Warum ist Nachhaltigkeit so wichtig für mich?

NachhaltigkeitDie Gymnasiastin Dorothea Brenner hat bei einem Foto-Wettbewerb von Zukundo (ein Schülerprojekt für Nachhaltigkeit vom Bund) den ersten Preis gewonnen. Dazu hat sie einen Text verfasst.

Oft scheint mir das nachhaltige Handeln wie ein Schwimmen gegen den Strom. Ein Handeln, das völlig entgegengesetzt zu dem der großen Masse, auch dem  meiner Mitmenschen, steht.
Warum sollte man auch bewusster leben in einer Zeit, in der ein Leben im Überfluss  so leicht zu haben ist?

Die Menschen werden immer bequemer und sind nicht bereit etwas von dieser Bequemlichkeit abzugeben.
Die Menschen werden immer ignoranter und sind nicht bereit ihre Augen aufzumachen um zu sehen, was ihr moderner Lebensstil anrichtet.
Die Menschen werden immer egoistischer und begreifen nicht, was ihr Alleingang für Folgen nach sich zieht.
Die Umwelt leidet darunter, ebenso die Gesellschaft.
Dieses Entwickeln einer Gesellschaft, in der jeder im Grunde genommen nur noch auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist, und jeden Rund Umblick meidet,  macht mich traurig und wütend zugleich. Es ist ein Trend, der sich durch nahezu alle Gesellschaftsschichten zieht.
Diese Tatsache macht Nachhaltigkeit  für mich so wichtig.
Nachhaltigkeit bedeutet für mich, im Rahmen meiner Möglichkeiten für kommende Generationen „richtig“ zu handeln, denn es ist nicht fair Lebensräume zu vernichten und es ist genau sowenig  fair unseren Nachkommen Teile unserer wunderbaren Natur vorzuenthalten.
Klar ist jedoch, dass sich die Welt nicht durch Einzelpersonen verändern lässt, sondern nur von großen Bewegungen.
Nun kommt Zukundo ins Spiel.
Für mich war es deshalb so wichtig, Mitglied von zukundo zu werden, weil ich in  diesem sozialen Netzwerk die Möglichkeit des Austausches zwischen jungen Menschen sah. Jugendliche kommunizieren miteinander und das Thema Nachhaltigkeit steht im Mittelpunkt. Eine Vorstellung, die mir sofort gefiel.
Am tollsten finde ich die Massage, die zukundo vermittelt: „Hey, du kannst die Zukunft mit deinem individuellen Handeln mit gestalten!“  Die Plattform bietet die Möglichkeit der Vervielfältigung  des Nachhaltigkeitsgedankens. Insofern kann das Handeln eines jeden einzelnen letztlich doch zu einer Veränderung führen.

Warum habe ich bei Zukundo mitgemacht?

Die Teilnahme an dem Fotowettbewerb habe ich als eine Art Selbstherausforderung gesehen. Primär stand nicht das Ziel etwas zu gewinnen im Vordergrund. Vielmehr ging es mir darum zu testen ob es mir denn gelingen würde, meine Idee umzusetzen. Auf engstem Raum (dem Foto) möglichst viel an andere zu vermitteln, das war das Ziel.  Es war nicht leicht, doch genau so anstrengend ist eben auch Nachhaltigkeit! Nachhaltigkeit kann nur durch aktives Handeln umgesetzt werden und erfordert viel Kraft für Widerstand und Mut zu  Neuem.

Die Überraschung: Gewinner Bild „Time is running out”

Unglaublich war schon die Nachricht, die mich  Anfang April 2012 erreichte: „Liebe Dorothea, das Bild ist unter den Top Ten. Wir laden dich hiermit herzlich zu der Preisverleihung nach München ein.“ Unfassbarer noch die Tatsache, dass ich den 2. Platz gewonnen hatte. Der Preis: Eine Sprachreise nach Kanada ! Niemals hätte ich damit gerechnet und dennoch entsprach es der Realität. Ich war so überglücklich.

Den 2. Platz gewann ich mit dem Bild „Time is running out“. Meine Intention wird im Text  näher erläutert.

Time is running out, man!

Wo begegnet uns Nachhaltigkeit im Alltag? Das ist die Ausgangsfrage des Wettbewerbs.
Ich selbst wollte nicht unbedingt einen Gegenstand fotografieren, vielmehr war ich daran interessiert, die momentane Gesamtsituation darzustellen. Nach langem Überlegen kam mir dann dieser Satz in den Kopf. Er stammt aus einem Film den ich einmal gesehen hatte. Ich dachte mir, was passt wohl besser zu unserer momentanen Lage als dieser Satz?!
Die Frist läuft ab!
Ich habe mich dazu entschlossen auf meiner alltäglichen „Lauf- Strecke“ ein Foto von mir selbst machen zu lassen. Bewusst renne ich auf die kritische Kreuzung zu, denn genau das tun wir momentan. Wir sprechen von Nachhaltigkeit, sind aber nicht bereit, den Wasserhahn beim Zähneputzen auszumachen. Wir sprechen von Nachhaltigkeit, wollen aber lieber dauerhaft das Zimmer heizen, um keinen Pullover anziehen zu müssen. Wir sprechen von Nachhaltigkeit, sind uns aber zu schade die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen.
Ein solches Verhalten ist bequem, ignorant und unverantwortlich.
Wir haben keine Zeit mehr!

Wir müssen endlich handeln, etwas verändern, uns entscheiden!

Laufen wir geradeaus weiter, d.h setzten wir weiter auf Atomstrom, so müssen wir uns über die Risiken, die dieser für Mensch und Umwelt mit sich bringt, durchaus im Klaren sein. Zudem gibt es nach wie vor keine Lösungen für die Entsorgung atomaren Mülls. Ein Problem , mit dem wir uns in den nächsten Jahren beschäftigen müssen. Deshalb ist das Setzten auf erneuerbare Energien, ein entscheidender Schritt in die richtige Richtung.
Es ist kein einfacher Schritt, das ist klar. Klar ist auch, dass wir momentan den Bedarf an Energie noch nicht vollkommen mit alternativen Energien decken können, aber wir müssen daran arbeiten, denn geradeaus laufen ist zunächst sehr viel einfacher, aber langfristig gesehen können wir uns dieses bequeme Geradeauslaufen nicht leisten, denn eins ist klar, die Zeit läuft gegen uns.

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