Spontaner Städtetrip als Bildungsreise der anderen Art

Die Reiselust der Deutschen ist nach wie vor ungebrochen und beschränkt sich nicht nur auf Entspannungsurlaub an der türkischen Riviera oder Aktivurlaube in den Alpen. Auch Fernreisen und Städtereisen sind beliebt, genauso wie Bildungsreisen.

Zu den beliebtesten Reisezielen zählen nach einer Auswertung der Buchungszahlen des Reiseportals Expedia die USA, Thailand und Städte wie New York, Barcelona und Paris. Wer eine Städtereise nach Barcelona oder Paris unternimmt, der fährt dort natürlich nicht hin, um sich einfach in die Sonne zu legen und die Akkus wieder aufzuladen. Wer in den Urlaub in eine Metropole fährt, der will sich auch kulturell weiterbilden, Museen besuchen und sich mit den Einheimischen unterhalten. Städtereisen sind darum für viele eher kulturelle Bildungsreise als purer Shoppingtrip.

Auf einer Städtereise will man den Puls der Stadt spüren, sich am liebsten wie ein Einheimischer durch das Netz der öffentlichen Verkehrsmittel bewegen und seine Tage so verbringen, wie es ein echter New Yorker, Amsterdamer oder Paris eben tut.

Ganz Eifrige bereiten sich auf eine Städtereise, egal wie „exotisch“ das Ziel auch sein mag, mit einem kleinen Sprachkurs vor, selbst wenn sich dieser auch nicht viel umfassender gestaltet als die Konversationsfloskeln am Ende eines jeden Reiseführers. Guten Morgen, Bitte, Danke und die Frage: „Was soll das kosten?“ gehören hier zum Standard-Repertoire. Im Ausland kommt es immer gut an, wenn man ein paar Brocken in der Landessprache von sich gibt, egal ob im Pauschalurlaub oder auf Städtereise in Spanien.

Vorsicht allerdings bei Städtereisen innerhalb Deutschlands, denn hier wirkt es oftmals lächerlich, wenn Besucher versuchen, den Dialekt der Einheimischen zu imitieren. Ein Kölner, der versucht auf Bayrisch im Biergarten eine Brotzeit zu bestellen wird höchsten mitleidig angeschaut, versucht ein Bayer in Berlin mit eindeutig aufgesetzter Berliner Schnauze ein Brötchen beim Bäcker zu bestellen, wird er in den meisten Fällen angeraunzt werden. Klingt nach Klischee, ist aber bei weitem nicht so böse gemeint, wie es dem Besucher vorkommen mag.

Auf einer Reise lernt man immer irgendetwas Neues kennen, seien es bisher unbekannte sprachliche Wendungen, die Eigenheiten der Einheimischen oder interessante Menschen, die manchmal sogar zu echten Freunden werden.

Anstatt immer an denselben Ort in den Urlaub zu fahren oder schon bekannte Orte zu besuchen, macht es zur Abwechslung auch mal Spaß, völlig unbekanntes Territorium zu entdecken. Ein langes Wochenende in Marrakesch bringt ganz andere Erfahrungen und Erlebnisse mit sich als ein Shoppingwochenende in Rom. Man fliegt nach so einem „kurzen Bildungsurlaub“ ganz anders nach Hause zurück als nach einem Party-Wochenende in London oder Barcelona.

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