Zu Bett gehen im digitalen Zeitalter

Früher hatten Mütter beim zu Bett bringen ihrer Babys keine große Wahl bei der Einschlafhilfe. Da wurde ein sanftes Wiegenlied gesungen und kein Kind hat sich wohl je daran gestört, wenn die Mama nicht jeden Ton perfekt getroffen hat. Ihre vertraute Stimme erreichte die Beruhigung des Kleinen auch ohne Musik oder Gesangsausbildung. Heute muss keine Mutter mehr selbst singen. Sie braucht sich als Alternative auch keine scheppernde Musikkassette mehr zu greifen, denn das Internet bietet ihr ein umfangreiches Repertoire an Schlafliedern zum Download an. Nach dieser ersten Berührung der Babys mit der digitalen Medienwelt werden noch viele folgen. Ob das gut fürs Kind ist, oder nicht, ist umstritten.

Babyschlaf Wer singt das Baby in den Schlaf?

Natürlich bleibt es auch heute den Müttern vorbehalten, selbst ein Lied anzustimmen, um ihre Kinder in den Schlaf zu singen. Aber es ist halt so bequem, nicht immer am Bettchen sitzen bleiben zu müssen, bis das Kleine endlich eingeschlafen ist. Das Internet liefert die Beschallung auch ohne Mutters Präsenz. Auf Plattformen wie Real.de kann man jedes erdenkliche Schlaflied downloaden. Das Baby hat hier die Auswahl, auch ohne dass die Mama alle Lieder auswendig lernen müsste. Ob die Wiegenlieder aus dem World Wide Web genauso einschläfernd wirken wie Mutters vertraute Stimme, bleibt natürlich fraglich.

Ist Vorlesen noch modern?Ist Vorlesen noch modern?

Die Zeit, die Stiftung Lesen und die Deutsche Bahn sagen ‚Ja‘. Und das wollen sie beim Bundesweiten Vorlesetag am 21. November 2014 unter Beweis stellen. Auch wenn schon die längst überholte Hörspielkassette das persönliche Vorlesen in vielen Familien abgelöst hat, gibt es also immer noch kräftige Verfechter des guten alten Buches. Denn das Vorlesen aus demselben hat natürlich viele Vorteile gegenüber dem mechanischen Abspielen vom Band, die nicht von der Hand zu weisen sind. Wenn Vater oder Mutter persönlich mit einem Buch in der Hand am Bett sitzen, um ihrem Kind eine Gute-Nacht-Geschichte vorzulesen, ist das ein schönes gemeinsames Ritual, das viel für eine positive Bindung tun kann. Außerdem regt Vorlesen immer auch zum Selbstlesen an. Und dafür kann man doch eigentlich in der digitalen Welt gar nicht genug tun.

Kinder in der digitalen Welt

Der moderne Mensch von heute kann sich schon von klein auf den digitalen Medien, die ihn umgeben, nicht entziehen. Ob den Kindern das Überangebot auch gut tut, ist sehr umstritten. Während manche Pädagogen den Wert der digitalen Lernmöglichkeiten in den Vordergrund stellen, befürchten andere negative Einflüsse auf die Entwicklung im Kindesalter. Die Zeitschrift c´t greift dieses Thema auf und fragt provokant, ob Computer intelligent machen. Die Antwort auf diese Frage fällt jedoch nicht ganz leicht, sind sich doch nicht einmal ausgewiesene Experten darüber einig. Das wird in einem Streitgespräch zwischen dem Psychiater Manfred Spitzer und dem Medienpsychologen Peter Vorderer deutlich. Bei Zeit online bezeichnet es Vorderer als ‚Quatsch‘, wenn Spitzer vor ‚digitaler Demenz‘ warnt.

Die Tele Tubbies waren nur der Anfang

Begonnen hat die digitale Karriere in der Kindheit einst mit dem Fernsehen. Schon die wenigen Sendungen, die es anfangs im Kinderprogramm gab, riefen warnende Pädagogen auf den Plan. Diese Rufe sind längst verhallt angesichts der unausweichlichen Fülle an filmischen Angeboten für Kinder. Die Auswirkungen von Fernsehkonsum beim Kind bleiben dennoch umstritten. Dass auch schon die Allerkleinsten auf den bewegten Bildschirm reagieren, beweist dieses Video:

Manchem Pädagogen mag dabei das Lachen im Halse stecken bleiben.

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