Kopf der Knochen den Großteil der Wärme ableitet. Außerdem ist die Erwärmung minimal und geringer als viele andere Quellen.

Oft wird auch vergessen, dass das Wellenspektrum von 5G zwischen 30 und 300 GHz liegt. Das ist nicht weit von anderen Funkdiensten und Radiowellen entfernt. Die stärkste Erwärmung dürfte an den Antennen festzustellen sein, die aber auf Dächern und Masten befestigt sind. Schon nach wenigen Metern nimmt diese Erwärmung drastisch ab. Im Übrigen haben sowohl der WLAN-Router zu Hause als auch die Mikrowelle die gleiche Form von Wellen, allerdings in unterschiedlichen Stärken.

Verbraucher werden auf jeden Fall von der neue Technik profitieren und können sich bereits jetzt bei ihren Mobilfunkanbietern informieren, wann sie in den Genuss von 5G kommen. Die Berliner werden die Ersten mit einem 5G-Netz sein, es ist aber geplant, das Netz bis 2025 auf neunzig Prozent Abdeckung in Deutschland ausgeweitet zu haben.

Die Vorwürfe gegen Huawei

Der oft genannte Grund, warum man bei der Verwendung von Huaweis Technik Bedenken hat, ist die Nähe zu den chinesischen Sicherheitsbehörden. Huawei als chinesische Firma muss den chinesischen Gesetzen Folge leisten. Das könnte auch bedeuten, dass man seitens der chinesischen Sicherheitsbehörden Mechanismen einbaut, mit denen die Funknetze überwacht werden können. Vor allem die amerikanische Regierung befürchtet, dass mit einem 5G-Netzwerk von Huawei der chinesischen Spionage Tür und Tor geöffnet wird. Bislang sind keine Beweise dafür vorgelegt worden und man konnte auch in den 5G-Funktechnik-Geräten keine entsprechenden Hintertüren finden.

Huawei selbst wiederholt immer wieder, dass es eine unabhängige Firma sei, die zur großen Mehrheit den Angestellten gehört. Tatsächlich müsste sich Huawei an eine entsprechende Anweisung der chinesischen Regierung halten, wenn diese eine Überwachung einführen wollte. Das betrifft aber auch Hintertüren, die von amerikanischen Sicherheitsdiensten eingebaut werden. Bislang ist lediglich bekannt, dass sich Huawei-Mobiltelefone oft mit einem Server in China verbinden, es wird aber vermutet, dass es sich hier um Sicherheits-Updates handelt.

Mittlerweile ist der amerikanische Präsident zurückgerudert und erlaubt US-Unternehmen wieder die Geschäftsbeziehung mit der chinesischen Firma. Die Telefone von Huawei waren ohnehin nicht von der Sicherheitsdiskussion betroffen. Sie nutzen Android, ein Betriebssystem, das von Google entwickelt wurde, zusammen mit einer firmeneigenen Erweiterung.

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